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Fußbodenheizung Regelalgorithmen

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    Fußbodenheizung Regelalgorithmen

    Guten Morgen,

    ich habe das Problem bei einer Kundin von mir, dass sie sich über stark schwankende Temperaturen beschwert (entweder zu warm oder zu kalt).

    Ich habe nun mich versucht schlau zu machen welcher Art der Regelung ich für eine Fußbodenheizung benutze, jedoch keine wirkliche Lösung gefunden.

    Nun wollte ich fragen welche Art der regelung eurer Erfahrung nach die beste ist.

    Eingebaut sind Jung Heizungsaktoren 6fach und 4093KRMTSD.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Max.

    #2
    Oft beginnt das Problem schon viel früher, erstens ist der hydraulische Abgleich schlecht gemacht, so dass bei voll offenen Ventilen die Räume unterschiedlich warm werden, dann ist die Heizkurve zu hoch eingestellt, so dass die Ventile nur noch einen sehr kleinen Regelbereich haben, in dem sie arbeiten können. Erst dann kommt die richtige Einstellung durch den RTR zum tragen.

    Ich empfinde die Default-Einstellungen der Hersteller für recht ordentlich, andere hier im Forum bevorzugen eine Regelung mit ganz kurzen PWM Zeiten um die Ventile in einem „schwebenden“ Zustand zu halten.

    Schau dir also erst einmal die Vorlauftemperatur an, öffne alle Ventile zu 100% und miss die Temperatur der Räume. Sie sollte dann eigentlich nicht mehr als 1-2° über der gewünschten Endtemperatur liegen, sonst muss erst einmal der Heizi dran.

    Die Sufu müsste dir auch noch Lesestoff für die Woche geben, das Thema ist nicht ganz neu.

    Viel Erfolg, Florian

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      #3
      Vergessen Sie den hydraulischen Abgleich. Der ist nichts anderes als Abwürgerei und wenn es nicht funktioniert, ist die ERR schuld.
      Meine Vorgehensweise: Öffnen aller Strangulierventile der einzelnen Zonen und Parametrieren der ERR-Regler: P-Band möglichst hoch, mindestens 12 K. Nachstellzeit bei FBH: 60 Minuten.

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        #4
        Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
        P-Band möglichst hoch, mindestens 12 K.
        Jeder möchte eine proptionale Regelung (Stellwert hängt von der Temperaturdifferenz ab), nur rosebud nicht.
        Mit diesen Werten ist der P-Anteil quasi unwirksam und die Regelung lebt alleine vom langsamen I-Anteil. Das ist idiotensicher aber vom Regelverhalten ineffizient.

        Die stark schwankenden Temperaturen könnten schon durch eine schwingende Regelung verursacht sein, aber so ganz ohne die Parameter zu kennen ist das Spekulation. Screenshot der Einstellungen und im Idealfall Temperaturaufzeichnungen wären hilfreich.
        Zuletzt geändert von 6ast; 21.12.2020, 10:40.
        Viele Grüße, Volker

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          #5
          Aber jetzt sind beide Fraktionen hier in der Diskussion vertreten, da darf sich der TE aussuchen, welcher Philosophie er folgen möchte.

          Gruß
          Florian

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            #6
            Hydraulischen und danach thermischen Abgleich durchführen und dann überhaupt schauen ob es gar noch etwas zu regeln gibt.

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              #7
              Ich bin bei Beleuchtfix und ich mag auch schwebende Regler, da die FBH zu träge ist und sich dann gut einpendelt. Ideal ist, wenn alles 100% auf ist und die Temperatur stimmt. (Am besten mit NO-Ventilen).
              Wichtig ist beim Einfahren mit den minimalen Heiz-Temperaturen: Es muss Stoßgelüftet werden. Ansonsten hast Stundenlang ein kaltes Bad weil die Heizung nur noch dafür ausgelegt ist die Transmissionswärme auszugleichen.

              Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
              Vergessen Sie den hydraulischen Abgleich. Der ist nichts anderes als Abwürgerei und wenn es nicht funktioniert
              Erklär mal genauer die Abwürgerei bitte. Ich würde gerne verstehen, wieso die Meinung sich vom Haustechnikdialog-Forum unterscheidet :-)

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                #8
                Zitat von MaxBuhl Beitrag anzeigen
                ich habe das Problem bei einer Kundin von mir, dass sie sich über stark schwankende Temperaturen beschwert (entweder zu warm oder zu kalt).
                hatte ich auch bei einer kundin... dachte schon „die zicke“ (ich mache ja keine fehler ).... habe aber habe dann herausgefunden, dass der heizi die heizkreise falsch angeschrieben hat und die ERR auf den falschen raum wirkte.

                das selbe dann später bei einer villa, die schon 10 jahre mit vertauschten heizkreisen lief und keiner hat‘s gecheckt
                Bei jedem Neustart des HS habe ich Zeit für ein Post...

                Kommentar


                  #9
                  Zitat von Beleuchtfix Beitrag anzeigen
                  Aber jetzt sind beide Fraktionen hier in der Diskussion vertreten, da darf sich der TE aussuchen, welcher Philosophie er folgen möchte.
                  Kann es sein, daß du gerade die Themen P-Anteil und PWM-Zyklus verwechselst?



                  Viele Grüße, Volker

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                    #10
                    Aus dem haustechnikdialog habe ich mich ausgeklinkt, weil der shitstorm hinterher nicht sachdienlich war.

                    Was geschieht bei einem hydraulichen Abgleich? Der Heizi nimmt an, daß bei einer bestimmten AußenT° eine vorhersagbare Heizleistung je Raum nötig ist. Für alle Räume ist die Differenz von Vor- und RücklaufT° des Heizwassers gleich, also muß er mit dem Wasserdurchsatz jonglieren. Der Raum mit dem höchsten Leistungsbedarf wird nicht, alle anderen Räume werden mittels Strang(reg)ulierventilen eingedrosselt. Zusätzlich wird die VorlaufT° abhängig gemacht von der AußenT°.

                    Ich bezweifle stark, daß diese thermische Kaffeesatzleserei was bringt, zumal es mangels Leistungsreserve unmöglich ist, ohne umfassenden Eingriff ins System einen Raum höher zu heizen als von vorneherein geplant. Außerdem dauert es mehrere Tage, um das Haus nach einer T°absenkung z.B. bei Urlaub wieder auf Komfort zu bringen.

                    Konsequenz: Ich öffne alle Drosselventile und überlasse es der ERR, die RaumT° zu regeln. Das P-Band muß wegen der Stabilitätsanforderungen groß sein und ebenso die Nachstellzeit, die sich an der Reaktionsgeschwindigkeit der Regelstrecke orientiert.

                    Wer sich noch an Landys&Gyr Polygyr erinnert: Dort wurde nicht das P-Band in K o.ä. eingestellt, sondern in Prozent der Sollwertskala. In den allermeisten Fällen war die Regelung nur stabil, wenn man sich den 100% näherte. Für eine RaumT°regelung ist man mit 24 K immer auf der sicheren Seite.
                    Zuletzt geändert von rosebud; 21.12.2020, 13:18.

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                      #11
                      Hallo,
                      vielleicht habe ich es auch überlesen, ist der Temperaturunterschied nur gefühlt oder auch gemessen? Wie groß ist der Unterschied? Wie lange (24h)
                      läuft die Heizung und in welchem Modus? Würde mich über Antworten freuen.
                      Mfg
                      Hilde

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                        #12
                        Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
                        Ich bezweifle stark, daß diese thermische Kaffeesatzleserei was bringt, zumal es mangels Leistungsreserve unmöglich ist, ohne umfassenden Eingriff ins System einen Raum höher zu heizen als von vorneherein geplant. Außerdem dauert es mehrere Tage, um das Haus nach einer T°absenkung z.B. bei Urlaub wieder auf Komfort zu bringen.
                        Ok, anders ausgedrückt hast du zwei Probleme mit dem Vorgehen:
                        • Du glaubst an P = U * I aber nicht an P = Diff. K * Durchfluss. Auch glaubst du nicht daran, dass ein hoher Temperatur-Unterschied dazu führt, dass sich Temperaturen schneller / weniger schnell angleichen und damit nicht, dass dies mit einer Formel / Heizkurve ausdrückbar ist
                        • Du hast den Wunsch schneller die Temperatur im Raum anzupassen sowie über deine alltägliche Norm hinaus zu heißen, auch wenn dies mehr Energie "verbraucht"

                        Da du, wie ich, "nur" Anwender bist, akzeptiere ich dies - vor allem, weil es für dich gut funktioniert.

                        Kommen wir zurück zum Thema:
                        Neben der Nachfrage von Hilde, ob die Temperatur wirklich schwankt, noch die Frage zusätzlich, ob der Aktor "schaltend" oder "stetig" arbeitet.

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                          #13
                          Zusatzfrage wäre noch, wie gelüftet wird. Also ob es Temperatursprünge durch Fensterlüftung gibt, auf die die Regelung reagieren muß.
                          Viele Grüße, Volker

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                            #14
                            Der hydraulische Abgleich und die Heizkurve sehe ich so, als wenn jemand ein Auto fährt, ohne auf den Tacho zu schauen, das Gaspedal in eine vorher festgelegte Position bringt und dabei mit der gewünschten Geschwindigkeit vorankommt, egal, ob es bergauf, flach oder bergab geht. Regelungstechnisch ist sowas esoterischer Humbug.

                            Wenn ich mein Wohnzimmer 22 °C warm haben will, dann lese ich nicht an einem Zeigerthermometer die T° ab und fange an zu fluchen und am hydraulischen Abgleich und an der Heizkurve rumzuschrauben, sondern meine ERR regelt die Heiz-Wassermenge so, daß die gewünschte T° erreicht wird. Wenn die Schwiegermutter zu Besuch kommt und will es zwei Grad wärmer, dann sage ich das meiner ERR, die für mich die Arbeit erledigt.

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                              #15
                              Zitat von MaxBuhl Beitrag anzeigen
                              Ich habe nun mich versucht schlau zu machen welcher Art der Regelung ich für eine Fußbodenheizung benutze, jedoch keine wirkliche Lösung gefunden.

                              Nun wollte ich fragen welche Art der regelung eurer Erfahrung nach die beste ist.
                              Häufigst angewandte Art der Regelung: Stetiger PI-Regler mit PWM-gesteuertem thermoelektrischen Stellantrieb.

                              Ich befürchte nur, dass dir das als Antwort nicht ausreicht, du musst aber schon die richtigen Fragen stellen ...

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