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Es wird Winter! Die KNX-Integratoren schwärmen aus! (Fussbodenheizung etc.)

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    KNX/EIB Es wird Winter! Die KNX-Integratoren schwärmen aus! (Fussbodenheizung etc.)

    Hallo Ihr Spezialisten..

    es kommt der Winter.. es wird kalt!! Die werten Damen in den Niedertemperatur-Wärmepumpen-Wohnungen und -Häusern haben zunehmend kalte Füsse!!

    Und wie jedes Jahr kommen nun die Anfragen, warum das so ist und ob man "da nicht was machen könnte".

    Denn "früher" war es an den Füssen viel wärmer!! In den alten Häusern mit Gas- und Öl-Heizung und ohne die neumodischen Niedertemperatur-Wärmepumpen. Und überhaupt mit KNX und all dem Zeugs... und der teueren KNX-Einzeltemperaturregelung... Da kann man am Rädchen drehen und den Wunschwert von 24 Grad und mehr einstellen und angezeigen lassen und das (extrem teuere und hochgenaue) Conrad-/Tschibo-Digital-Thermometer mit Wetterstation und Digitaluhr zeigt nicht mehr als 22.6 Grad an!! Schon seit Tagen *heul* *zeter* *jammer*

    Hinzu kommt noch ein rein genetischer Unterschied: Das unterschiedliche Temperaturempfinden zwischen dem X- und dem Y-Chromosom! Schon in der Steinzeit wärmte sich die bessere Hälfte in der gut temperierten Höhle, während der Ehegatte mit seinen Kumpanen draussen in der Kälte für Protein-Nachschub sorgte.

    Nun schwärmen sie wieder aus - die mit Temperaturmesspistole bewaffneten KNX-Integratoren - und werden zusammen mit den Heizungsfachleuten genötigt nachzuweisen, dass die Raumtemperaturregler auch das messen, was sie anzeigen, um zu beweisen, dass der "kalte Fussboden" zurecht "kalt" bleibt. Eben dann, wenn der Sollwert erreicht ist oder schlicht die korrekt ausgelegte Vorlauftemperaturkalkulation nicht mehr zulässt als "alle Ventile offen". Und trotzdem die Fussbodenoberfläche bei 22 Grad verbleibt!

    Auch wenn man den Damen das Merkblatt zum Thema Fussbodenheizung (Anhang) hinlegt, so werden physikalische Grundgesetze nahtlos und gnadenlos ignoriert. Wenn es den Damen zu kalt an den Füssen ist, so liegt das sicherlich nicht am fehlenden Beinkleid, sondern an der schnöden modernen Technik, die klar nicht für wohlige Wärme sorgt! Zudem ist "frierenden" Ladies mit logischen Erklärungen zu irgendeinem Thema prinzipiell nicht beizukommen. (Schon mal mit einer Lady am Christkindlsmarkt gewesen und auf die Pumps und leichten Söckchen geschaut? Da friert es einem beim hinschauen schon!)

    Nun kommen findige KNX-Integratoren auf den Dreh: Man könnte ja den minimalen Stellwert begrenzen auf z.B. 25% (MDT Heizungsaktoren)
    --> Somit bleibt das Ventil immer offen, auch wenn der Reglerstellwert kleiner als 25% sein sollte.
    Das Ziel dieser Aktion ist: Immer schön warmes Wasser durch die Fussbodenheizung laufen lassen.

    Der Nachteil dieser Aktion ist allerdings: Geregelt wird da nix mehr! Gespart wird da auch nix mehr! Und "besser warm" wird es damit auch nicht! Und wenn, dann nur in der kurzen Übergangszeit - unmerklich.

    Pech nur, dass der Heizungsaktor (MDT) bei 0% Reglerwert auch mit minimaler Stellwertbegrenzung auf 25% auf den Stellwert NULL geht und das doch tatsächlich thermoelektrische genannte Element dazu bewegt das Heizventil gänzlich zu schliessen!! Welche Frechheit!

    Die Frage, welche eben so ein findiger KNX-Integrator nun an meinen Kollegen gegeben hat:
    --> Kann man diese "NULL bei NULL" irgendwie umgehen?

    Ich denke nicht; denn es macht ja klar Sinn, dass bei z.B. 23 Grad Raumtemperatur die Fussbodenheizung abstellt, wenn 22.5 Grad eingestellt wurde am Regler.

    Was die Damen eben nicht glauben wollen ist, dass die normale gesunde Körpertemperatur eines femininen Homo Sapiens bei etwa 36,8 Grad liegt.
    Somit entsteht eine real existierende Temperaturdifferenz zwischen nackter weiblicher Fusssohle und einwandfrei geregelter Fussbodenoberfläche von 13,8 Grad! *brrr* *kalt* *Socken*

    Aber wer nichts weiss, muss alles glauben!

    Andererseits würde keine der Damen in ein Badewasser steigen, welches 23 Grad "warm" wäre! Denn alles was kälter, als die eigene Körpertemperatur von etwa 36.8 Grad ist, wird von der Haut als "kalt" empfunden.

    Wie soll nun eine Niedertemperatur-Wärmepumpe den Fussboden auf mehr als 36.8 Grad bringen in der kalten Jahreszeit? Ohne den Bodenbelag zu zerstören?

    Denn nach SIA-Norm ist die mittlere Raumtemperatur in Wohnräumen auf 20 Grad bei -8 Grad Aussentemperatur (Zürich) begrenzt!!
    In Bädern liegt diese bei 24 Grad bei -8 Grad Aussentemperatur! So wird die Heizleistung bemessen und daraus resultiert die Anschlussleistung der Wärmepumpe!!

    Nun könnten "schlaue Köpfe" ja meinen, dass mit der Aussentemperatur auch die mögliche Raumtemperatur linear ansteigt und rechnen dann mal kurz in der rechten Gehirnhälfte:
    Bei -8 Grad Aussentemperatur ergibt sich eine Raumtemperatur von 20 Grad
    --> Bei 2 Grad müssten ja dann 30 Grad möglich sein!!! Leider hat sich auch hier das allseits bekannte Milchmädchen verrechnet.

    Tja, da setzt es halt dann aus und die Synapsen greifen ins Leere; denn die Vorlauftemperatur der Fussbodenheizung wird in der Therme eben möglichst energiesparend berechnet. Steigt die Aussentemperatur -> Weniger Gesamtenergiebedarf (zum Halten der 20 Grad) erforderlich!! Das ist extrem sinnvoll, um einfach Energie zu sparen!! Denn warum soll die Wärmepumpe mehr Wärmeenergie vorhalten, als die zu erwartende Wärmemenge für den nächsten Tag?
    (Das wäre so, als würde man an der Ampel die ganze Zeit das Gaspedal durchdrücken, den Motor in Höchstdrehzahlen laufen lassen, gleichzeit voll auf der Bremse stehen und bei Grün die Bremse langsam locker lassen ohne das Gaspedal loszulassen, um langsam Geschwindigkeit aufzunehmen. Aktuell schalten moderne Autos den Motor ganz ab, wenn man länger hält. Warum wohl?)

    Man erinnere sich dunkel: Die Wärmeerzeugung ist das grösste Kuchenstück am Gesamtenergieverbrauch im schnöden Wohnhaus.
    Somit ändert sich die Heizkurve mit nichten linear, sondern passt sich dynamisch anhand der Aussentemperatur an die berechnete benötigte Wärmemenge an, um eben die 20 Grad gemittelte Raumtemperatur zu erreichen!

    Somit verbleibt die Fussbodenoberflächentemperatur im Mittel bei etwa 22 Grad Celsius unabhängig davon, ob gerade -8 Grad im Aussenbereich herrschen oder die Aussentemperatur sich im leichten Plusbereich befindet.

    Dies heisst aber auch leider im Umkehrschluss, dass die 20 Grad gemittelte Raumtemperatur nicht mehr erreicht werden kann, wenn die Aussentemperatur unter -8 Grad fällt!
    Weil dann die Heizkurve am unteren Limit anschlägt (eigentlich am oberen Limit der maximal möglichen Wärmeleistung).

    Das Gute an modernen Heizsystemen und der Niedrigenergie-/Minergie-Bauweise ist aber: Die Wärme bleibt im Haus (wegen der massiven Dämmung). Somit ist ALLES 20 Grad warm im Innenraum! Wirklich alles! Der Boden, die Wände, die Möbel, die Küchenplatte aus Granit! Alles!
    (Für die Quäker: Ja, oben an der Decke etwas wärmer als unten *blabla*)

    Weil es immer wieder Diskussionen um dieses Thema gibt, übersende ich Euch hiermit das Merkblatt der Suissetec zum Thema Fussbodenheizung.

    Das Merkblatt enthält auf Seite 2 auch Informationen zum Thema "Systeme ohne Einzelraumtemperaturregelung" bei Systemen mit Vorlauftemperaturen unter 30 Grad.
    --> Hier ist eine individuelle Einstellung der Raumtemperatur durch den Nutzer "schwierig".

    Mit besten Grüssen in die Vorweihnachtszeit
    Euer PeterPan

    Anhang:
    suissetec - Merkblätter
    Angehängte Dateien
    Smart Building Design GmbH (everything) - www.smart-building-design.com
    Smart Building Services GmbH (Onlineshop) - www.knxshop4u.ch
    Tapko Technologies GmbH (Sales DACH) - www.tapko.de
    SBS GmbH on FB - PeterPan on FB

    #2
    Ohne weiten Kommentar auf den Punkt getroffen

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      #3
      Gleich ausgedruckt und meiner Gattin als Lektüre hingelegt
      Gruß Matthias
      EIB übersetzt meine Frau mit "Ehemann Ist Beschäftigt"
      Meine Homepage - PN nur für PERSÖNLICHES!

      Kommentar


        #4
        Physikalische Zusammenhänge einfach erklärt...;-)
        Gut gelacht. Danke, Peter...

        Kommentar


          #5
          Danke Peter! Hatte vor einer halben Stunde erst die Komfort-Temperatur im Wohnzimmer um 1°C nach einer Diskussion erhöhen müssen!
          Die Vorgehensweise von Matthias werde ich auch so durchführen!
          Ingo

          Installation: HS4, Client9, Client19, TS3+, Hager Wetterstation, EHZ503, Rademacher X-Line, Zennio Quad, Helios-KWL-EC500pro EIB-Modul, Kathrein UFS922, ETA PU11, WR PIKO 5.5, Cleanpower, iPhone5S, iPad1+2

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            #6
            Alles richtig, allerdings,

            "Stellwert = 0, Ventil Zu" umgehe ich mit KNX Logiken:
            Stellwert<X% -> Aktor Zwang (X%)

            Das funktioniert, zumindest in meiner Heizkonstellation, wunderbar! Und auch mit den meisten Aktoren.

            Ist dann evtl. mal bisschen wärmer als an den ERR eingestellt, dafür immer warme Füße!

            Und trotzallem finde ich ERR sinnvoll, da bei ungenutzte Räumen die Temperatur abgesenkt werden kann. Das spart auf jeden Fall. (Die Heizkurve ist entsprechend den Führungsräumen angepasst.)

            Kommentar


              #7
              Zitat von PeterPan Beitrag anzeigen
              ..eines femininen Homo Sapiens..
              HPK *)



              *) Hunger, Pipi, Kalt
              Gruss
              GLT

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                #8
                Sehr schön, ich lege das meiner Lieblingskundin in jeden Raum.
                Frohes Fest.
                Gruss Torsten

                sigpic

                www.contrel.de

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                  #9
                  Immer wieder Dinge aus der Praxis... vor allem der Teil "(extrem teuere und hochgenaue) Conrad-/Tschibo-Digital-Thermometer mit Wetterstation und Digitaluhr zeigt nicht mehr als 22.6 Grad an" ...

                  letztens Zwei von den Dingern nebeneinander gestellt und sage und schreibe 1,5 Grad unterschiedlich gemessen

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                    #10
                    Vielen Dank Peter,

                    das Ringen nach Erklärungsversuchen hat damit (hoffentlich) ein Ende... ;-)
                    Ich glaube aber, daß ich mich nach meinem Vortrag gegen die schlussendlich Anmerkung "Is mir egal, ich hab trotzdem kalte Füsse..." trotzdem nicht wehren kann...

                    Gruss
                    PhilW
                    Google oder Wiki-Hilfe-Hinweise nehme ich nur an wenn sie mich total blamieren..... dann ertrage ich sie auch in Demut und Dankbarkeit;-)

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                      #11
                      Hallo miteinander

                      Zitat von PhilW Beitrag anzeigen
                      Ich glaube aber, daß ich mich nach meinem Vortrag gegen die schlussendlich Anmerkung "Is mir egal, ich hab trotzdem kalte Füsse..." trotzdem nicht wehren kann...
                      Genau das vermute ich auch. Hm...
                      Kind regards,
                      Yves

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                        #12
                        Danke !

                        Applaus Applaus !
                        Ein hoch auf den edlen Spender solch amüsanter Literatur. Hoch an fachlicher Kompetenz beweisst der Verfasser in seinem Werk eindrucksvoll seinen Sinn für Humor aber auch seine Nähe zum Publikum. Er greift dabei in einzigartiger Art und Weise Situationen des täglichen Lebens auf und verarbeitet diese auf eine allseits erheiternde aber auch erschütternde Szenerie. Ein grosses Werk an dem viele Generationen noch lange Freude haben.

                        Ein hoch auf Peter 😂

                        SUPER !
                        Viele Grüsse Helmut ... der BUSfahrer

                        "Wir die Willigen geführt von den Unwissenden, tun das Unmögliche für die Undankbaren. Wir haben so lange so viel mit so wenig getan, dass wir inzwischen in der Lage sind, alles mit nichts zu schaffen."

                        Kommentar


                          #13
                          Zitat von mistaburns Beitrag anzeigen
                          Ein grosses Werk an dem viele Generationen noch lange Freude haben.
                          Aber nur die Herren der Schöpfung

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von PhilW Beitrag anzeigen
                            Ich glaube aber, daß ich mich nach meinem Vortrag gegen die schlussendlich Anmerkung "Is mir egal, ich hab trotzdem kalte Füsse..." trotzdem nicht wehren kann...
                            Ist doch kein Problem. Lässt sich umsetzen. Heizkurve anpassen, Raumregler komplett auf und damit es nicht zu warm wird halt ein Fenster auf kipp um den Altbau zu simulieren, damit es nicht zu warm wird, aber der Boden ist dann warm.

                            Ob man sich das Leisten und mit der Umwelt vereinbaren kann, mag dann deine Frau entscheiden.

                            Ansonsten sei noch folgender Tipp gegeben:
                            In manchen Firmengebäuden werden wohl Raumregler an die Wand gehangen, ohne dass die eine Funktion haben. Die Mitarbeiter wissen es nur nicht. Schon der psychische Gedanke etwas gegen die für sich unpassende Raumtemperatur getan zu haben, hilft den Mitarbeitern sich wohler zu fühlen.

                            Lässt sich im KNX Haus doch einfach durch ein positives Offset der angezeigten Temperatur an Tastern/Visu realisieren. Die Tchibo Thermometer müssen natürlich alle verschwinden.

                            Gruß

                            Andreas

                            Kommentar


                              #15
                              Hi,

                              kann ich bei mir bestätigen: Ich habe für meine Frau die "Mach-Warm-Taste" eingerichtet (Stellt den Aktor von Standby auf Komfort), schön mit Feedback (rote Status-LED), nur leider vergessen, die GA mit dem Aktor zu verknüpfen.
                              Diese Taste tut ihren Dienst nun schon seit 2 Wochen, wird mit Begeisterung genutzt und es wird nicht gemeckert... (ja, ich werde irgendwann auch mal die GA verknüpfen, ich warte noch, ob sie irgendwann merkt, dass nichts passiert...)
                              Allerdings habe ich normale Heizkörper, keine FB-Heizung.

                              Gruß, Waldemar

                              Kommentar

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