Moin,
ich Sole-WP Besitzer stimme den falschen Preisen zu und weise auch drauf hin, dass eine WP in der Regel kühlen kann (und man durch die PV-Anlage quasi 8 Monate nichts zukauft und damit wieder die Preise nicht passen).
Am Ende war meine Anlage mit Kühlen und Bohrungen so teuer (und es gab nicht viel Förderung zu der Zeit), dass sie absehbar mit den Preisen zum Vertragsabschluss nicht Wirtschaftlich werden würde. - Ich hab mir gedacht, dass die Preise bei mehr Industrialisierung in weiteren Teilen der Welt steigen, aber so schnell wie jetzt nicht ... und ich wollte aus Umweltsicht nachhaltig heizen.
Zum Gaspreis: Dieser wurde in meinen Augen künstlich niedrig gehalten. Vom Verkäufer: Dieser hat Gas sehr günstig verkauft um Abhängigkeit zu schaffen und damit den Marktpreis ebenfalls gedrückt. Das wird vrsl. nicht mehr passieren. Und gleichzeitig wurde Strom künstlich teuer gehalten: Stromsteuer, Konzessionsabgaben und anderer Schnick, der auch auf Gas gehören würde.
Auch hab ich mal gehört, dass die Gasversorger / Stadtwerke bzgl. des Endkundennetz bereits Schmerzen haben. Die Erneuerung bzw. Neu-Erschließung ist so teuer, dass es sich für sie nicht mehr lohnt und sie tun es nur, weil sie es mehr oder weniger müssen. Das wird sich in meinen Augen auch verschärfen (Tiefbau-Kosten steigen, nun auch noch weniger Abnehmer).
Daher - wie hier auch schon gesagt: Es kommt drauf an. Einen Neubau mit Gas oder Öl auszustatten ist in meinen Augen Wahnsinn. Bestand nachzurüsten "kommt drauf an".
Und zum Austausch der Fenster: Soweit ich weiß ist es besser, wenn die Fenster als letztes getauscht werden und man dreifach-Verglasung nur mit KWL einbauen sollte. Weil sonst kondensiert es im Mauerwerk und nicht an den Fenstern. Aber die Idee ist richtig: Rohre isolieren, Zugluft beseitigen (beides oft recht günstig) sowie dann Dach & Wände isolieren. Und wenn man dann unter 50° VL bei Norm.-Außentemperatur ist, geht auch die Wärmepumpe so langsam.
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Hallo gowi
Deine Rechnung ist leider viel zu einfach. Nicht grundlegend falsch, aber nicht realistisch.
Das fängt schon mit den Preisen an. Warum nimmst du Zahlen aus 2021? Denkst du, die Preise werden sich "irgendwann" wieder auf dieses Niveau einpendeln? Wann ist dieses irgendwann? Morgen? In 100 Jahren? Aber klar, an irgendwelchen Zahlen muss man sich orientieren. Warum also nicht etwas aktuellere Zahlen nehmen?
Beispiel Strom: Ich zahle seit der EEG-Umlagen-Änderung bei Bürgerwerke für 100% Ökostrom exakt 27,4ct/kWh.
Beispiel Erdgas: Meine Eltern sind gerade etwas verzeifelt, weil sie aktuell 19,2ct/kWh für's Gas bezahlen. Da sind die seit Wochen angedrohten, apokalyptischen Preiserhöhungen in unbekannter Höhe noch gar nicht dabei. Gasumlage, allgemeine Preissteigerungen etc.
Schwupps, schon sind wir bei einem COP von etwa 1,43. Schafft jede Wärmepumpe. Eine Hoval Belaria Pro compact (Luft-Wasser) zum Beispiel hat nen SCOP (man beachte das S für Seasonal) von 5,3. QED.
Natürlich nicht! Da fehlen noch so einige Kriterien. Die Angabe SCOP ist eben nicht COP. Die 5,3 SCOP hat diese Pumpe bei "35 °C Vorlauf (EN 14825)". Die SCOP/COP Werte von Wärmepumpen füllen gerne mal 10-20 Seiten, je nach Szenario. Ob jetzt SCOP oder COP praxisnäher sind, da fragst 3 Leute und bekommst 5 Antworten.
Was willst du heizen? Einen unisolierten 200m² Betonbunker oder ein 100m² Niedrigenergiehaus oder...? Altbau oder Neubau? Fenster 2-fach oder 3-fach verglast? Fußbodenheizung, Wandheizung, 50 jahre alte Heizkörper, Heizleisten? Usw, usf.
Sprich - die ganze Rechnung wird erst dann interessant, wenn man möglichst genau weiß, was die eigenen vier Wände für einen Wärmebedarf haben.
Bei einem Neubau sollten solche Angaben heute Standard sein. Wer es nicht hat, holt sich einen Energieberater und läßt sich das sauber berechnen.
Ich habe z.B. für meine 21 Jahre alte Hütte neulich einen kommen lassen und mir einen sog. iSFP (individueller Sanierungs Fahrplan) erstellen lassen. Die kosten hierfür übernimmt übrigens zu einem großen Teil die BAFA.
Da sieht man dann auch schön, dass Maßnahmen wie Fenster tauschen etc. ganz schön viel bringen, wie MarkusF schon erwähnt hat.
Je nach Szenario KANN eine Wärmepumpe wirtschaftlich sein, MUSS aber nicht. Und da sind wir mal wieder beim Thema Wirtschaftlichkeit.
Muss denn immer alles wirtschaftlich sein? Kann ich es mir leisten oder nicht und was ist mir wichtiger? Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen oder mehr Geld in der Tasche? Das muss man sich schon auch fragen und für sich selbst beantworten.
Manche schauen halt NUR auf's Geld. Kein Vorwurf - nur ne Feststellung.
Eine noch tadellose Gasheizung zu tauschen ist natürlich wirklich zweifelhaft um nicht zu sagen Blödsinn. Dann lieber Fenster, Dach, Wände etc. prüfen, ob es da Verbesserungspotential gibt. Tatsächlich rennen viele jetzt panisch den Heizungsbauern die Bude ein und wollen eine WP. Damit ist eine WP aktuell auch für die nicht mehr zu bekommen, die ein sinnvolleres Szenario haben.
Unsere Flüssiggasheizung ist nun fast 22 Jahre alt. Ja, NOCH funktioniert sie. Aber die Defekte häufen sich. Der erste Wärmetauscher für Warmwasser ist bereits über den Jordan. Zum Glück hatten wir noch ein Ersatzteil, da wir vor 20 Jahren einen kaufen mussten, weil unser Wasser hier so kalkhaltig ist, dass man den Wärmetauscher mindestens einmal im Jahr professionell entkalken lassen musste. Der aktuelle ist also auch eine tickende Zeitbombe. Ersatz gibt es nicht mehr. Konsequenz wäre ein Umbau. Kostenvoranschlag: Rund 5000€ (kein Scherz). Andere Ersatzteile: Nicht mehr lieferbar oder horrend teuer. Die Wartung allgemein wird auch immer teurer. Und irgendwann muss man dann halt mal einen Schlußstrich ziehen. In meinem Anwendungsfall ist alles andere als eine Luft/Wasser WP Quatsch. Allerdings bekommt man aktuell eben schlicht gar nichts.
Ach ja: Ohne jetzt hier auch noch eine hitzige Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Förderungen lostreten zu wollen. Bis vor ein paar Tagen gab es für den Austausch einer Ölheizung durch eine WP mit vorliegendem iSFP 50% Förderung vom Staat. Hat sich nun geändert und ist weniger, aber immer noch dramatisch viel. Wer also auf's Geld schauen will und/oder muss, sollte sich da mal schlau machen.
Fazit: Deine Rechnung ist nicht grundsätzlich falsch, aber nicht zu Ende gedacht.
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Der Speicher hat 22,1kWh.Zitat von Hennessy Beitrag anzeigen
Wie gross ist der Speicher?
Die Wirtschaftlchkeit von Speichern steht auf einem anderen Blatt. Da wir ein dazu noch Elektroauto haben wird es sich im Gesamten in zehn Jahren tatsächlich rechnen. Sinnvoller wäre es allerdings wenn ich im Sommer die Restkapazität von ca. 20 - 40% die öftmals im Speicher bleiben in der Nacht bei Bedarf einspeisen dürfte. Soweit sind wir aber noch nicht. Die Anschaffung kostet natürlich auch Geld. Der Komfort ist es uns aber wert.
Ich empfehle daher auch meistens sich vorher Gedanken um geeignete Ummfeldmaßnahmen zu machen und sich dann die Beschaffung einer WP zu überlegen. Aber auch Heizlüfter verkaufen sich gerade wie geschnitten Brot.Zitat von MarcusF Beitrag anzeigenWas ich aber nicht verstehen kann, wieso die Leute jetzt panisch ihre vorhandenen und vermutlich immer noch guten Gas-Brennwertheizungen rauswerfen wollen, nur um ne Menge Geld in eine (vermutlich dann nicht so effizient laufende) WP zu stecken. Das Geld investiert man besser in Dämmung, neue Fenster und nen vernünftigen Abgleich der Heizung.
Man muss sich auch fragen, wann eine WP wirtschaftlich ist. Ist sie wirtschaftlich, wenn sie günsiger als die Gasheizung ist? Oder die Ölheizung? Oder die Feuerstelle in der Höhle?
Momentan sind wir bspw. sehr glücklich über die Kühlfunktion die sich dank der PV sehr sehr günstig betreiben lässt.
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Man darf in der ganzen Berechnung nicht vergessen, dass gerade Gas in der Vergangenheit von unseren "Oberen" und gerade wegen der auch noch geplanten Liefermöglichkeiten aus Russland (Nordstream und Nordstream 2 hätte ja noch kommen sollte) der favorisierte Energieträger war und somit auch günstiger als andere Energieträger zur Verfügung stand.
Der Vergleich war deshalb in der Vergangenheit etwas unausgewogenen.
Wie oft hatte ich die letzten Jahre die Diskussion von-wegen wie dumm ich doch wäre mit einer WP und Strom zu heizen wo doch eine Gastherme in der Anschaffung wesentlich günstiger ist und ich trotz PV ungefähr bei den selben Verbrauchspreisen raus komme.
Mein Antwort war dazu immer: Aktuell mag das sein, auf Lange Sicht wird sich das ändern.
Womit ich wohl recht hatte, wobei ich primär nicht an einen Krieg, sondern mehr an Zwangsmaßnahmen bezüglich Energiewende gedacht hatte.
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8 kWp ist halt auch sehr wenig. Auf ein normales EFH passen wesentlich mehr, wenn man die ganze Dachfläche belegt. Und den überschüssigen Strom im Sommer kann man an die Franzosen verkaufen, wenn denen wieder reihenweise ihre tollen AKWs abkacken. Ich wollte eigentlich dieses Jahr ne PV aufbauen, vorher war halt das Geld etwas knapper, aber das kannst zur Zeit natürlich vergessen. Geplant habe ich 15 kWp Südausrichtung und 10 kWp nach Norden, damit sollte im Winter schon was gehen. Und mit ner WP kann man sich den unrentablen Speicher komplett sparen.
Wir haben von Anfang an auf eine WP gesetzt (Sole/Wasser mit Erdkollektor). Im Neubau hat die schon noch andere Vorteile gegenüber einer Gasheizung:
- Kein Kamin notwendig (sind gleich ein paar Tausender, wenn man kein häßliches Plastik- oder Stahlrohr an der Fassade will)
- Damit auch kein Kaminkehrer, der die Hand aufhält
- Kein Gasanschluss zu bezahlen, keine Grundgebühr
- Keine Wartung (läuft jetzt seit 13 Jahren völlig störungsfrei)
- Kann im Sommer sehr preiswert kühlen
Meine Vaillant, und das ist nun kein Hocheffizienzmonster, schafft beständig eine JAZ von 4 übers ganze Jahr, inklusive WW-Bereitung. COP ist für Wirtschaftlichkeitsrechungen uninteressant, weil die standardisierten Rahmenbedingungen nur zum Vergleich zwischen verschiedenen WP dienen sollen.
Was ich aber nicht verstehen kann, wieso die Leute jetzt panisch ihre vorhandenen und vermutlich immer noch guten Gas-Brennwertheizungen rauswerfen wollen, nur um ne Menge Geld in eine (vermutlich dann nicht so effizient laufende) WP zu stecken. Das Geld investiert man besser in Dämmung, neue Fenster und nen vernünftigen Abgleich der Heizung.
Die meisten, die damals gebaut haben, haben ne Hütte nach damaligem EnEV-Mindeststandard hingestellt und das sind die ganzen Bautrügerpaläste auch heute noch. Wir haben KfW-40 sogar noch unterboten. War zwar teurer, aber heute lache ich die anderen natürlich aus.
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Wie gross ist der Speicher?Zitat von smartflo Beitrag anzeigen13kwP Südausrichtung + Speicher Produzuiert.
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Also meine PV Anlage deckt von Oktober bis April gerade so die Wohnung ab. Ohne Heizung und ohne Warmwasser, wie gesagt.
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Wir haben im Januar 160kW/h (99% Eigenverbrauch) und im Februar 482 kW/h (88% Eigenverbrauch) mir unser 13kwP Südausrichtung + Speicher Produzuiert.
Im März waren es schon 1483kWh und 59% Eigenverbrauch und 70% Autarkie. Im Februar und März und auch im April ist es doch noch kalt oder nicht?
Warum wird immer so getan als wenn die Anlage bis von Oktober bis Mai nichts produziert?
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Nicht persönlich nehmen, aber das ist ein grund mehr, den quad client zu lieben
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KNXler sind und bleiben keine Webentwickler oder Grafiker.
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Hör ein paar Bilder…
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Meine Frage ist eher: Was ist an meiner Rechnung im Ursprungsposting falsch? Denn danach wäre eine WP ja eigentlich immer unwirtschaftlich, wenn man sie mit Netzstrom betreibt.
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Wir haben seit 2009 eine Wärmepumpe. Als Wärmequelle haben wir Erdsonden bohren lassen. 4 Stück a 60m tief in 6 m Abstand. Da es Doppelrohrsonden sind hat jede Sonde 240m Rohrlänge + Querleitungen kommen wir auf 1000 m Gesamtrohrlänge.
In 2009 war die Ersparnis von den Betriebskosten her 30% günstiger als Öl.
Habe alles schön mit KNX visualisiert, so dass ich immer Überblick habe… Bild folgt…
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Pv Anlage und Wärmepumpe finden viele geil.. Also bei mir ist es im Winter kalt. Da muss ich heizen und da reicht neuen 8kwp Pv Anlage noch nicht mal für meine Wohnung.. Da fallen 3-8kwh ab. Im Sommer sind das gerne 40-50kwh.
Also brauche ich für dieses PV - Wärmepumpen Hirngespinst, von dem ich dauernd höre. Eigentlich eine 40-60kwp Pv Anlage damit ich im Winter auch was davon habe?? Und im Sommer mache ich dann genau was damit? 🤪
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Da gibt es genügend Wirtschaftlichkeitsberechnungen von verschiedensten Herstellern und Förderstellen, auch hinsichtlich aktueller Preisentwicklung.
Ansonsten denke ich bist mit dieser Frage besser im Haustechnik Forum aufgehoben…
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