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Bedarfsgeführte Heizungsregelung mit Gira X1

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  • MatthiasS
    antwortet
    Sehr schönes Projekt! Ich hatte/habe zwar eine Gastherme mit derartigen Möglichkeiten (früher Buderus FM446, jetzt KNX10), zu meiner Schande muss ich aber gestehen, dass ich das nach Umbau noch nicht angegangen bin. Dein Projekt ist jetzt der nötige Anstoß!

    PS: Was die Entgleisung betrifft, so lassen wir das nicht ungeahndet stehen.

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  • dalbuschat
    antwortet
    hyman Vielen Dank für deinen ausführlichen Beitrag. Ich habe ihn noch nicht komplett durchgearbeitet, werde das aber noch machen. Ich verfolge die engere Kopplung von RTR und der zentralen Heizung auch mit Spannung, sehe aber im Markt in der Richtung irgendwie keine nennenswerte Entwicklung (stecke aber vielleicht auch nicht tief genug im Thema drin).

    Und großen Respekt dass du dich gegenüber den Nutzern, die sich so unangemessen ablässig geäußert haben, sachlich geblieben bist. Große Klasse!

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  • CBMOD
    antwortet
    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    Und welchen Vorteil hat es ggü. meiner Formel?
    Keinen Vorteil.
    Aktuell habe ich mittels Außentemperatur bei überschreiten der 18C abgeschaltet, bei unterschreiten der 16C zugeschaltet. (18C war reiner Erfahrungswert)
    Was manchmal manuellen Eingriff erforderlich machte, da eben der Wert durch Sonneneinstrahlung die Anlage abschaltete und viel zu spät wieder zuschaltete.
    (da das ganze ja nicht Bedarfsorientiert war)

    Mit der Änderung würde ich auch in Zukunft eben nur anhand der AT abschalten.
    Durch die Verknüpfung mit dem voraussichtlichen max. Wert schalte ich aber nur ab wenn auch das Internet sagt, das es warm wird.

    Aber richtigen Sinn macht es natürlich, auch abzuschalten wenn in Vergangenheit kein ausreichender Bedarf da war.
    Zuschalten würde die Anlage ja wieder automatisch bei ermittelten Bedarf.
    Vielleicht ergänze ich es ja doch noch....

    Aber erst will ich mal starten - aktuell läuft Beobachtungsphase ohne Weitergabe der Sollwerte auf den VL Regler.
    Rein vom Gefühl sehen die errechneten Werte für VLBedarf aber schon sehr gut aus!

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  • hyman
    antwortet
    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    Ich ändere nur die Umschaltung nach Sommerbetrieb ab zu:
    "OpenWeatherMap-Wettervorhersage" UND "Aussentemp_gemessen >= 18C"
    das dürfe für meine Anforderung ausreichend sein.
    Und welchen Vorteil hat es ggü. meiner Formel? Die 18 Grad sind sehr willkürlich. Wer sagt Dir, dass die stimmen -- und unabhängig von möglicher Sonneneinstrahlung sind? Und sagtest Du nicht, dass Dein Außentemperaturfühler bei sonnigem Wetter zeitweise zu hohe Werte liefert? Und dass Du ihn deshalb nicht für die Sommer-/Winter-Umschaltung geeignet findest?
    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    Dadurch unterdrücke ich die Abschaltung wenn der Außentemperatursensor mal wieder nur die kurzfristige Sonneneinstrahlung misst.

    Das andere hast Du richtig verstanden.
    Zuletzt geändert von hyman; 03.01.2022, 13:36.

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  • CBMOD
    antwortet
    Danke für die Info - soweit alles verstanden

    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    Daher verstehe ich nicht, welches Problem Du überhaupt glaubst lösen zu müssen.
    Sorry - etwas unglücklich geschrieben. Das ist kein Problem Deinerseits.
    Ich ändere nur die Umschaltung nach Sommerbetrieb ab zu:
    "OpenWeatherMap-Wettervorhersage" UND "Aussentemp_gemessen >= 18C"
    das dürfe für meine Anforderung ausreichend sein.

    Da ich noch nicht komplett durch bin noch eine aktuelle Frage zu der RTR Stellgröße:
    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    Die so ermittelte Vorlauftemperatur wird nur angewendet, wenn mindestens ein RTR eine Stellgröße von 100%
    Das bezieht sich auf TVS aus Heizkurve (Ausgang1) - oder?
    Ansonsten wird der Wert:
    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    endgültige Vorlauftemperatur, die irgendwo zwischen denen aus den ersten beiden Formeln liegt
    verwendet - sofern die Heizperiode natürlich aktiv.

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  • hyman
    antwortet
    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    Hier würde ich anstatt Ausgabewert 0.0 gleich 7.0 ausgeben - als Frostschutz Vorgabe
    Das ist eigentlich egal. Wenn keine Heizperiode ist, besteht weder Frostgefahr noch wird die Vorlauftemeratur jemals unter 7 °C fallen.

    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    aber auf was bezieht sich die feste 20.0? ... Außentemperatur Abschaltvorgabe?
    Das ist die Außentemperatur ab der kein Komfortverlust der Welt mehr die Heizung in den Winterbetrieb bekommt, weil das Haus dann kaum noch Wärme verliert und sich also aufgrund des Wärmeeintrags durch die Bewohner und Elektrogeräte von allein langsam aufheizt.

    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    Hier werde ich auf den Rückblick des vergangenen Heizbedarf verzichten.
    Dann musst Du halt mit einer kruden Schätzung des sonstigen Wärmeeintrags leben. Das wollte ich nicht, sondern genau dann abschalten, wenn kaum noch Heizbedarf besteht.

    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    Dadurch unterdrücke ich die Abschaltung wenn der Außentemperatursensor mal wieder nur die kurzfristige Sonneneinstrahlung misst.
    Tamax stammt nicht vom Außentemperatursensor, sondern von der OpenWeatherMap-Wettervorhersage für die nächsten 18 Stunden. Und Tvsmax wird von ein paar Stunden falscher Außentemperatur wegen Sonneneinstrahlung nicht wirklich beeinflusst, weil er ja mehr von der minimalen Außentemperatur abhängt. Daher verstehe ich nicht, welches Problem Du überhaupt glaubst lösen zu müssen.
    Zuletzt geändert von hyman; 02.01.2022, 19:18.

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  • CBMOD
    antwortet
    Hallo hyman,

    ich beschäftige mich gerade mit Teil 1 der bedarfsgeführten Regelung.
    Ich habe ja bereits vor der Heizperiode die Viess... Steuerung abgeklemmt und den Vorlauf mittels KNX Regler angesteuert.
    Dabei habe ich die Vorlauftemperatur mittels Betriebsarten Frostschutz, Nacht, Standby, Komfort vorzugeben.
    Leider zu naiv gedacht, eine reine Führungsraumsteuerung wäre einer Witterungsgeführten Steuerung vorzuziehen.
    Auch eine Logik den VTSoll über Heizbedarf mehrerer Räume zu erhöhen ist zwar besser aber noch nicht perfekt.
    Aber kurz gesagt - ist es auch nicht das richtige.
    Deshalb übernehme ich mal Deine Gedanken in meinen vorhandenen IO-Broker als Script Steuerung.
    Aber keine Angst - seit der Reglerumstellung auf KNX - habe ich als Ausfallsicherheit neben der Heizung einen einfachen Schalter mit "Heizung AUS" und "Heizung EIN". Dahinter bekommt der KNX Regler zwei feste Soll Temperaturen von 7 Crad und 52 Crad vorgegeben.
    Falls die Logik ausfällt. Zudem geht's ja auch über die Visualisierung die Soll Temp vorzugeben. Somit bleibt's warm im Haus.

    Jetzt aber ein paar Fragen und Überlegungen...
    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    Formel 5 ermittelt anhand von Heizperiode ("Winterbetrieb") und finaler Vorlauftemperatur, ob die Heizung laufen soll (Ausgabewert aus Formel 3 gerundet auf 0.25 Grad) oder abgeschaltet werden soll (Ausgabewert 0.0):
    ({Heizperiode:B} && ({Bedarf} >= 5.0) && (_out3_ >= _out4_)) ? (Math.Round(_out3_ * 4.0) / 4.0) : 0.0
    Hier würde ich anstatt Ausgabewert 0.0 gleich 7.0 ausgeben - als Frostschutz Vorgabe

    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    Formel 4 schaltet auf Winterbetrieb, wenn sie true ergibt. Das geschieht, wenn der Komfortverlust in den (unbeheizten) Räumen zu hoch wird. Dabei hängt der akzeptable Komfortverlust auch von der demnächst erwarteten Außentemperatur ab. Ist sie niedrig, wird weniger Komfortverlust akzeptiert:
    _out3_ > (1.0 - (20.0 - {Tamax:N}) / 12.0)
    Die Tamax ist ja die zu erwartende max. Außentemp - aber auf was bezieht sich die feste 20.0? Raumtemperatur oder Außentemperatur Abschaltvorgabe?
    Würde dann gleich auf die entsprechende Vorgabevariable verweisen.

    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    Formel 5 schaltet auf Sommerbetrieb, wenn sie true ergibt. Das geschieht, wenn entweder der Heizbedarf in den letzten 18 Stunden sehr gering war oder wenn die Außentemperatur voraussichtlich demnächst über 20 Grad steigen wird:
    ( (_previousOut6_ && {Tvsmax:N} < 27.0) ) || ({Tamax:N} > 20.0)
    Hier werde ich auf den Rückblick des vergangenen Heizbedarf verzichten.
    Dafür die Umschaltung auf Sommerbetrieb lieber mit dem Außentemp und der max. zu erwartenden Max Temp verknüpfen.
    Dadurch unterdrücke ich die Abschaltung wenn der Außentemperatursensor mal wieder nur die kurzfristige Sonneneinstrahlung misst.

    Gruß und allen noch ein gesundes neues Jahr!
    Zuletzt geändert von CBMOD; 02.01.2022, 13:20.

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  • hyman
    antwortet
    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
    Folglich ist deine Aufforderung zum Ignorieren anderer Meinungen absolut falsch, sofern es auf einer sachlichen Diskussionsebene beruht (was es hier definitiv ist).
    Naja, es gab schon auch unsachliche Kritik. Aber ich kann mir ja aussuchen, was ich hilfreich finde und was nicht.

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von CBMOD Beitrag anzeigen
    Hallo hyman,
    Auf die Kritiker solltest Du am besten gar nicht mehr Antworten.
    Wenn sich niemand Gedanken über andere Lösungen machen würde, hätten unsere Autos noch keine Bremslichter… wenn wir überhaupt Autos hätten.
    Wenn es keine Kritiker gäbe, wäre unsere Energieversorgung heute noch Gleichstrom.
    Andere Meinungen zu unterdrücken, ist der Stillstand jeden Fortschritts.

    Ich habe auch kritisiert, was die (Betriebs-)Sicherheit anbelangt. Das ist dankend angenommen und schon umgesetzt worden. Für diesen konstruktiven Meinungsaustausch kann ich mich bei hyman nur bedanken. Bisher war das für beide lehrhaft.

    Folglich ist deine Aufforderung zum Ignorieren anderer Meinungen absolut falsch, sofern es auf einer sachlichen Diskussionsebene beruht (was es hier definitiv ist). Zumal er hier sein Projekt vorgestellt hat und sich dabei bewusst sein muss, dass es nicht nur von allen Seiten beklatscht wird.
    Daher finde ich den Teil deines Beitrag eher in Hinblick auf den Sinn und Zweck eines solchen Forums unangebracht.

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  • hyman
    antwortet
    Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
    In "meinen" Anlagen gibt es keinen Führungsraum (mehr), nachdem die ersten Versuche scheiterten.
    Naja, da meiner nicht gescheitert ist, gibt es bei mir immer einen Führungsraum -- mit fliegendem Wechsel. Es ist nun mal so, dass es immer einen Raum mit dem aktuell höchsten Heizbedarf gibt. Und nach dem soll sich die angebotene Heizleistung richten. Tut sie das nicht, kommt es entweder zu Komfortverlust (Heizleistung zu gering) oder zu Energieverschwendung (Heizleistung zu hoch).

    Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
    Für ein ein paar Grad wärmeres Badezimmer z.B. jongliere ich nicht mit der VorlaufT°, sondern dort wurde ein etwas größerer Heizkörper relativ zur Raumfläche installiert.
    Das ist wahrscheinlich sinnvoll, in meinem Bad aber nicht ohne Weiteres umsetzbar. Deshalb denke ich da eher über eine bessere Wärmedämmung nach.

    Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
    Zur Dimensionierung der Heizkörper in meinem Heim: Ihre Frontfläche ist mindestens 10% bis 15% so groß wie die Raumfläche. Aus wirtschaftlichen Motiven kleinere Heizkörper zu installieren ist Sparen an der falschen Stelle. Schon mal nachgemessen?
    Meine sind sicher kleiner. Wollte ich das ändern, müsste ich erheblich umbauen.

    Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
    Zur Aufzeichnung des T°verlaufes in der Grafik: Bei 80% Öffnung des Ventils steigt die RaumT° innerhalb von drei Stunden um geschlagene 2 K. 80% Öffnung bedeuten nach den standardisierten Formeln etwa 96% Mediumdurchsatz. Nach oben ist keine Reserve mehr verfügbar, so daß per Heizung eine RaumT° von 22 °C überhaupt nicht zu erreichen ist.
    Da zu der genannten Zeit das Wohnzimmer der Führungsraum ist, besteht die Reserve nicht in mehr Ventilöffnung (das Ventil ist ohnehin zwangsgeöffnet), sondern in mehr Vorlauftemperatur. Würde der RTR mehr Heizleistung anfordern oder wäre es draußen kälter, bekäme er die auch. Für mich ist eine Aufheizzeit von Nachtabsenkung auf 0,2 °C unter Solltemperatur in ca. 2h akzeptabel. Man muss dabei berücksichtigen, dass der Temperaturfühler weit weg von den Heizkörpern ist. Wenn der also eine Temperatur anzeigt, dann hat die der ganze Raum (oder der Bereich um die Heizkörper ist sogar etwas wärmer).

    22 °C brauche ich nicht, 20 reichen mir. 22 °C wären aber technisch auch kein Problem, wenn sie gewünscht wären.

    Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
    Welche Art von Heizung ist in dem Raum installiert, wie hoch sind Vor- und RücklaufT° des Wärmeträgers und wie ist der für den Raum zuständige PID-Regler parametriert?
    In dem Raum sind drei Konvektoren neuerer Bauart verbaut. Bei der morgendlichen Aufheizung zwischen 6:30 Uhr und 9:00 Uhr lag die Vorlauftemperatur zwischen 45..50 °C (vom RTR abgeregelt). Die Rücklauftemperatur lag etwa 8 K darunter. Die Heizkurve hat zur gleichen Zeit ca. 57 °C als Obergrenze für die Vorlauftemperatur festgelegt. Der Regler ist ein PI-Regler mit Proportionalbereich 2,5 K und Nachstellzeit 1h. Ich wunder mich selber, dass der nicht schwingt...
    Zuletzt geändert von hyman; 29.12.2021, 08:14.

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  • CBMOD
    antwortet
    Hallo hyman,

    ich finde Dein Projekt sehr interessant!
    Werde mich mal näher einlesen ob ich das auch so umsetzen kann.
    Auch bei mir war eine alte „Zentra“ aktiv die ich dann gegen eine modernere Viess… eintauschte. Diese hatte einige Probleme und war nicht die gute Wahl! (kann ich gerne mal erläutern - gehört hier aber nicht her)
    Als ich dann auf einen Holzvergaser mit Puffer wechselte wollte ich eine „moderne“ Steuerung.
    Leider gab es keine entsprechende die mein Installateur mir anbieten konnte.
    Hier ist eigentlich schon der erste Fehler:
    Der Heizungsinstallateur steckt alles an was einen Stecker hat…, wenn nicht brauchst einen Elektriker!
    Die meisten davon können nicht mal einen Temperatursensor mit einen Multimeter messen.

    Auf die Kritiker solltest Du am besten gar nicht mehr Antworten.
    Wenn sich niemand Gedanken über andere Lösungen machen würde, hätten unsere Autos noch keine Bremslichter… wenn wir überhaupt Autos hätten.

    Gerade bei meiner Holzvergaser/Pufferheizung ist es wichtig, die Vorlauftemperatur möglichst niedrig zu halten um unnötige Auskühlung des Puffers zu verhindern. Jedes Crad weniger bringt mir eine längere Ruhezeit zwischen den Heizzeiten.
    Zu niedrig aber auch geringen Komfort beim aufheizen - z.B. nach dem Lüften

    Und… wenn der Bus ausfällt - funktioniert auch die Einzelraumregelung nicht mehr 😉
    Aber bei wem fällt der Bus schon aus?

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  • rosebud
    antwortet
    In "meinen" Anlagen gibt es keinen Führungsraum (mehr), nachdem die ersten Versuche scheiterten. Jeder Raum hat dieselbe Autorität. Für ein ein paar Grad wärmeres Badezimmer z.B. jongliere ich nicht mit der VorlaufT°, sondern dort wurde ein etwas größerer Heizkörper relativ zur Raumfläche installiert. Den Rest erledigt die ERR.
    Zur Dimensionierung der Heizkörper in meinem Heim: Ihre Frontfläche ist mindestens 10% bis 15% so groß wie die Raumfläche. Aus wirtschaftlichen Motiven kleinere Heizkörper zu installieren ist Sparen an der falschen Stelle. Schon mal nachgemessen?
    Zur Aufzeichnung des T°verlaufes in der Grafik: Bei 80% Öffnung des Ventils steigt die RaumT° innerhalb von drei Stunden um geschlagene 2 K. 80% Öffnung bedeuten nach den standardisierten Formeln etwa 96% Mediumdurchsatz. Nach oben ist keine Reserve mehr verfügbar, so daß per Heizung eine RaumT° von 22 °C überhaupt nicht zu erreichen ist.
    Indiskrete Fragen: Welche Art von Heizung ist in dem Raum installiert, wie hoch sind Vor- und RücklaufT° des Wärmeträgers und wie ist der für den Raum zuständige PID-Regler parametriert? Hat zwar nix mit KNX zu tun, interessiert mich dennoch.

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  • hyman
    antwortet
    Ich hab mir mal anhand der Anregungen in der obigen Diskussion Gedanken über bessere Ausfallsicherheit gemacht. Im ersten Schritt wollte ich erreichen, dass
    • unplausible Werte vom Temperatursensor anhand eines Vergleichs mit Werten aus dem Internet auffallen und ggf. durch diese ersetzt werden,
    • und dass ein Ausfall der Internet-Wetterdaten zu Null Sonnenaufschaltung führt
    Damit müsste der Temperatursensor UND Internet gleichzeitig ausfallen, um den Regler mit grob falschen Eingangsdaten zu füttern.

    Beide Wetterabfragen, die ich verwende (OpenWeatherMap und eine lokale im Internet verfügbare Wetterstation) haben dazu folgende Logik zusätzlich spendiert bekommen (die hervorgehobene Formelberechnung und die Bausteine dahinter bis zum neuen Ausgang):

    Heizungsregelung17.png

    Die Formelberechnung hat folgende zwei Formeln:
    • Formel 1 schickt immer dann true, wenn eine gültige Antwort zurück kommt, ansonsten (keine Antwort, Antwort zu kurz) schickt sie nichts:
      ({Antwort:S}.Length > 100) ? (bool?)true : null
    • Formel 2 negiert dieses, um bei gültigen Antworten den Reset (vom Watchdog) am RS-Flipflop wieder weg zu nehmen:
      !_out1_
    Der Wert aus Formel 1 setzt das RS-Flipflop auf 1, wenn eine gültige Antwort ankommt. Der Watchdog setzt das RS-Flipflop nach 35 Minuten ohne gültige Antwort (3 ausgefallene Antworten) zurück auf 0.

    Einfacher wäre das gewesen, wenn der "HTTP Web Request"-Baustein seinen Fehlercode nach erfolgreichem Request wieder auf Null setzen würde.

    Mit diesen beiden Werten, den Ergebnissen aus den beiden Internet-Wetterabfragen und den lokalen Sensordaten kann dann folgender Check aller für die Heizungsregelung wichtigen Daten gemacht werden:

    Heizungsregelung18.png

    Die Formeln im Einzelnen:
    • Formel 1 stellt fest, ob die Internet-Wetterdaten alle aktuell sind:
      /* Inet-Wetter OK */ {isOWeatherMOk:B} && {isWetterBbOk:B}
    • Formel 2 legt anhand der Internet-Wetterdaten die obere Schranke für plausible Temperaturwerte fest:
      /* Ta obere Grenze */ Math.Max({OWTa:N}, {BBTa:N}) + 2.0
    • Formel 3 legt in gleicher Weise die untere Schranke fest:
      /* Ta untere Grenze */ Math.Min({OWTa:N}, {BBTa:N}) - 2.0
    • Formel 4 ermittelt mit diesen Schranken, ob der Temperaturwert des lokalen Sensors plausibel (0) ist oder nicht (4):
      /* Ta unplausibel */ ({LocTa:N} > _out2_) || ({LocTa:N} < _out3_) ? 4 : 0
      Wir geben hier kein bool aus, sondern direkt einen bitcodierten Wert, der in Formel 8 weiter verarbeitet wird.
    • Formeln 5 bis 7 desgleichen für die relative Luftfeuchte:
      /* rFa obere Grenze */ Math.Max({OWrFa:N}, {BBrFa:N}) + 15.0
      /* rFa untere Grenze */ Math.Min({OWrFa:N}, {BBrFa:N}) - 15.0
      /* rFa unplausibel */ ({LocrFa:N} > _out5_) || ({LocrFa:N} < _out6_) ? 2 : 0
    • Formel 8 bastelt aus diesen bits und denen, die direkt aus dem Temperaturcontroller arcus-EDS SK08-T8 für die dort angeschlossenen Sensoren kommen, ein Bitfeld, das für jeden ausgefallenen Sensor an einer bestimmten Bitposition eine 1 enthält:
      /* Bits zusammenfügen */ ((({Short:I} & 0xFF) | ({Open:I} & 0xFF)) << 3) | _out4_ | _out7_ | (_out1_ ? 0 : 1)
      Die nachfolgende Logik mit dem Textformatierer gibt für die Störung mit der höchsten Priorität einen entsprechenden Text aus; dazu verwendet der Textformatierer folgende Formatvorlage:
      {Status:I|8..=Sensoren Heizzentrale prüfen|4..=Außentemperatur-Sensor prüfen|2..=Außenfeuchte-Sensor prüfen|1..=Internet-Verbindung prüfen|0=OK|..<0=Fehler}
    • Formel 9 benutzt die Plausibilitätswerte, um einen möglichst ausfallsicheren Temperaturwert zu generieren. In der Regel stammt der vom lokalen Sensor. Liefert dieser aber unplausible Werte (was auch daran liegen kann, dass er zu lange keine neuen Werte geliefert hat), wird stattdessen der Mittelwert aus den beiden Internet-Werten genommen (wenn die gültig sind):
      /* Ta ausfallsicher */ (_out1_ && (_out4_ > 0)) ? (({OWTa} + {BBTa}) / 2) : {LocTa}
    • Formel 10 stellt fest, ob irgend eine Sensorstörung vorliegt, um diese mittels der nachfolgenden Logik in der Visu anzuzeigen, wenn sie länger als eine Stunde bestehen bleibt:
      /* Sensorstörung */ _out8_ != 0
    Bleibt noch, die Sonnenaufschaltung gegen Ausfall der Internet-Wettervorhersagedaten zu sichern. Dazu habe ich die Berechnung aus Beitrag #3, vorletztes Bild, etwas erweitert und in eine Formelberechnung gepackt:

    Heizungsregelung19.png

    Die beiden Formeln lauten:
    • Formel 1: {isInetWeatherOk:B} ? (-1.5 * {Sonnenwärme:N}) : 0.0
    • Formel 2: _out1_ + {WEZSollTemp:N}
    Sie tun damit dasselbe, wie die beiden Einzelbausteine vorher, nur dass eben ohne aktuelle Internet-Wetterdaten die Absenkung immer Null ist.

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  • hyman
    antwortet
    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
    bleiben nur die Übertragungsverluste im Rohrsystem, und selbst die bleiben innerhalb der thermischen Hülle.
    Nur ist halt meine thermische Hülle nicht wirklich eine. Keller Stahlbeton ungedämmt. Außenwände 24cm Poroton, und da laufen teilweise die Rohre in der Wand. Wenn ich Vollwärmeschutz samt Perimeterdämmung hätte, wäre das was anderes.

    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
    Solange der kälteste Raum Wärmebedarf hat, regelt sich die Vorlauftemperatur nach deinem Konstrukt hoch
    Die Vorlauftemperatur wird bedarfsgeführt gegenüber der Heizkurve immer nur runter gerechnet, nie hoch. Die Heizkurve ist so eingestellt, dass die morgendlichen Aufheizung nach Nachtabsenkung in vernünftiger Zeit erfolgt.

    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
    Neue Regler mitteln zum Beispiel die Außentemperatur über mehrere Stunden und regeln danach. Das wird dein analoger Regler aus den 80ern nicht gemacht haben
    Natürlich hat er das gemacht. Das war auch schon in den 80ern bei den besseren Reglern Standard -- nur dass die damals nicht jeder verbaut hat. Ich hab den auch selber Anfang der 90er nachgerüstet.

    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
    Achso: im Obergeschoss ist KNX noch nicht vollumfänglich eingezogen, da erfolgt die Raumtemperaturregelung immer noch mit den klassischen Kapilarrohr-Drehreglern direkt am Ventil...
    Solche gibt's bei mir auch noch ... bisher nur zwei Räume KNX, ein weiterer in Arbeit.

    Zitat von rosebud Beitrag anzeigen
    Aus Ihrer Angabe, daß bei zu hoher VorlaufT° die RaumT° höher wird als gewünscht, schließe ich, daß die RaumT°regelung instabil und jenseits von Gut und Böse PID-parametriert ist.
    Oben schrieb ich, dass ...
    Zitat von hyman Beitrag anzeigen
    ... der RTR allein aufgrund der Trägheit der Heizungsanlage gar nicht in der Lage ist, schnell genug hinterher zu regeln.
    Daraus wird dann in Deiner verkürzenden Verallgemeinerung ein falsch parametrierter Regler. Auf der Basis ist eine sinnvolle Diskussion natürlich schwierig. Schwankende Vorlauftemperaturen regelt der Regler im Wohnzimmer übrigens mit einer Genauigkeit von 0.2 °C typ. aus: Jeden Tag zwischen 18:00 und 19:00 Uhr, weil da der Führungsraum vom Wohnzimmer zum Badezimmer wechselt.

    Hier mal ein Beispiel aus den letzten Tagen, draußen unter 0 Grad aber Sonnenschein zwischen ca. 9:00 und 14:00 Uhr. Kurz nach 17:00 Uhr wurde gelüftet:
    Wohnzimmer.png
    Sind übrigens keine thermischen Stellantriebe, sondern elektromotorische.
    Zuletzt geändert von hyman; 27.12.2021, 00:18.

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  • Beleuchtfix
    antwortet
    Ich finde es klasse, dass Horst es auf seine Art und Weise versucht! Ob ein X1 weniger haltbar ist als eine Steuerung auf der Buderus oder ein anderer Heizungshersteller drauf steht, ist nicht zwingend. Sicherlich gibt es sehr gute andere Regelungen inzwischen mit KI um Schlamperei oder Mangelnde Lust der Installateure zu korrigieren. Wie oft ist ein hydraulischer Abgleich schlecht gemacht, obwohl nach DIN gefordert.
    Horst, bitte mach weiter und berichte, ich finde es spannend, auch wenn für mich nicht jeder Punkt passt. Wir alle können nur profitieren von solchen „Forschungen“.
    Gruß Florian

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