Es kommt natürlich immer darauf an, was Du genau anbieten möchtest.
Du musst Dir Gedanken machen, was genau Du als Dienstleister anbieten möchtest. Im nächsten Schritt bleibt abzuklären, für welche Bereiche fundierte Fachkenntnisse unabdingbar sind. Fachplaner kommt von Fach.
Als Fachplaner im Bereich KNX ist eine elektrotechnische Ausbildung, Weiterbilung und ein entsprechender Abschluss meiner Meinung das Fundament.
Dass kann man nicht mit einem Kurs oder so nachholen.
Als ITler bleibt Dir also nur den reinen KNX Bereich anbieten zu können. Um einen kompletten Gebäudeplan dann erstellen zu können wäre z.B. ein Zusammschluss mit einem Elektromeister/Ingenieurbüro sinnvoll. Ich nehme an, dass ist aber nicht das was Du Dir vorstellst.
Wenn Du z.B. Bauherren nur im reinen KNX Bereich unterstützen möchtest, dann wäre das eine Beraterfunktion und kein Fachplaner. Aber selbst als KNX Berater sind elektrotechnische Kenntnisse absolut wichtig. Wenn Du eine KNX Beratung machst und dabei zwangsläufig elektrische Anbindungen empfiehlst, dann bewegst Du Dich - meiner Meinung nach - auf gefährlich dünnem Eis. Wenn da was passiert, möchte ich nicht mit Dir tauschen.
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Wer oder was ist ein Fachplaner?
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Ok, sagen wir mal hypothetisch ich bin eine "engagierte junge Nachwuchskraft" und möchte mir ein Standbein in dem Bereich aufbauen? Ich bin aber kein Elektriker, sondern komme aus dem IT-Bereich.Zitat von eibmeier Beitrag anzeigenIm KNX Bereich mangelt es gewaltig an engagierten jungen Nachwuchskräften, was den Markt für Möchtegern-KNXler leider noch weiter öffnet.
Wo fängt man da am Besten an? Welche Fortbildung/Schulung/Weiterbildung macht Sinn, welche auf keinen Fall? Sofort oder erst wenn man schon ein paar kleinere Sachen geplant hat? Wie kommt man an Referenzobjekte wenn man noch keine hat? Fragen über Fragen
Grüße
Christian
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Also ich kann aus eigenen Erlebnissen berichten, dass KNX Zertifikate regelrecht verschenkt werden/wurden.
Als ich (mit damals recht guten Praxiserfahrungen) meinen EIB Partner machte, war ich entsetzt. Da waren von 20 Leuten ca. 16 dabei, die NOCH NIE eine Eibanlage gebaut hatten. Am Prüfungstag kam der Prüfer morgens mit 20 unterzeichneten Zertifikaten in den Prüfungsraum
Da ich in kürzester Zeit die Aufgaben erledigt hatte aber auf meinen Freund und Kollegen warten müsste, bekam ich mit, dass JEDER sein Zertifikat bekam. Auch die, die offensichtlich totalen Blackout hatten. Die Gebühr war ja bezahlt...ö
Ich habe mich damals darüber sehr geärgert und habe das Thema aufgerufen, wo es nur ging (bei jeder Innungsversammlung). Heute bin ich KEIN Innungsmitglied mehr...
Ich bekomme jede Woche mindestens eine Anfrage von unzufriedenen Bauherren, deren Elektriker total überfordert ist vorher aber schrie "kein Problem". Ich frage dann immer, ob NACH REFERENZEN gefragt wurde und bekomme immer ein "leider nicht"!
Wenn jemand von mir eine Leistung haben möchte, dann lege ich von alleine meine Referenzmappe vor. Genauso habe ich stets einige Telefonnummern von Kunden parat, die Interessenten über meine Arbeit berichten können.
Solange sich die Bauherren nicht die Zeit nehmen und nach einem erfahrenen Planer fragen UND DIESE AUCH ÜBERPRÜFEN, kann sich jeder "Fachplaner" auf seine Visitenkarte drucken ...
Im KNX Bereich mangelt es gewaltig an engagierten jungen Nachwuchskräften, was den Markt für Möchtegern-KNXler leider noch weiter öffnet.
Ein großes Problem ist dabei auch, dass die Schulen bei der Ausbildung weit zurück liegen, da in diesem Bereich große Defizite in den Möglichkeiten des Ausbuldungsmaterials liegt. Was bringt es KNX in der Schule mit veralteten Geräten zu schulen...
Gruß
Manfred
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Zitat von Voltus Beitrag anzeigenDie Allianz ( und wir sind extrem guter Kunde) hat 3(!) Interviews zur Qualifikation des eingesetzten Personals gemacht. Es wurden alle Schulungszertifikate und die Lebensläufe gewertet.Ok, dann wird es hier interessant... was genau muss den ein "zertifizierter KNX-Partner" können und in welche Schulungen schickt man sein Personal?Zitat von Utoquai Beitrag anzeigenSchlimm wirds erst, wenn ein großer Teil der zertifizierten KNX-Partner erhöhte Blindleistung bringt.
Grüße
Christian
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Stefan hat das schön erklärt und aufgeführt.
Das trifft´s gut auf Punkt.
In der Realität sind viele Elektriker da draussen froh, wenn Ihnen jemand sagt, wo Sie eine KNX und eine NYM-Leitung bei einem KNX-System hinlegen sollen.
Ich finde das gar nicht mal so schlimm, wie Ihr geschrieben habt. Das Feld der Elektrotechnik ist so vielfältig, dass ist schwer komplett abzudecken und gerade KNX lebt davon, dass viele Hersteller gemixt werden.
Das ist einfach schwer abzudecken.
Insofern gibt es da draussen viele, die dem Elektriker im EFH mit einer eine KNX-Geräte und Leitungsplanung zur Seite stehen können und sich nicht gleich Fachplaner oder Systemintegrator nennen müssen.
Das Problem ist aber überall das gleiche.
Was ist ein Guter Fachplaner, Maler, Verputzer, Maurer, Elektriker und wie finde ich den?
Da gibt´s wohl nie eine Patentlösung.
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Dass 75% der Elektriker keine Ahnung von KNX haben, ist nicht weiter schlimm.
KNX ist nur ein Bruchteil der komplexen Elektrowelt!
Schlimm wirds erst, wenn ein großer Teil der zertigizierten KNX-Partner erhöhte Blindleistung bringt.
Die Aufgabe des Fachplaners ist es auf gar keinen Fall dem Elektriker auf der Baustelle zu erklären wie er die Leitungen zu legen hat! Das muss ein KNX-Fachbetrieb auf Grund seiner qualifizierten und erfahrenen Mitarbeiter selber können.
Der Fachplaner
- ermittelt die Kundenwünsche
- Schreibt das Pflichtenheft/Raumbuch
- Erstellt die Ausfürhungsplanung
- Ermittelt die Massen und stellt das Leistungsverzeichnis zusammen
- Erstellt eine Kostenschätzung
- Wirkt bei der Ausschreibung und Vergabe mit (unterstützt dabei den Bauherren)
- Wertet und Beurteilt die abgegebenen LV`s/Angebote
- Während der Bauphase übernimmt er die fachtechnische Bauüberwachung
- macht die technische Vorbegehung zur Abnahme
- Begleitet den Bauherren bei der Abnahme
- Koordiniert die Abstellung der Mängel.
Im Idealfall macht er die Arbeiten Produkt und Hersteller neutral.
In der Realität holt er sich den Außendienstmitarbeiter der Firma X ins Haus und lässt sich von diesem die Grobplanung machen. Hierzu einfach prüfen, ob die Aktoren von unterschiedlichen Hersteller sind. Auch auf Bezug auf die Sensoren.
Gruß
Stefan
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Wobei der Spaß bei der Versicherung aufhört. Als Bauherr würde ich immer die Versicherung des "Fachplaners" sehen wollen.
Die Allianz ( und wir sind extrem guter Kunde) hat 3(!) Interviews zur Qualifikation des eingesetzten Personals gemacht. Es wurden alle Schulungszertifikate und die Lebensläufe gewertet.
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na, dann werf ich doch gleich mal die Visitenkarten-Presse an :-)
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Das gleiche Problem hast du mit Systemintegratoren... nicht jeder der sich so nennt kann auch allerlei (oder zumindest die wichtigsten) Systeme integrierenZitat von amaridian Beitrag anzeigenDas hat dann allerdings mehr mit Kompetenz-Lotterie zu tun als mit fundierter Ausbildung, oder wie?
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Das ist mir schon klar...Zitat von Bodo Beitrag anzeigenWenn's kracht und raucht bist Du trotzdem dran
Aber mal realistisch betrachtet: Sagen wir mal freundlich geschätzt 75% aller Elektriker haben wenig bis keine Ahnung von der Materie KNX - und ich meine hier nicht, dass sie keine Wago-Klemme auf ne KNX-Leitung stecken können sondern mangels regelmäßiger Beschäftigung mit dem Thema keine Ahnung von Möglichkeiten und Planung haben.
Der geneigte Bauherr denkt sich also jetzt (hoffentlich): "Ok, dann hol ich mir halt nen Fachplaner für sowas in die Bude, der kann dem Eli dann erklären wo die Leitung lang läuft".
Das hat dann allerdings mehr mit Kompetenz-Lotterie zu tun als mit fundierter Ausbildung, oder wie?
Grüße
Christian
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Wenn's kracht und raucht bist Du trotzdem dran
Hoi
Aus: tab | Themen | Brandschutz | News | Gebäudetechnischer Brandschutz – eine berufliche Perspektive?...gilt, dass die Abschlussbezeichnungen „Fachplaner“ und „Sachverständiger“ keine geschützten Berufsbezeichnungen darstellen. Auch mit dem erfolgreichen Abschluss der teilweise sehr anspruchsvollen Prüfungen ist keine automatische bauaufsichtliche Anerkennung oder öffentliche Bestellung und Vereidigung verbunden. Derartige Berufungen erfordern in jedem Fall ein separates Anerkennungsverfahren entsprechend den gesetzlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer. Die Weiterbildung trägt aber ohne Zweifel dazu bei, nachzuweisen, dass, tatsächlich eine besondere Sachkunde vorhanden ist bzw. zu erkennen, ob eine anerkannte Sachverständigentätigkeit eine berufliche Perspektive darstellen könnte.
Ist vielleicht ähnlich zu sehen...
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Also schreibe ich mir - salopp gesagt - morgen "Fachplaner für Gebäudeautomatisierung" auf die Visitenkarte und los gehts?
Grüße
Christian
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Hoi
Ich denke dass die Brufsbezeichnung nicht geschützt ist, genau so wie bei einem Makler.
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Wer oder was ist ein Fachplaner?
Hallo zusammen,
auf Grund diverser Bauvorhaben im Freundes- und Bekanntenkreis, die sich alle unsere KNX-Installation angeschaut haben und "sowas zumindest jetzt auch mal durchdenken wollen" habe ich rein interessehalber ein paar Fragen zum Berufsbild des Fachplaners, der hier ja an allen Ecken und Enden genannt wird.
Eine kurze Google-Suche hat außer Wischi-Waschi und Zertifikats-Müll wenig ergeben.
Was ist denn nun so ein Fachplaner? Was muss/sollte der können? Wie erkennt man ob er was drauf hat? Was muss man tun, um einer zu werden? Evtl. noch Frühstücksgewohnheiten etc.
Schöne Grüße
ChristianStichworte: -


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