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  #1  
Alt 28.07.2012, 09:38
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Jambala wird schon bald berühmt werdenJambala wird schon bald berühmt werden
Standard KWL und Sole-Wärmepumpe

Hallo Zusammen,

ich stelle mir aktuell die Frage, ob es Sinn macht eine KWL nachzurüsten.

Wir wohnen in einem freistehenden Neubau aus 2007 mit 16cm WDVS und Sole-Wärmepumpe. Wenn ich davon ausgehe, dass 18% der Gesamtheizkosten auf das Warmwasser entfallen, dann benötigen wir in der Praxis 16kWh Wärmepumpenstrom pro Jahr pro qm Wohnfläche. Die kWh Wärmepumpenstrom kostet bei uns aktuell 14,27 Cent Brutto. Somit ergeben sich ca. 2,50€ Heizkosten pro Jahr und qm Wohnfläche.

Aus energetischen Gründen sehe ich daher bei uns keine nennenswerten Vorteile durch eine KWL, welche ganzjährig in allen Räumen im Einsatz ist. Die Anlage würde sich vermutlich niemals amortisieren.

Da wir in den warmen Monaten gerne und oft die Fenster geöffnet haben, würden wir die KWL auch nur begrenzt einsetzen. In den kalten Monaten können wir durch unsere offene Raumaufteilung perfekt stoßlüften, so dass wir dabei auch nicht sehr viel Energie verlieren.

Ich sehe jedoch folgende Komfortvorteile:
- in den kalten Monaten ständig frische Luft, insbesondere Nachts in den Schlafräumen
- automatischer Abtransport der feuchten Warmluft im Duschbad und im Hauswirtschaftsraum (Wäschetrockner)

Die oftmals genannten WDVS-Probleme von stickiger Luft und Schimmel können wir in keinster Weise bestätigen. Wir haben jedoch in den ersten zwei Jahren nach Bezug 3x täglich stoßgelüftet.

Durch einen zentralen Installationsschacht und über den Speicher könnte ich leicht alle Schlafräume, Duschbad und Hauswirtschaftsraum durch eine Rohrleitung erreichen. Die KWL könnte dabei auf dem Speicher aufgestellt werden.

Macht es Sinn nur für den diesen begrenzten Einsatzzweck eine KWL nachzurüsten, die im wesentlichen nur Nachts und ab einem bestimmten Feuchtewert im Einsatz ist?

Habe ich irgendetwas bisher nicht berücksichtigt?

Viele Grüße

Michael

Geändert von Jambala (28.07.2012 um 09:41 Uhr)
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  #2  
Alt 28.07.2012, 09:58
Benutzerbild von RalfN
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RalfN wird schon bald berühmt werden
Standard

Hallo Michael,
grundsätzlich kann ich Dir nur raten einmal ein Haus zu besichtigen welches mit einer KWL ausgerüstet ist.
Wir haben 2005 gebaut mit Sole-WP und KWL mit Erdwärmetauscher und ich würde es immer wieder so machen. Wir haben unsere Schlafräume im 1. OG unterm Dach und dort wird es selbst in sehr heißen Sommern nicht mehr als 23 Grad warm. Keine Mücken und so'n Zeug da die Fenster geschlossen sind.

Viele Grüße
Ralf


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  #3  
Alt 28.07.2012, 10:40
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Hallo Ralf,

ich habe schon ein KWL-Haus erlebt. Zum Zeitpunkt unseres Hausbaus habe ich aber keinen energetischen Business Case gesehen. Die damals genannten Kosten von ca. 10.000 € fand ich in keinem Verhältnis zum Mehrwert.

Das liegt aber auch daran, dass wir eben sehr gerne im Sommer Fenster und Terrassentüren aufhaben. Das ist eine persönliche Vorliebe, die nicht unbedingt objektiv begründet werden kann (ähnliche Diskussion wie Cabrio vs. Auto mit Klimaanlage).

Mücken und Temperatur haben wir über Fliegengitter und Beschattung gelöst.

Wir vermissen nur im Winter die frische Luft im Schlafzimmer, die wir im Sommer immer haben. Außerdem halte ich es für sinnvoller hohe Feuchtigkeit durch Duschen oder Trockner direkt abzutransportieren.

Viele Grüße

Michael
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  #4  
Alt 28.07.2012, 12:10
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Wenn die Lüftung zeitbegrenzt und dann auch nur in 1-2 Räumen "gewünscht" wird, würde ich eine dezentrale Lüfterlösung mit alternierenden Betrieb u. Keramikeinsatz in Betracht ziehen.
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Gruss
GLT
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  #5  
Alt 28.07.2012, 20:44
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Zitat von GLT Beitrag anzeigen
Wenn die Lüftung zeitbegrenzt und dann auch nur in 1-2 Räumen "gewünscht" wird, würde ich eine dezentrale Lüfterlösung mit alternierenden Betrieb u. Keramikeinsatz in Betracht ziehen.
Bei 3 Schlafräumen, 2 Bädern und einem Hauswirtschaftsraum würde mir die Fassade zu sehr nach "Schweizer Käse" aussehen.

Viele Grüße

Michael
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  #6  
Alt 23.08.2012, 23:57
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RalfN wird schon bald berühmt werden
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Hallo Jambala,
wir haben auch ein Cabrio. Das hat aber den Vorteil, dass es die Wärme nicht so speichert wie ein modernes hoch gedämmtes Haus hat. Wenn so ein Haus mal warm ist hast du Schwierigkeiten die Wärme wieder los zu werden.
Das Beste ist eigentlich der EWT. Der bringt im Sommer kühle 15Grad ins Haus ;-).
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  #7  
Alt 24.08.2012, 11:01
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MarcusF wird schon bald berühmt werden
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Die KWL würde ich nie, nie wieder hergeben. Die Energieersparnis ist da nur ein willkommener Nebeneffekt, die Luftqualität im Haus alleine ist es mir schon wert.

Marcus
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  #8  
Alt 24.08.2012, 14:46
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Zitat von RalfN Beitrag anzeigen
Hallo Jambala,
wir haben auch ein Cabrio. Das hat aber den Vorteil, dass es die Wärme nicht so speichert wie ein modernes hoch gedämmtes Haus hat. Wenn so ein Haus mal warm ist hast du Schwierigkeiten die Wärme wieder los zu werden.
Das Beste ist eigentlich der EWT. Der bringt im Sommer kühle 15Grad ins Haus ;-).
Hallo Ralf,

in der Tat kann man sich mit Beschattung nur bis zu einem gewissen Punkt gegen Wärme schützen. Wenn jedoch wie am letzten Wochenende mit fast 40°C Außentemperatur am Niederrhein, die Wärme erst einmal im Gebäude gespeichert ist, hat man mit WDVS Probleme die Wärme erst einmal wieder loszuwerden.

Welche Temperatur konntest Du am letzten Wochenende mit KWL + EWT im Haus erzielen und was war der Energiebedarf dafür pro Tag?

Dass eine KWL + EWT vom Komfort viele Vorteile hat, ist auch meine Meinung. Jedoch stehen dem Komfort auch (mögliche) Nachteile gegenüber:
- hohe Investitionskosten
- evtl. erhöhte Energiekosten (in meinem Fall kann ich nicht bewerten, wie das Verhältnis zwischen Heizkostenersparnis und Komfortenergieaufwand ist)
- Luftzug
- Keime in den Rohren

Bei einem Haus mit WDVS und Sole-Wärmepumpe sehe ich aktuell einen Komfortgewinn, aber keine bis sehr geringe Energiereduktion (vielleicht fehlen mir dazu aber auch noch Informationen).

Wir sind vor drei Jahren mit ca. 1200 Mitarbeitern aus einem alten Bürogebäude ohne Klimatisierung in ein hochmodernes Gebäude mit KNX, automatischer Beschattung, KWL und Heiz-/Kühldecken umgezogen.

Es gibt seitdem zahlreiche Kollegen, die unter Kopfschmerzen oder Zugerkältungen leiden. Andere sind hingegen sehr zufrieden, vor allem weil es im Sommer viel kühler ist.

Es gibt also zufriedene und unzufriedene Nutzer und keine allgemeingültige Zufriedenheitaussage. Dies macht das Thema KWL zusätzlich komplex in der persönlichen Bewertung.

Viele Grüße

Michael
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  #9  
Alt 24.08.2012, 16:16
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MarcusF wird schon bald berühmt werden
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Zitat von Jambala Beitrag anzeigen
Dass eine KWL + EWT vom Komfort viele Vorteile hat, ist auch meine Meinung. Jedoch stehen dem Komfort auch (mögliche) Nachteile gegenüber:
- hohe Investitionskosten
- evtl. erhöhte Energiekosten (in meinem Fall kann ich nicht bewerten, wie das Verhältnis zwischen Heizkostenersparnis und Komfortenergieaufwand ist)
- Luftzug
- Keime in den Rohren

Bei einem Haus mit WDVS und Sole-Wärmepumpe sehe ich aktuell einen Komfortgewinn, aber keine bis sehr geringe Energiereduktion (vielleicht fehlen mir dazu aber auch noch Informationen).
Das scheint mir auch so. Die Wärmerückgewinnung vermindert die Lüftungsverluste drastisch, bei mir macht das im Jahr um die 5000 kWh aus. Die Lüftungsanlage verbraucht im Jahr etwa 200 kWh. So nen COP hat keine WP...

Investitionskosten waren bei mir etwa 6000 Euro + Einbau, den ich größtenteils selbst erledigt habe. Ich habe allerdings keinen EWT.
Energiekosten sind wie gesagt negativ, d.h. ich spare mehr Energie als ich reinstecke.
Luftzug ist niemals spürbar bei einer korrekt ausgelegten KWL.
Keime in den Rohren sind bei regelmäßigem Filterwechsel nicht vorhanden. Im Gegenteil, durch die Filterung hast Du weniger Keime und Pollen in der Luft als bei Fensterlüftung. Ich hab letztes Jahr nach 2 Jahren Betrieb mal mit einer Endoskopkamera reingeschaut, da war keinerlei Verschmutzung in den Rohren zu sehen.

Weitere Vorteile:
- Wir schlafen bei geschlossenem Fenster. Keine Störungen durch Lärm, keine Erstickungsgefahr im Winter wenn unser verblödeter holz- und kohleheizender Nachbar in der Nacht seine Verqualmungsaktionen startet.
- Ich muss nicht jeden Tag mehrmals durchs ganze Haus rennen und 22 Fenster auf- und dann wieder zumachen - was mir irgendwann im Alter vielleicht nicht mal mehr möglich ist.
- Im Winter bei -20° frier ich mir nicht täglich den Hintern ab beim Lüften.
- Als Allergiker bin ich um jede Polle froh, die im Filter hängenbleibt.
- Nach einer Urlaubsreise kommt man in ein frisch gelüftetes Zuhause.

Die Innentemperatur in den letzten heißen Wochen war bei uns 24 °C. Mit der KWL kann man halt die Fenster zulassen und holt sich nicht die Hitze ins Haus. Wenn Du natürlich gerne offene Fenster magst, dann ist eine KWL nichts für Dich.

Ob sich eine Nachrüstung lohnt, kannst nur Du selbst beurteilen. Der Aufwand hängt sehr stark von den baulichen Gegebenheiten ab. Ob es sich energetisch lohnt, musst Du halt mal durchrechnen (lassen). Bei mir hat sich die KWL teilweise selbst finanziert, denn durch die niedrigere Heizlast mit KWL konnte ich eine kleinere Wärmepumpe einbauen und somit auch einen kleineren Kollektor.

Marcus
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  #10  
Alt 24.08.2012, 18:44
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Zitat von MarcusF Beitrag anzeigen
Das scheint mir auch so. Die Wärmerückgewinnung vermindert die Lüftungsverluste drastisch, bei mir macht das im Jahr um die 5000 kWh aus. Die Lüftungsanlage verbraucht im Jahr etwa 200 kWh.
Hallo Marcus,

hinter allen gemachten Komfortmerkmalen mache ich einen Haken hinter. Spannend wird das Thema an dem Punkt Eigenverbrauch bzw. Heizkostenreduktion.

Ich verbrauche aktuell bei 190qm unter 4000kW pro Jahr für Heizung und Warmwasser. Wenn ich davon ausgehe, dass 18% der Gesamtheizkosten auf das Warmwasser entfallen, dann verbrauche ich 3300 kWh für das Heizen.

Für den ganzjährigen Lauf der KWL habe ich geschätzte 30W x 24h x 365T = 263kWh angesetzt. Die Frage ist nun wieviel Prozent der 3300kWh kann ich realistisch durch eine KWL einsparen?

5000kWh wie bei Dir können es ja hier nicht sein, sonst würde ich noch morgen installieren.

Die kWh Wärmepumpenstrom kostet bei uns aktuell 14,27 Cent Brutto.

Wenn ich für eine Überschlagsrechnung nur Deine 6.000€ Selbstbaukosten nehme und eine Amortisationszeit von 10 Jahren ansetze, dann muß ich 600€ pro Jahr einsparen (ich weiß Strom kann teurer werden, aber ich lasse auch Montage, Wartung, Reparatur, Zinsen und den Eigenverbrauch durch teuren Haushaltsstrom weg). 600€ eingesparte Heizkosten entspricht 4200kWh. Dieser Business Case geht also bei 3300kWh Verbrauch ohne KWL erst nach 13 Jahren auf, wenn ich nur die vollen 3300kWh einsparen würde.

Dies funktioniert natürlich in der Praxis nicht. Bei angenommenen 1000kWh Ersparnis pro Jahr rechnet sich die 6.000€ KWL nach 42 Jahren.

Wenn diese Herleitung so stimmt, dann ist die eigentliche Frage bei unserer Energiesituation: Ist mir der Komfortgewinn an sehr heißen Tagen und im Winter ca. 10.000€ wert?

Um keinen falschen Eindruck aufkommen zu lassen, ich hätte gerade im Hochsommer und im Winter gerne eine KWL plus EWT, aber dies ist mir persönlich keine 10.000 bis 15.000€ wert.

Hat jemand Praxiswerte bei einer ähnlichen Heizsituation um die Herleitung hier zu überprüfen?

Viele Grüße

Michael
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