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RCD Typ F - Stand der Dinge

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von Seppl1507 Beitrag anzeigen
    Wenn ich einen Typ B nehme, der mehr DC-Fehlerstrom händeln kann, dann kann ich auch wieder 8 LS an einen FI bauen.
    Du hast es immer noch nicht ganz verstanden.
    Netzteile produzieren im Normalbetrieb keinen DC-Fehlerstrom. Der entsteht genau erst dann, wenn hinter einem Gleichrichter irgendwas gegen Erde durchzündet. Meist passiert das mit einem Knall, einem Blitz und bsQ (beißend schwarzem Qualm). Und dann ist der Fehlerstrom auch direkt wieder weg, weil auf dem Weg des Stroms entweder im Netzteil irgendwelche Feinsicherungen durchbrennen, die Leiterbahnen schmelzen oder die Dioden im Gleichrichter platzen. Dann ist der DC-Fehlerstrom nach wenigen Millisekunden verschwunden und der RCD hat gar nix zu tun.
    Sollten es (wie sehr häufig) schutzisolierte Geräte sein, gibts den DC-Fehlerstrom gegen Erde ohnehin nicht, da die Verbindung zum Schutzleiter und dem Körper gar nicht gegeben ist. Da fehlt der Rückweg…

    Der RCD Typ B hat also exakt genau dann zu arbeiten, wenn tatsächlich gleichstromseitig ein Erdschluss entsteht und der so hochohmig ist, das nichts im Gerät selbst kaputt geht; oder aber das Gerät selbst so leistungsstark ist, das die Platinen und die Sicherungen das aushalten. Beispiele dafür wären PV-Wechselrichter oder Ladegeräte in Fahrzeugen, die durch die Wallbox angeschlossen werden. Dann ergibt das Sinn. Und genau dafür gibt es dann auch herstellerseitige Forderungen zum Einbau eines Typ-B-RCD.

    Zitat von Seppl1507 Beitrag anzeigen
    Deswegen auch hier meine Theorie:
    Die Theorie ist in dem Fall falsch; denn du gehst davon aus, das mehre Netzteile unweigerlich zusammen mehr DC-Fehlerstrom produzieren. Da die im Normalbetrieb das gar nicht tun, sondern nur wenn die kaputt gehen, kannst du dutzende Netzteile selbst an den alten Typ A anschließen, ohne das du den Wandlerkern in die Sättigung treibst und damit die Funktion einschränkst.

    Zitat von Seppl1507 Beitrag anzeigen
    die besagte Norm geht aber nicht auf den Typ B (zumindest meine ich, nichts gesehen zu haben) ein.
    Kannst du auch nicht übersehen haben, weil es das nicht gibt.
    Warum auch? Weil es im VDE mitunter kluge Köpfe gibt, die die Sachlage deuten können und unnütze Dinge nicht in eine Vorschrift reinpacken. Das macht nur der Marketingtyp von Hager und hofft auf Bauernopfer.

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  • Seppl1507
    antwortet
    Moin Leute.
    Ich melde mich auch mal wieder.
    Danke für die Infos. Insbesondere, dass diese Norm eine Planungsnorm ist! Das ist ein interessantes Ding.
    tsb2001: genau so habe ich das gehört.
    Weiter habe ich gehört, dass eben Verbraucher wie Kühlschränke und Waschmaschinen oder die ganzen dollen DC-Netzteile, die man ja heute für alles braucht, nicht nur fürs Handy, eben diesen hohen "blindmachenden" Gleichstromanteil mitbringen können.

    Meine Theorie war nun (meine Theorie!), dass das begrenzen der Stromkreise weniger dieser Endverbraucher und damit weniger Gleichfehlerströme mit sich bringt. Allerdings kann ich an nur einer Steckdose ja eine Verteilerdose anstecken und dort 8x DC-Netzteile, die in Summe alles versauen.
    Deswegen auch hier meine Theorie: Wenn ich einen Typ B nehme, der mehr DC-Fehlerstrom händeln kann, dann kann ich auch wieder 8 LS an einen FI bauen. Mit dem Nachteil, der etwas späteren Auslösung. -> die besagte Norm geht aber nicht auf den Typ B (zumindest meine ich, nichts gesehen zu haben) ein.

    Gruß

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von Mrnobody1202 Beitrag anzeigen
    Noch mal Sättigung hat nichts mit Gleichstromfehlerquellen zu tun es geht um die allgemeine Sättigung da mitlerweile bei vielen neuen Geräten Ableitströme vorhanden sind das bedeutet nicht das wir jetzt mehr mit Gleichstromfehlerquellen zu tun haben.
    Ich empfehle dir mal einen Grundkurs in Elektrotechnik. Ich denke, ich habe es oben fachgerecht beschrieben.

    larsrosen ist meinem Meinung nach kompetent genug, dass hier zu bestätigen:
    Zitat von larsrosen Beitrag anzeigen
    Sättigung gibt es nur bei DC.
    Exakt so ist es. Die technische Erklärung steht oben, kommt aus meinem Wissen; es gibt aber außer vom Lars massenweise Erklärungen im Netz, die das bestätigen.

    Zitat von Mrnobody1202 Beitrag anzeigen
    Aber mal anders gesehen ist es den wirklich so sinnig wen wir doch mehr Gleichstromfehler bekommen mit dem Typ B 30mA .
    Wir bekommen nicht mehr Gleichfehlerströme beim RCD Typ B. Der schützt nur davor.
    Die Gleichfehlerströme entstehen, wenn ein Fehler hinter einer Gleichrichterbrücke entsteht; bei Drehstrom ist dieser kaum pulsierend und fast glatt. Entweder der Hersteller des Geräts sorgt für den Schutz im Gerät oder man wird verpflichtet, einen RCD Typ B einzusetzen. Das beschreibt der Hersteller des anzuschließenden Geräts.

    Zitat von Mrnobody1202 Beitrag anzeigen
    Butter bei die Fische es ist wieder mal irgend en Normforschlag von hochstudierten Superbrains die morgens ihre Schuhe gebunden bekommen und in ihrem Leben noch keinen Nagel in die Wand geklopft haben.
    Nein, der Typ B ist eine Lösung, Personensicherheit bei Lasten zu gewähren, welche Gleichfehlerströme hervorbringen können, was einen RCD vom Typ A am auslösen hindert. Das hat aber nichts mit der Norm hinsichtlich der 6 LS hinter dem RCD zu tun. Die ist übrigens zu vereinbaren, da es sich um eine reine Planungsnorm handelt.

    Die „Superbrains“ sitzen bei Hager und machen keine Normen. Die überlegen sich nur, wie man unwissenden Menschen Produkte in Überzahl anbieten kann, die in der Menge niemand benötigt.

    Offensichtlich verstehst du die Auswirkung nicht. Den RCD vom Typ A wird es nicht zum auslösen bringen, wenn er mit einer bestimmten Höhe eines Gleichfehlerstroms vormagnetisiert wird. Es wird folglich zunächst niemand merken, wenn ein neues Gerät hinzukommt. Auffallen würde es erst, wenn in einem Gerät ein glatter Fehlerstrom entstehen würde und zusätzlich ein weiterer Fehler hinter dem RCD als AC-Fehlerstrom hinzukommen würde.

    Beispiel : Wallbox generiert glatten Fehlerstrom mit 70mA hinter einem RCD Typ A, sättigt den Kern und du steckst den Finger in die Steckdose am Aussenleiter ebenfalls am gleichen RCD und produzierst 35mA AC-Fehlerstrom. Dann reichen deine 35mA nicht mehr aus, die Elementarmagnete 50 x pro Sekunde umzumagnetisieren, damit ein magnetisches Wechselfeld in der Auslösespule den RCD auslöst.

    Zitat von Mrnobody1202 Beitrag anzeigen
    Wenns so extrem geworden wäre in den letzten Jahren dann würd bei keinem Kunden oder keiner Anlage mehr ein RCD drin bleiben.
    Was macht denn der RCD deiner Meinung nach? Auslösen? Nein! Er macht dann einfach gar nichts. Das wird niemand merken. Das ist das Problem. Nichts anderes!

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  • BadSmiley
    antwortet
    Lars, du hast das wichtigste Verbot vergessen! Das Verbot von Vollzitaten.

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  • larsrosen
    antwortet
    1. Hat der Grund nix mit Sättigung zu tun, da der maximale Gleichfehlerstrom Normativ geregelt ist.
    Der vorhanden Ableitstrom ist meist AC, daher löst der RCD ja betriebsbedingt aus. Sättigung gibt es nur bei DC.
    2. Hast du Einspruch gegen die damals veröffentlichte DIN18015 eingelegt und warst bei der Einspruchsberatung in Berlin?
    3. Ist es eine DIN, welche vereinbart werden muss.
    4. Wenn du meinst das wären nur Hochstudierte, warum bist du nicht im AK und bringst dein Wissen mit ein?


    Im Übrigen liegt die Auslösezeit des Typ B im AC Bereich um ein vielfaches höher wie bei einem reinem Typ A. Was zwar normativ ok ist, aber manche trotzdem stört.
    Zuletzt geändert von larsrosen; 07.09.2025, 08:31.

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  • Mrnobody1202
    antwortet
    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen

    Warum?
    Hier wird immer was von Sättigung geschrieben. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man überhaupt gar nicht weiß, was das im Zusammenhang mit RCDs bedeutet.

    Sättigung in Verbindung mit einem RCD Typ A sagt nichts anderes aus als das:
    wird dieser RCD mit einem Gleichfehlerstrom beaufschlagt, richten sich sämtliche Elementarmagnete im Eisenkern in eine Richtung aus (Sättigung). Somit fehlt grundsätzlich das magnetische Wechselfeld, welches in der Auslösespule die Spannung induziert, um dort auszulösen.
    Ist das magnetische Feld durch den Gleichfehlerstrom zu hoch, schafft ein überlagernder Wechselfehlerstrom nicht mehr den Kern soweit umzumagnetisieren, dass in der Auslösespule eine nennenswerte Spannung induziert werden kann, welche den RCD sicher auslöst.

    Typ B funktioniert exakt für Wechselströme genau so.
    Der hat einzig und allein einen zweiten Auslösemechanismus für Gleichfehlerströme. Da gibt es zwei Systeme: https://www.elektropraktiker.de/nach...om-typ-b?p=all
    Da sind die drin beschrieben.

    Bezüglich des Typs A:
    Es ist völlig egal, wie viele Verbraucher - und ich schreibe jetzt bewusst Verbraucher (denn diese werden nicht durch die Anzahl an LS-Schaltern begrenzt) - an einem RCD vom Typ A hängen. Ist einer dabei, der im Fehlerfall einen höheren glatten Gleichfehlerstrom produzieren kann, funktioniert des RCD nicht. Auch nicht, wenn nur 1 LS-Schalter hinter dem RCD hängt…

    Fazit:
    Sättigung gibts im Bezug auf RCDs nur bei Gleichfehlerströmen, da dann der Eisenkern nicht weiter magnetisiert werden kann und eine Auslösung nicht mehr sicher erfolgt.
    Der Kern kann natürlich auch bei sehr hohen Wechselfehlerströmen in die Sättigung getrieben werden. Dann erfolgt dies aber mit 50 Mal pro Sekunde, in der die Elementarmagnete bis zur Sättigung umgepolt werden. Durch das permanente umpolen - selbst in den Sättigungsbereich hinein - wird zuverlässig in der Auslösespule die Spannung erzeugt, die den RCD zum Auslösen bringt. Es ist und bleibt dann trotzdem ein magnetisches Wechselfeld, und das sorgt für die Induktion der Spannung in der Auslösespule.

    Vom Grundprinzip wie ein Trafo, der bei 230V Gleichspannung in der Eingangswicklung am Ausgang 0V präsentiert, aber sehr warm wird; bei Wechselspannung aber genau das Gegenteil macht…

    Warum hinterfragt das eigentlich niemand? Sättigung ist doch die Grundlage in der Berufsschule hinsichtlich Elektromagnetismus vom ersten und zweiten Jahr?
    Noch mal Sättigung hat nichts mit Gleichstromfehlerquellen zu tun es geht um die allgemeine Sättigung da mitlerweile bei vielen neuen Geräten Ableitströme vorhanden sind das bedeutet nicht das wir jetzt mehr mit Gleichstromfehlerquellen zu tun haben.

    Aber mal anders gesehen ist es den wirklich so sinnig wen wir doch mehr Gleichstromfehler bekommen mit dem Typ B 30mA . Dann fliegt der doch ständig raus.
    Butter bei die Fische es ist wieder mal irgend en Normforschlag von hochstudierten Superbrains die morgens ihre Schuhe gebunden bekommen und in ihrem Leben noch keinen Nagel in die Wand geklopft haben.
    Wenns so extrem geworden wäre in den letzten Jahren dann würd bei keinem Kunden oder keiner Anlage mehr ein RCD drin bleiben.

    Gruß Timo

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von Mrnobody1202 Beitrag anzeigen
    Was hat den das eine mit dem anderen zu tun. Der Typ B geht genauso wie der Typ A in die Sättigung.
    Warum?
    Hier wird immer was von Sättigung geschrieben. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man überhaupt gar nicht weiß, was das im Zusammenhang mit RCDs bedeutet.

    Sättigung in Verbindung mit einem RCD Typ A sagt nichts anderes aus als das:
    wird dieser RCD mit einem Gleichfehlerstrom beaufschlagt, richten sich sämtliche Elementarmagnete im Eisenkern in eine Richtung aus (Sättigung). Somit fehlt grundsätzlich das magnetische Wechselfeld, welches in der Auslösespule die Spannung induziert, um dort auszulösen.
    Ist das magnetische Feld durch den Gleichfehlerstrom zu hoch, schafft ein überlagernder Wechselfehlerstrom nicht mehr den Kern soweit umzumagnetisieren, dass in der Auslösespule eine nennenswerte Spannung induziert werden kann, welche den RCD sicher auslöst.

    Typ B funktioniert exakt für Wechselströme genau so.
    Der hat einzig und allein einen zweiten Auslösemechanismus für Gleichfehlerströme. Da gibt es zwei Systeme: https://www.elektropraktiker.de/nach...om-typ-b?p=all
    Da sind die drin beschrieben.

    Bezüglich des Typs A:
    Es ist völlig egal, wie viele Verbraucher - und ich schreibe jetzt bewusst Verbraucher (denn diese werden nicht durch die Anzahl an LS-Schaltern begrenzt) - an einem RCD vom Typ A hängen. Ist einer dabei, der im Fehlerfall einen höheren glatten Gleichfehlerstrom produzieren kann, funktioniert des RCD nicht. Auch nicht, wenn nur 1 LS-Schalter hinter dem RCD hängt…

    Fazit:
    Sättigung gibts im Bezug auf RCDs nur bei Gleichfehlerströmen, da dann der Eisenkern nicht weiter magnetisiert werden kann und eine Auslösung nicht mehr sicher erfolgt.
    Der Kern kann natürlich auch bei sehr hohen Wechselfehlerströmen in die Sättigung getrieben werden. Dann erfolgt dies aber mit 50 Mal pro Sekunde, in der die Elementarmagnete bis zur Sättigung umgepolt werden. Durch das permanente umpolen - selbst in den Sättigungsbereich hinein - wird zuverlässig in der Auslösespule die Spannung erzeugt, die den RCD zum Auslösen bringt. Es ist und bleibt dann trotzdem ein magnetisches Wechselfeld, und das sorgt für die Induktion der Spannung in der Auslösespule.

    Vom Grundprinzip wie ein Trafo, der bei 230V Gleichspannung in der Eingangswicklung am Ausgang 0V präsentiert, aber sehr warm wird; bei Wechselspannung aber genau das Gegenteil macht…

    Warum hinterfragt das eigentlich niemand? Sättigung ist doch die Grundlage in der Berufsschule hinsichtlich Elektromagnetismus vom ersten und zweiten Jahr?

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  • Mrnobody1202
    antwortet
    Mir wurde zur Begründung mal genannt, damit der Typ A-FI nicht in Sättigung geht. Was für mich im Umkehrschluss heißt: ich kann alle 12TE voll machen, wenn ich in einen Typ B investiere.

    Was hat den das eine mit dem anderen zu tun. Der Typ B geht genauso wie der Typ A in die Sättigung.
    30mA sind für Typ A und B das gleiche.
    Es geht darum das rechnerisch belegt wurde das durch eine höhere Anzahl an Stromkreisen ein gesamt höherer Fehlerstrom entstehen kann durch Geräte in den Endstromkreisen und diese ausreichend sein können den RCD zum Auslösen zu bringen.
    Der Typ B erfüllt lediglich nur mehr da er nicht nur die Fehler des Typ A abdeckt sondern auch noch weitere.
    Es steht allerdings auch das es keine Verpflichtung. Wenn 8 LS angeschlossen sind und man erklären kann welche Stromkreise und Endgeräte dort regulär benutzt sind.
    Ich bin der Meinung das es keinen Sinn ergibt ob 6 oder 8 Stromkreise.
    Wenn ich die Stromkreise von LS 7 und 8 dann mit auf Ls 5 und 6 lege hab ich die Norm eingehalten und am Ende die gleiche Summierung der Fehlerströme.

    Gruß Timo

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  • gbglace
    antwortet
    Man muss die Hutschiene ja auch wieder voll bekommen. 3 zweipolige RCD gefolgt von 6 LS. Und schon hat es wieder 12-TE. Und als Schnäppchenzubehör noch die Verbindungselemente für gleichzeitiges Abschalten der drei RCD auch wenn nur einer auslöst.

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von IPv6 Beitrag anzeigen
    Dazu kommt, dass sich Fehlerströme im Dreiphasennetz auf dem PE nicht einfach aufaddieren. Das ist das selbe Spiel wie beim N, bei symmetrischen Fehlerströmen auf allen Phasen ist der PE wieder stromlos.
    Oha! Ein ganz gefährliches Spiel .
    Das bedeutet, wenn drei Personen gleichzeitig mir gleichem „Innenwiderstand“ und gleichen Übergangswiderständen an Hand und Fuß (angenommen die Fehlerimpedanz ist exakt bei allen gleich) auch noch zeitgleich jeweils L1, L2 und L3 (jeder einen Außenleiter) hinter einem vierpoligen RCD anfassen, würde der gar nicht auslösen. Böse Falle!

    Wenn das mal nicht Hager auf den Plan ruft und die zu einem neuen Tipp veranlasst.
    Ich lese schon in der Ausgabe 4711: es dürfen bei Wechselstromkreisen aus Sicherheitsgründen zukünftig nur noch zweipolige RCDs verwendet werden, da bei annähernd symmetrischen Erdfehlerströmen in Wechselstromkreisen hinter vierpoligen RCDs keine Auslösung erfolgt.

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  • IPv6
    antwortet
    Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
    Daher mein Tipp: nimm mal eine Mikroampere-Messzange und klemme diese mal an den Erdungsleiter in der Hauptverteilung eines Wohnhauses, der den gesamten Fehlerstrom bei in Betrieb befindlicher Anlage führt. Der wird so gering sein, dass auch ein gesamter RCD für das Gebäude bei „normalen“ Elektrogeräten eines Wohnhauses nicht auslösen würde.
    Dazu kommt, dass sich Fehlerströme im Dreiphasennetz auf dem PE nicht einfach aufaddieren. Das ist das selbe Spiel wie beim N, bei symmetrischen Fehlerströmen auf allen Phasen ist der PE wieder stromlos. Die meisten Fehlerströme dürften von Y-Kondensatoren kommen und sollten daher ähnlich phasenverschoben sein.
    Wenn man sich dem Thema nun statistisch mathematisch nähert müsste man doch eigentlich eine unendliche Menge an LS pro RCD empfehlen, dann mitteln sich die kleinen "Grundfehlerströme" alle aus

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von Seppl1507 Beitrag anzeigen
    Das Ding bei Normen ist aber, du musst es so nicht machen, wenn aber was passiert, musst du nachweisen, dass deine Lösung mind. genauso gut ist, wie das was in den einschlägigen Normen steht
    Die DIN 18015-1 ist eine Planungsgrundlage und hat nichts mit irgendwelchen verbindlichen Normen zu tun, die eingehalten werden müssen.
    Diese Norm ist zwischen den Parteien zu vereinbaren und zählt nicht zu den anerkannten Regeln der Technik im Hinblick auf eine sichere Installation.

    Zitat von Seppl1507 Beitrag anzeigen
    A-FI nicht in Sättigung geht.
    Nö, ein RCD vom Typ A geht dann in Sättigung, wenn er von einem Gleichfehlerstrom durchflossen wird.
    In übrigen begrenzt kein RCD einen Fehlerstrom. Bei einem vollkommenen Körperschluss im z.b. TN-Netz kann theoretisch für einen zeitlichen Bruchteil (bis zur Auslösung) ein ebenso hoher Strom fließen, der dem Kurzschlussstrom ähnelt. Die Impedanz ist ähnlich. Egal ob der Weg nun von L einerseits über den N zurückfließt (Kurzschluss) oder in einem Gerät gegen (PE) fließt (Körperschluss oder Erdschluss).
    Der einzige Unterschied ist der, dass der RCD wesentlich früher (unmittelbar bei überschreiten der Auslösegrenze) den Fehler wesentlich schneller als ein LS abschaltet und damit die Berührungsspannung über die absolut kurze Dauer (bei hohem Strom innerhalb 40ms) klein hält. Dann hat allerdings der Scheitelwert der Wechselspannung schon zwei mal den Erdkurzschlussstrom (bei sehr kleinem Widerstand an der Fehlerstelle) durch die Fehlerimpedanz gedrückt.
    Somit wird es bei Wechselfehlerströmen dem Typ A in seinem Auslösekreis die Höhe des Stroms recht egal sein. Sonst würden in Häusern aus 1980 mit einem Typ A fürs ganze Haus der gesamte Schutzmechanismus auf den Angeln gehoben.
    Übrigens: Hager argumentiert ja damit, dass die Verbraucher an 6 LS zusammen schnell einen zu hohen Fehlerstrom der angeschlossenen Verbraucher kommen könnte.

    Daher mein Tipp: nimm mal eine Mikroampere-Messzange und klemme diese mal an den Erdungsleiter in der Hauptverteilung eines Wohnhauses, der den gesamten Fehlerstrom bei in Betrieb befindlicher Anlage führt. Der wird so gering sein, dass auch ein gesamter RCD für das Gebäude bei „normalen“ Elektrogeräten eines Wohnhauses nicht auslösen würde.
    Sonst würde man heute keine Anlage aus den Jahren vor 2000 mehr betreiben können, weil die Dinger reihenweise auslösen würden. Tun sie aber nicht.

    Merke: DIN 18015-1 gleich Planungsnorm, zu vereinbaren, daher keine anerkannte Regel der Technik wie eine VDE. Folglich rechtlich nur bindend, wenn die Vertragsparteien dies vereinbart haben. Ganz simpel, ganz einfach. Leider gegen die Vertriebsphilosophie von Hager und gegen deren Umsatz. Daher mögen die die Argumente nicht und versuchen mantraartig die Dinge ahnungslosen Leuten zu verkaufen. Immer in der Hoffnung, dass jeden Tag immer mal wieder ein Dummer aufsteht, der das glaubt…

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  • traxanos
    antwortet
    Zitat von Seppl1507 Beitrag anzeigen
    Nach neuster Bauart darfst du nur noch 6 LSS hinter einem 4-poligen FI machen.
    Du schriebst was von "man darf nur noch"! Ich habe gesagt das ist Quatsch und um belege gebeten. Und ja es gibt ein DIN dazu und ja die ist uns hier allen gut bekannt . Und ja diese schwachsinnige DIN wird jetzt von Hager & Co hergenommen und zu sagen das MUSS man so machen und man DARF nichts mehr anderes tun. Und der Rest läuft blind hinterher.

    Es gibt auch die DIN 5008 für Briefe. Darf ich jetzt nur noch Briefe nach dieser Norm verschicken? Es wurde auch schon als "Performance"-Norm beschrieben. Ich würde es eher als Lobby-Norm bezeichnen, damit die Verkäufer dir leichter den Müll andrehen können.
    Zuletzt geändert von traxanos; 28.08.2025, 18:25.

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  • Seppl1507
    antwortet
    traxanos
    Abend. Wie larsrosen schrieb, kommt das aus der aktuelle DIN 18015-1. Seite 21, wenn ich mich nicht irre.
    Bei Einsatz von FI-Schaltern für den Fehlerschutz bzw. zusätzlichen Schutz ist die Zuordnung von Endstromkreisen aus Gründen der Verfügbarkeit und der Vermeidung einer Überlastung wie folgt zu planen:
    — FI-Schalter 2-polig: maximale Anzahl von 1-phasigen Endstromkreisen = 2;
    — FI-Schalter 4-polig: maximale Anzahl von 1-phasigen Endstromkreisen = 6.

    Was allerdings nicht da steht, warum man das machen sollte.
    Das Ding bei Normen ist aber, du musst es so nicht machen, wenn aber was passiert, musst du nachweisen, dass deine Lösung mind. genauso gut ist, wie das was in den einschlägigen Normen steht.

    Mir wurde zur Begründung mal genannt, damit der Typ A-FI nicht in Sättigung geht. Was für mich im Umkehrschluss heißt: ich kann alle 12TE voll machen, wenn ich in einen Typ B investiere.
    Und jetzt: Bühne frei für nette Diskussionen.

    Hier mal ein Bild für einen fertig aufgebauten Verteiler, denn man genau so kaufen kann:
    image.png

    ABB Elektro-Spicker.

    Grüße​

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  • tsb2001
    antwortet
    Zitat von IPv6 Beitrag anzeigen
    Diese 6 LS pro FI finden sich erstaunlich oft in allen möglichen Quellen, begründet mit maximal 3,5 mA zulässigem Ableitstrom pro Kreis.
    Was fordert die Norm denn nun wirklich?
    Es gibt dazu keine Norm.
    Ein Elektrogerät darf einen Ableitstrom von 3,5mA haben. 3,5mA x 6 LS bedeuten, wenn in jedem Stromkreis auch nur ein Elektrogerät eingesteckt ist, was diesen erlaubten Fehlerstrom produziert; dann wären das in Summe 21mA und oberhalb der Grenze, bei dem ein 30mA RCD auslösen darf.
    Findige Vertriebler haben daher die Information in die Welt gesetzt, dass nicht mehr als 6 Stromkreise an einen RCD geklemmt werden dürfen, um Fehlauslösungen zu vermeiden.

    Wenn aber andersherum nur ein einziger Stromkreis an einen RCD angeschlossen ist, dieser aber 10 Steckdosen enthält und in 6 Steckdosen Geräte mit jeweils einem Fehler/Ableitstrom von den zugelassenen 3.5mA hat, dann kommst du auch auf die 21mA.

    Das traut sich Hager aber nicht zu schreiben; denn wenn die nun erklären würden, dass ein RCD mit maximal 6 Steckdosen anstatt Stromkreisen betrieben werden dürfte, würde selbst der letzte Depp erkennen, dass das absoluter Humbug ist.
    Folglich verpackt man das vorsichtig mit 6 Stromkreisen und freut sich, dass immer noch jeden Morgen ein Dummer aufsteht, der das glaubt und den RCD-Absatz ankurbelt…

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