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Wirtschaftlichkeit von PV Anlage (in der aktuellen Situation)

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  • Hochpass
    antwortet
    Zitat von dreamy1 Beitrag anzeigen
    Eine belastbare Aussage zur Wirtschaftlichkeit ist aktuell aus o.g. Gründen wohl spürbar fehlerbehaftet bzw. mit großen Unsicherheiten zu treffen.
    Zitat von dreamy1 Beitrag anzeigen
    Ähm...hast Du falsch interpretiert. Es war der Versuch von Hochpass und nicht mir, das Thema Wirtschaftlichkeit aus dem Fokus zu nehmen.
    Du sagst es doch selbst? Macht keinen Sinn. Diskutierst du gerne um zu diskutieren?

    Auf der anderen Seite zeigt die Diskussion, dass Klimaschutz nur über den Geldbeutel funktionieren wird. Damit ist auch klar welche Richtung fossile Energieträger gehen müssen und das wird unabhängig davon welche Regierung die nächsten 20 Jahre das sagen hat. Klimaziele sind einklagbar.

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  • SvenB
    antwortet
    In der Familie haben zwei ihre PV-Anlagen schon >17 Jahre und es wurde nie gewaschen und es wurde einmal der WR getauscht - den man auch reparieren könnte. Ist schon sehr konservativ in meinen Augen. Die 2500€ sind netto-Werte. Wenn du das Waschen weg lässt bist bei 4200€ Wechselrichter (brutto) inkl. Einbau.

    Ich hab mal beide Szenarien kombiniert: Sobald man das Geld eingespart hat, investiert man es. Ist in etwa mein Szenario.
    Vergiss bei deiner Kreativität bitte nicht, dass es auch Dinge gibt, die für PV arbeiten. Z.B. eine Mehrwertsteuer-Senkung. Oder die E-Auto-Pflicht ab 2035 etc. - Rechne gerne weiter. Kann dir ne Kopie von dem Sheet geben. Dann kannst du Familen-Auszüge etc. auch berücksichtigen.

    Achja: "thesaurierend": Der Gewinn wird gleich wieder angelegt statt diese auszuschütten. Nur so (direkt oder manuell) entsteht der Zinseszins-Effekt. Wenn man dieses also auf PV und Investment-Strategie gleichzeitig anwendet kommt viel mehr raus, weil ich nach der Amortisation mehr Geld zur Verfügung habe, um dieses zu investieren.

    (Disclaimer: Ich bin Informatiker. Daher kann die Rechnung falsch sein. Auf der anderen Seite ist es mir auch egal, ob du dir eine PV-Anlage kaufst, da ich nicht in dem Bereich arbeite.)

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  • dreamy1
    antwortet
    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Neuen Wechselrichter und 2x Waschen eingeplant
    Bist Du sicher, dass das realistische Zahlen sind?

    - Reinigung: 500€ incl. Hebebühne/Steiger/Gerüst?

    - WR: ich kenne die aktuellen Preise nicht...hätte da mit ~2000€ oder deutlich mehr für einen vernünftigen 10kWp gerechnet. Nur das Gerät, dann kommen noch die Lohnkosten für den Austausch hinzu und das Wichtigste: die Preissteigerung in 13 Jahren. Da müssten dann deutlich mehr rauskommen als die angenommenen 2500€ für den Austausch, wenn ich keinen Denkfehler mache (und unter der Annahme, dass Du die 500€ für die zweite Reinigung mit in die 3000€ gesteckt hast).

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  • dreamy1
    antwortet
    Zitat von jcd Beitrag anzeigen
    Schattenmanagement find ich hier sehr schön erklärt
    Superklasse, danke Dir. Jetzt habe ichs kapiert, wie das funktioniert

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  • dreamy1
    antwortet
    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Auch weil mich interessiert wie die Küche von Roller auch nur einen Cent ihrer Anschaffung wieder einbringt.
    Ähm...hast Du falsch interpretiert. Es war der Versuch von Hochpass und nicht mir, das Thema Wirtschaftlichkeit aus dem Fokus zu nehmen.

    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Meine Quintessenz: Es hängt nur an der Beschaffung der PV zusammen und am Eigenverbrauch. Wenn man bissl die Entwicklung aus jetziger Sicht verfolgt:
    Wie oben geschrieben, Du nimmst 3% Strompreiserhöhung pro Jahr an und dass sicher kein Strompreisdeckel kommt. Kann man natürlich machen, ich warte da mal noch etwas ab, bis ein Großteil der Bevölkerung die neuen Abschlagszahlungen im Briefkasten hat. Irgendein Eingriff muss ja erfolgen, sonst geht ein Teil der Bevölkerung in die Privatinsolvenz. Wo die Grenze der großen Umverteilung von oben nach unten liegen wird, weiß heute keiner.

    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Ich hab meine Berechnung mal aktualisiert:
    Hmm. Wenn ich das richtig interpretiere, dann hat die PV erst nach 19 Jahren den gleichen Gewinn erwirtschaftet als wenn ich die Kohle vernünftig angelegt hätte? Hmmm.
    Zuletzt geändert von dreamy1; 25.09.2022, 18:50.

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  • SvenB
    antwortet
    Ich hab meine Berechnung mal aktualisiert:
    • Kapitalbindungskosten waren auf nach Abtrag noch drauf und wirkte dann positiv. Das natürlich falsch. Ich habs nun nur im negativen Fall drauf.
    • Ich hab die Anlage teurer gemacht
    • Einspeisung leicht erhöht, da zu konversativ. Eigentlich müsste man sogar beim Selbstverbrauch was draufrechnen wegen E-Auto.
    • Insgesamt aber Kapitalbindungskosten auf 0% gesetzt, weil sonst macht der Vergleich mit einem Investment kein Sinn.
    • ETF konversativer auf 5% angenommen
    • Neuen Wechselrichter und 2x Waschen eingeplant
    Haupt-Unterschied zwischen ETF-Kaufen:
    * Nach 20 Jahren habe ich zwar noch eine PV-Anlage auf dem Dach, die auch 30 Jahre macht.
    * ETF kann ich die Investition auch wieder monetarisieren und hab dann nicht nur den Gewinn.

    Beides ist unsicher. Nichts tun verbrennt das Geld die Inflation. Die konstanten Stromerzeugungskosten für 20 Jahre und damit einhergehende Ruhe kann man dafür nicht monitär erfassen.

    Amokd0c: Damit habe ich das rumliegende Geld auch berücksichtigt. - Und in der Sache gebe ich dir recht. Wenn der Deutsche mal die Wirtschaftlichkeit seiner/seines Autos berechnen würde, würden alle Dacia fahren.

    Meine Quintessenz: Es hängt nur an der Beschaffung der PV zusammen und am Eigenverbrauch. Wenn man bissl die Entwicklung aus jetziger Sicht verfolgt: E-Auto mit WP, dann gibt es keine großen Fragen mehr, wenn die Kosten nicht überteuert sind. Geld verschimmeln lassen bei der Volks*kasse ist immer falsch.

    @dreamy1: Freue mich auf deine Ergebnisse. Auch weil mich interessiert wie die Küche von Roller auch nur einen Cent ihrer Anschaffung wieder einbringt.
    Zuletzt geändert von SvenB; 25.09.2022, 18:03.

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  • dreamy1
    antwortet
    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Und hast du deine Cases mal durchgerechnet?
    Noch nicht, das wäre eine schöne Aufgabe für den Winter. Da ich -wie viele andere vermutlich auch- nicht weiß, was thesaurierend bedeutet und wie das ganze steuerlich bewertet werden muss (ich bin Ingenieur, kein Kaufmann), muss ich mich da erstmal gründlich einarbeiten.

    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Und das Leben ist immer voll von Unsicherheiten
    Völlig richtig, das muss jeder selbst bewerten, welches Risiko er eingeht.

    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Berücksichtigt habe ich 3% Kapitalbindungskosten (z.B. Kredit) sowie einen Strompreiskosten-Anstieg von 3%
    Das meinte ich mit Datenbasis. Was kommt denn raus, wenn der (vielleicht gar nicht so unwahrscheinliche) Strompreisdeckel kommt und z.B. die ersten 3500 kWh Bezug nur 20 Cent/kWh kosten und alles darüber 45 Cent/kWh? Du gehst von der Entwicklung der letzen Jahre aus, aber im Moment gibt es doch alles andere als Planungssicherheit.

    Zitat von Hochpass Beitrag anzeigen
    Bei keiner anderen Investition im Haus gibt es die Diskussion ob sich das rechnet.
    Hier gehts aber um die nackte Wirtschaftlichkeit (und die wird nunmal mit Zahlen bewertet) und nicht um die Frage, ob es statt der Team7 nicht auch eine Küche vom Roller tut.
    Zuletzt geändert von dreamy1; 25.09.2022, 17:29.

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  • Hochpass
    antwortet
    Zitat von Amokd0c Beitrag anzeigen
    So wie ich eigentlich...
    Guter Ansatz. Bei keiner anderen Investition im Haus gibt es die Diskussion ob sich das rechnet. Man kann sich auch ne Küche fü 25k€ kaufen und man bestellt in 20 Jahren Sperrmül.

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  • jcd
    antwortet
    Schattenmanagement find ich hier sehr schön erklärt: https://www.photovoltaikforum.com/co...pv-module-aus/

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  • Amokd0c
    antwortet
    Im JETZT! So wirds sein. Wenn ich in meinem Umfeld (Wohngebiet) schaue, was da zur Zeit abgeht hinsichtlich PV Installation, gehe ich davon aus, dass entweder jeder sich verrechnet oder gar nicht rechnet. Jedenfalls ist die Summe derer die das bis ins klein klein durchrechnen zu vernachlässigen.

    Wahrscheinlicher ist der Gedanke, der einem eingehämmert wird. Energiekrise, Preise steigen, Strom fällt aus!
    Die Leute auf ihr Konto schauen und bezahlen das nahezu einfach selbst, ohne groß Kredit aufzunehmen.

    Freuen sich über die "halbierte" Abschlagszahlung im Monat und den Gedanken etwas für die Umwelt getan zu haben.

    So wie ich eigentlich...

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  • SvenB
    antwortet
    Und hast du deine Cases mal durchgerechnet?

    Ich hab das mal eben gemacht - mit meiner Anlage (vor gut zwei Jahren gekauft) und dem jetzigen Strompreis. Ist nicht fair, ich setze gerne andere Werte ein.
    Berücksichtigt habe ich 3% Kapitalbindungskosten (z.B. Kredit) sowie einen Strompreiskosten-Anstieg von 3%.

    Demgegenüber steht ein 6% Rendite ETF der Thesaurierend ist und am Ende versteuert wird.

    Hoffe ich übersehe nix, aber lass gerne entlang dessen diskutieren. Fehler sind nicht auszuschließen, hoffe ihr könnt die Formeln sehen für eine Überprüfung:

    https://docs.google.com/spreadsheets...=0&single=true

    Und das Leben ist immer voll von Unsicherheiten. Was soll ich studieren? Soll ich arbeiten gehen? - Könnte ja in 2 Jahren tot sein. Usw.
    Man trifft die Entscheidung immer rational im JETZT und wenn man sie gut begründet hat, hätte man es nicht besser machen können. Weil jeder ist nachher schlauer.

    (Ein Fehler ist mir schon aufgefallen: Alternative Investment ist in Brutto, meine PV-Anlage inkl. aller Stromkosten in Netto. Die Rendite ist dort also noch höher im Vergleich. Unsicher bin ich mir bei der Abschreibung bei der Selbstständigen Arbeit. Zu lange her ohne GmbH. Aber gern Feedback, lern gern auch hier dazu. - Bzw. gerade deshalb ja hier gepostet.)
    Zuletzt geändert von SvenB; 25.09.2022, 16:00.

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  • dreamy1
    antwortet
    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Unnormal ist Korruption in solchen oder anderen Zusammenhängen und sollte nicht so leicht toleriert werden, wie es in der Vergangenheit wurde!
    Da kann ich 100% zustimmen, ich finde die Windräder hier im Schwachwindgebiet tatsächlich ziemlich unglücklich, die drehen sich nämlich fast nie Da habe ich null Toleranz für solche Machenschaften.
    Hast aber Recht, schauen wir doch einfach mal was am Ende von den "Experten" geliefert wird und wo die Stromkosten landen, das Ergebnis zählt.

    Zitat von SvenB Beitrag anzeigen
    Mich wundert etwas, dass diese ganze Wirtschaftslichkeits-Diskussion hier ohne ein Vergleichstool (oder habe ich es überlesen?)
    Ich denke das Problem liegt in der Datenfütterung = Prognose des Strompreises. Das dürfte aktuell reine Glaskugelleserei werden...kein Mensch weiß, ob der Strompreis im nächsten Jahr 90 Cent/kWh beträgt (das wäre mein Preis, wenn ich bei EON aktuell meinen Vertrag verlängere) oder ~35 Cent/kWh (wenn ich mich einfach in den Grundversorgertarif der ENBW fallen lasse). Demzufolge bringt mir auch das schönste Tool nichts, wenn der Dateninput volatil ist, gerade bei einer Langfristinvestition. Die Zinsen steigen auch gerade wieder, also bringt auch Geld auf der Bank langsam wieder was. Und keiner weiß, ob es seitens der Bundesregierung nicht bald einen massiven Push von PV gibt (ggf. mit Speicher), da sieht das Ganze dann wieder anders aus.

    Es gibt also viel Unsicherheiten mit großem Einfluss auf die Rentabilität - man kann aktuell wohl nur als feste Größe so rechnen, dass der Strompreis wohl nie wieder unter 30 Cent/kWh fallen wird und damit einfach mal überschlagen, ob eine Wirtschaftlichkeit bei den aktuell horrenden Investkosten gegeben ist. Aber auch da gibt es Fallstricke: wenn tatsächlich der Strompreisdeckel für den als "durchnittliche Energie eines Haushalts" ermittelten Wert kommt - dann steht alles auf dem Kopf, wenn z.B. die ersten 3000kWh billiger als 30 Cent/kWh werden und alles darüber deutlich teurer, denn dann passt das mit der ursprünglichen Verrechnung des Eigenverbrauchs auch nicht mehr zusammen.

    Eine belastbare Aussage zur Wirtschaftlichkeit ist aktuell aus o.g. Gründen wohl spürbar fehlerbehaftet bzw. mit großen Unsicherheiten zu treffen.
    Zuletzt geändert von dreamy1; 25.09.2022, 13:10.

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  • SvenB
    antwortet
    Jede Regierung würde in solchen Krisen Fehler machen - auch wir und auch, wenn es unsere Hauptkompetenz wäre. Das haben wir bei Corona gesehen und in zahlreichen Krisen vorher. Begründen tue ich dies, da die Welt viel zu komplex ist und die Zukunft zu unklar. Nix um es in 30 Minuten Youtube zu verstehen und zu verbessern. Das finde ich normal und verzeihlich, wenn man die Fehler danach korrigiert.
    (Unnormal ist Korruption in solchen oder anderen Zusammenhängen und sollte nicht so leicht toleriert werden, wie es in der Vergangenheit wurde!)
    Im Wirtschaftsministerium arbeiten über 2000 Leute. Die wenigsten haben davon einen Partei-Hintergrund, aber die Experten in der hier benötigten Domaine mehr Ahnung als ich / wir. IMHO sollten wir hier nix vorweggreifen. Nach 82Mio Bundestrainern und 82Mio. Corona-Experten brauchen wir keine 82Mio. Strommarkt-Experten. Ich denke jeder kann selber gucken, wie er Energie einsparen oder selbst produzieren kann, um das Beste draus zu machen (und Politik aus diesem Forum rauslassen).

    Lasst uns hier lieber auf das kleine Konzentrieren: Ist eine PV-Anlage wirtschaftlich?
    Ich kann gern mein Excel mal hübsch machen. Es hat sehr detailliert durchgerechnet wann wieviel über ist (mit und ohne WP) und man konnte einfach simulieren, was für einen am Besten passt. Mich wundert etwas, dass diese ganze Wirtschaftslichkeits-Diskussion hier ohne ein Vergleichstool (oder habe ich es überlesen?) gemacht wird und was man ggf. dann zusammen weiterentwickelt. Da alles in Zahlen ausdrückbar ist, kann man den ROI und andere Aspekte gut berechnen statt diese zu philosophieren.

    Und für so andere Dinge empfehle ich jedem hier (PV-Forum FAQ) mal drüberzupfliegen. Dort gibt es auch das eine oder andere Tool.
    Zuletzt geändert von SvenB; 25.09.2022, 12:26.

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  • dreamy1
    antwortet
    SvenB: Danke für die interessanten Infos! Und genau da liegt meine Sorge - das Ganze ist komplex. Das Thema dann in der Regierung mit Ideologie statt Fachkompetenz zu behandeln, gibt mir wenig Anlass für Hoffnung.

    Zitat von jcd Beitrag anzeigen
    Mir gefällt bei den Moduloptimieren der Gedanke potentiell fehleranfällige Technik auf dem Dach zu haben nicht.
    Genau das war auch mein Gedanke - wenn mir da in der Mitte des Modulfelds etwas im Sommer ausfällt, wirds eklig. Zumal Du da Spiegeleier auf dem Dach braten kannst, da kann man eigentlich nur nachts drauf oder auf den Herbst warten. Wenn das tatsächlich alles herstellerspezifisch ist, fällt das bei mir raus. Ich lege mich bei einem so langfristigen Invest wie PV dann nicht gerne auf einen Hersteller fest.

    Zitat von jcd Beitrag anzeigen
    Ein Wechselrichter ohne Schattenmanagement könnten in einem lokalen, „schlechteren“ Maximum hängen bleiben. Ein Wechselrichter mit SM sucht weiter und hat bessere Chancen das globale Maximum mit der höchsten Erzeugungsleistung zu finden.
    Da liegt noch mein Verständnisproblem. Mal angenommen, Du hast einen String und 50% des Dachs ist verschattet (Bypassdioden dieser Module aktiv) und 50% haben Sonne, was kann da ein WR mit SM optimieren? Gehts da um die Verluste in den Bypassdioden, die durch einen variablen Strom des MPP geringer ausfallen wenn man mit der Spannung hoch geht? Hinsichtlich MPP geben doch die besonnten Module bereits den optimalen Betriebspunkt vor, die verschatteten Module bringen dabei nur stromabhängige Verluste ein (die Vorwärtsspannung der Schottkys dürfte annähernd konstant sein). Oder mache ich einen Denkfehler?

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  • SvenB
    antwortet
    Da so oft durcheinandergebracht wird, wieso Ökostrom auch so teuer wird hier eine Erklärung aus meiner angestaubten Sicht (Fett, um es etwas zu strukturieren):
    Die Stromanbieter müssen immer einen Tag vorher eine ausgeglichene Stromplanung melden: Wieviel Strom werden sie vermutlich verbrauchen und wo kommt er her. In der Regel decken sich Stromanbieter sich gut 4/5 mit Direkt-Kontrakten ein. Das hat nix mit der EEX zu tun, einfach ein Großhändler / Generatorbetreiber sichert soviel Energie unter welchen Bedingungen auch zu. Sind solche Dinge Ökostrom, so erwerbe ich auch gleich die co2-Einsparungen daran mit.

    Das teilt man nun auf zwei Buchhaltungen:
    • co2-Kompensationen
    • Strom
    Einen Tag vorher muss der Strom gemeldet werden. Der Bundesagentur ist egal ob grün oder nicht. Hauptsache ausgeglichen. Hat man zu wenig, kauft man im Day-Ahead-Trading dazu. Hat man zu viel vice versa. Auch die EEX kennt keinen Erzeugungsarten. Nur wann und wieviel (Ist schon komplex genug, s.u.).
    Und fällt kurzfristig Strom am laufenden Tag aus oder doch zuviel da, muss am Spotmarkt in 5min Schritten zugekauft bzw. abgestoßen werden. Die Algorithmen hier sind nicht trivial. - Und gibt es keinen Strom mehr am freien Markt gib es sehr teure Ersatzkraftwerke.

    Nun verkauft der Anbieter seinen Strom an die Endverbraucher und bucht entlang dessen die Abflüsse der co2-Kompensationen.
    Das heißt auch, dass man normalen Strom kaufen kann und die co2-Kompensationen aus Nord-Norwegen - auch wenn der Strom nicht nach DE geliefert werden kann. Das solche Etikettenschwindel nicht gemacht werden, gibt es Gütesiegel wie ok oder das GrünStrom-Label.

    Das erklärt, wieso der Strompreis auch für Ökostrom steigt: Es gibt im öffentlichen Einkauf keinen Unterschied. Es sind viel mehr zwei unterschiedliche Accountings. Und warum steigt er so groß? Weil im Sommer die letzten Jahre immer Strom verschenkt wurde. So wurden Fest-Kontrakte reduziert und mehr an der Börse spontan gekauft. - Das ging dieses Jahr durch z.B. die Wasser- & Gas-Knappheit voll in die Hose.
    Ist nun grüner Strom wirklich grün: Ja mit Sternchen. Das Sternchen: Manche Leute kaufen einfach Strom im Strommix und glauben sie haben viel grünen Strom, weil viel Wasserkraft oder Windkraft in der Nähe ist. Die co2-Einsparungen werden aber woanders hin verkauft und so bekommen sie ggf. Grünenstrom, müssen sich aber trotzdem die co2-Belastung auf die Fahne schreiben.

    Gibts eine Lösung für günstigeren Strom: Ja, einfach einen Überfluss haben an günstigem Strom und die Überschüsse abregeln. Da EEG sich bei Großkraftwerken nicht mehr lohnt, wird sich automatisch eine Speicherwirtschaft entwickeln, da diese sonst ihre Generatoren abschalten müssen. Gibts eine Lösung für getrennten Handel von Ökostrom und fossilem Strom: Nein, weil dann kann es sein, dass die 100%-Grün-Käufer bei Flauten nix mehr kriegen.
    Zudem muss der Strom gut in DE transportiert werden können. So kann PV-Strom aus Bayern in den Norden und Windstrom in den Süden (und auch dort gespeichert werden). Nur so sparen wir die Redispatching-Kosten, die schon ewig und lange 10-stellig sind.

    Gibts eine Alternative zur Merit-Order: Ich bin hier tatsächlich gespannt. Nun ist es so, dass ich als Verkäufer in diesem mega zeitkritischen Markt einfach anbiete zu meinem Mindestsatz. Ich kriege am Ende den Gesamtmarktpreis. So unterdrücke ich Marktspekulation, weil keiner weiß wann der Bedarf zu Ende ist. Worstcase muss ich meine Kraftwerke abschalten (und das tatsächlich tun!), also biete ich zum Mindestsatz an.
    Wenn wir sowas nicht hätten, würden die Anbieter mehr spekulieren. Und das auf 5-15min Zeitscheiben und wenn die abgelaufen ist, werden Ersatzkraftwerke angemacht. Ich will mir das nicht ausmalen. Hoffe aber, die Experten haben eine gute Idee.

    Zum originären Thema: Lohnt sich PV: Ja. Durch die Strompreiserhöhung ist mein ROI von 12 Jahre auf 9 Jahre. Lohnt sich ein Speicher: ROI war bei mir der Gleiche, aber höheres Risiko. Hinsichtlich Auto sollte man überlegen nicht lieber mehr PV statt Speicher und dann die Peaks gut ausnutzen. Auch wenn nun die 70%-Regelung fällt.

    Schlusswort: Das Thema "Strommarkt" ist aus meiner kurzen Erfahrung sehr komplex, da man je nach Kapazität zw. zwei Preiszonen entweder einen gemeinsamen oder einen getrennten Markt hat. Auch kann dies über Länder hinweg gehen. Verteilte Transaktionen über mehrere Systeme hinweg in einem sehr zeitkritischen Umfeld findet hier statt.
    Und wenn etwas knapp ist, dann regelt der Preis das eigentlich sehr gut. Wir sehen nun nur gerade die politischen Versäumnisse von fast allen europäischen Ländern. Hier hat z.B. ein Schweizer Investor sich mal die Im- und Exporte der europäischen Länder sehr genau angesehen. Mega interessant und zeigt: Es gibt keine zwei-Zeiligen Antworten.
    Zuletzt geändert von SvenB; 25.09.2022, 10:40.

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