Hallo zusammen,
ich habe mir nach einigen Hilfestellungen von euch hier im Forum gedacht, mal einen kurzen Erfahrungsbericht zu einem Neubau mit im Schwerpunkt dezentraler KNX-Ausstattung zu geben. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen bei der Entscheidung.
Warum im Schwerpunkt dezentral? Mir war es wichtig, die Technik notfalls problemlos rückbauen zu können bzw. bei Ausfällen nur ein Gerät im Ausfall zu haben und auch "mal eben" überbrücken zu können. Meiner Frau waren normale Schalter wichtig, auf MDT-Glastaster habe ich dann im Schwerpunkt Zusatzfunktionen gelegt. Wir wohnen jetzt seit vier Monaten in unserem Haus und sind sehr zufrieden mit der Lösung.
Wir hatten im alten Haus Homematic, daher wussten wir schon grob, was wir an Funktionalitäten wollten. Ich baute mir ein Testboard und kaufte mir nach und nach exemplarisch Aktoren pp., um ETS und Funktionen kennenzulernen. Am Ende habe ich am Testboard alle Aktoren programmiert und für den Einbau fertig gemacht. Wir hatten Glück, unser Elektriker kannte sich zwar mit KNX nicht aus, aber wir gingen alle Kabelpläne durch, er verlegte die Kabel pp und schloss am Ende dann die Aktoren an 230 V an, ich im Nachgang den Bus. Klappte alles einwandfrei.
Im Schaltschrank haben wir neben Netzteil und IP-Interface nur noch das ABB Alarmmodul SCM/S1.1 und zwei 12er MDT-Schaltaktoren. Von da läuft der Bus im Ring durchs Haus, am Ende natürlich offen.
Von den Schaltaktoren führen 5er NYM-Kabel in die einzelnen Räume zu den Steckdosen, grds. pro Raum ein Kabel, die Außensteckdosen sind mit einem 7er-Kabel angeschlossen. Die Außensteckdosen sind einzeln schaltbar, bei den Kabeln in den Räumen ist eine Phase mit Dauerstrom belegt, die zwei weiteren laufen über zwei Kanäle des Schaltaktors und sind durchgeführt. So kann ich jederzeit einzelne Steckdosen oder auch Gruppen schaltbar machen – oder eben auf Dauerstrom laufen lassen. Das ist die einzige Sternverkabelung, alles andere ist weitgehend konventionell verlegt.
Hinter den Lichttastern sind Dimm- oder Schaltaktoren verbaut mit Binäreingängen, die mit den Tastern verbunden sind. Im Schlafzimmer ein Doppeltaster, mit dem wird neben dem Licht zusätzlich eine Nachtszene geschaltet. Über dem Bett ein KNX-Taster „alle Lichter an“.
Bis auf Wohnzimmer, Schlafzimmer und Gästezimmer werden alle Räume per Bewegungs- bzw. Präsenzmelder gesteuert, teilweise MDT in Schalterhöhe, teilweise Busch-Jäger an der Decke.
Im Wohnzimmer haben wir noch einen MDT-Glastaster mit diversen Funktionen.
An jedem Fenster gibt es einen manuellen Rollladentaster. Die Rollladenaktoren dahinter sind über Binäreingänge mit den Tastern und auch Fensterkontakten verbunden. Damit wird dann das übliche realisiert (Lüftungsstellung, Visualisierung an der Haustür über offene Fenster (MDT LED-Anzeige), Alarmkontakte an die ABB usw.).
Wir haben dezentrale Lüfter verbaut, ebenfalls an KNX angebunden. Via Zigbee-Feuchtesensor im Bad werden sie durch eine HomeAssistant-Automation beim Duschen für 30 Minuten auf höchste Stufe hochgefahren, im Urlaub laufen sie wegen fehlendem manuellen Lüften auf höherer Stufe. Grundsätzlich regele ich alles in KNX, aber die ein oder andere Zigbee-Komponente wird über HomeAssistant verknüpft, genauso wie die Reolink-Außenkameras, die bei Bewegung nachts das Außenlicht anschalten.
Das Haus steuert sich grundsätzlich und vor allem in den wesentlichen Funktionen über KNX, es kann aber auch via Homeassistant alles bedient werden, zusätzlich einzelne Bereiche wie zB Licht über Alexa.
Neben dem Hauseingang haben wir die MDT Glasbedienzentrale, die zentrale Funktionen, einfache Logiken und die Zeitschaltuhren und Urlaubssteuerung übernimmt. Ferner die MDT-LED-Anzeige und ein Keypad für die Alarmanlage. Audioansagen dazu kommen über Homeassistant verknüpft über Sonos-Lautsprecher, ferner wird im Alarmfall über eine geschaltete Steckdose eine gut versteckte 230-Volt-Sirene ausgelöst.
Das war nur ein Einblick, wir sind mit unserer Lösung sehr zufrieden, und ich fühle mich mit der im wesentlichen dezentralen Umsetzung deutlich wohler. Vor allem, wenn mal etwas ausfällt. Und ich glaube, darauf kommt es an: Die Technik muss sich nach den Wünschen des Nutzers ausrichten, nicht anders herum.
Zu den Kosten:
Unser Haus ist ein Bungalow mit rund 130 qm. Ich habe für die Hardware rund 5.000€ gezahlt, der Elektriker hat für den rein KNX-bedingten Anteil ca. 2.500 € mehr gekostet. Verbaut sind hauptsächlich Gira-Aktoren für die Beleuchtung und MDT-Aktoren für die Rollläden. Bewegungs- bzw. Präsenzmelder Theben, MDT und Busch-Jäger mini.
Würde mich freuen, wenn jemand damit etwas anfangen kann, gibt ja immer mal Fragestellungen zu zentraler vs. dezentraler Ausführung
ich habe mir nach einigen Hilfestellungen von euch hier im Forum gedacht, mal einen kurzen Erfahrungsbericht zu einem Neubau mit im Schwerpunkt dezentraler KNX-Ausstattung zu geben. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen bei der Entscheidung.
Warum im Schwerpunkt dezentral? Mir war es wichtig, die Technik notfalls problemlos rückbauen zu können bzw. bei Ausfällen nur ein Gerät im Ausfall zu haben und auch "mal eben" überbrücken zu können. Meiner Frau waren normale Schalter wichtig, auf MDT-Glastaster habe ich dann im Schwerpunkt Zusatzfunktionen gelegt. Wir wohnen jetzt seit vier Monaten in unserem Haus und sind sehr zufrieden mit der Lösung.
Wir hatten im alten Haus Homematic, daher wussten wir schon grob, was wir an Funktionalitäten wollten. Ich baute mir ein Testboard und kaufte mir nach und nach exemplarisch Aktoren pp., um ETS und Funktionen kennenzulernen. Am Ende habe ich am Testboard alle Aktoren programmiert und für den Einbau fertig gemacht. Wir hatten Glück, unser Elektriker kannte sich zwar mit KNX nicht aus, aber wir gingen alle Kabelpläne durch, er verlegte die Kabel pp und schloss am Ende dann die Aktoren an 230 V an, ich im Nachgang den Bus. Klappte alles einwandfrei.
Im Schaltschrank haben wir neben Netzteil und IP-Interface nur noch das ABB Alarmmodul SCM/S1.1 und zwei 12er MDT-Schaltaktoren. Von da läuft der Bus im Ring durchs Haus, am Ende natürlich offen.
Von den Schaltaktoren führen 5er NYM-Kabel in die einzelnen Räume zu den Steckdosen, grds. pro Raum ein Kabel, die Außensteckdosen sind mit einem 7er-Kabel angeschlossen. Die Außensteckdosen sind einzeln schaltbar, bei den Kabeln in den Räumen ist eine Phase mit Dauerstrom belegt, die zwei weiteren laufen über zwei Kanäle des Schaltaktors und sind durchgeführt. So kann ich jederzeit einzelne Steckdosen oder auch Gruppen schaltbar machen – oder eben auf Dauerstrom laufen lassen. Das ist die einzige Sternverkabelung, alles andere ist weitgehend konventionell verlegt.
Hinter den Lichttastern sind Dimm- oder Schaltaktoren verbaut mit Binäreingängen, die mit den Tastern verbunden sind. Im Schlafzimmer ein Doppeltaster, mit dem wird neben dem Licht zusätzlich eine Nachtszene geschaltet. Über dem Bett ein KNX-Taster „alle Lichter an“.
Bis auf Wohnzimmer, Schlafzimmer und Gästezimmer werden alle Räume per Bewegungs- bzw. Präsenzmelder gesteuert, teilweise MDT in Schalterhöhe, teilweise Busch-Jäger an der Decke.
Im Wohnzimmer haben wir noch einen MDT-Glastaster mit diversen Funktionen.
An jedem Fenster gibt es einen manuellen Rollladentaster. Die Rollladenaktoren dahinter sind über Binäreingänge mit den Tastern und auch Fensterkontakten verbunden. Damit wird dann das übliche realisiert (Lüftungsstellung, Visualisierung an der Haustür über offene Fenster (MDT LED-Anzeige), Alarmkontakte an die ABB usw.).
Wir haben dezentrale Lüfter verbaut, ebenfalls an KNX angebunden. Via Zigbee-Feuchtesensor im Bad werden sie durch eine HomeAssistant-Automation beim Duschen für 30 Minuten auf höchste Stufe hochgefahren, im Urlaub laufen sie wegen fehlendem manuellen Lüften auf höherer Stufe. Grundsätzlich regele ich alles in KNX, aber die ein oder andere Zigbee-Komponente wird über HomeAssistant verknüpft, genauso wie die Reolink-Außenkameras, die bei Bewegung nachts das Außenlicht anschalten.
Das Haus steuert sich grundsätzlich und vor allem in den wesentlichen Funktionen über KNX, es kann aber auch via Homeassistant alles bedient werden, zusätzlich einzelne Bereiche wie zB Licht über Alexa.
Neben dem Hauseingang haben wir die MDT Glasbedienzentrale, die zentrale Funktionen, einfache Logiken und die Zeitschaltuhren und Urlaubssteuerung übernimmt. Ferner die MDT-LED-Anzeige und ein Keypad für die Alarmanlage. Audioansagen dazu kommen über Homeassistant verknüpft über Sonos-Lautsprecher, ferner wird im Alarmfall über eine geschaltete Steckdose eine gut versteckte 230-Volt-Sirene ausgelöst.
Das war nur ein Einblick, wir sind mit unserer Lösung sehr zufrieden, und ich fühle mich mit der im wesentlichen dezentralen Umsetzung deutlich wohler. Vor allem, wenn mal etwas ausfällt. Und ich glaube, darauf kommt es an: Die Technik muss sich nach den Wünschen des Nutzers ausrichten, nicht anders herum.
Zu den Kosten:
Unser Haus ist ein Bungalow mit rund 130 qm. Ich habe für die Hardware rund 5.000€ gezahlt, der Elektriker hat für den rein KNX-bedingten Anteil ca. 2.500 € mehr gekostet. Verbaut sind hauptsächlich Gira-Aktoren für die Beleuchtung und MDT-Aktoren für die Rollläden. Bewegungs- bzw. Präsenzmelder Theben, MDT und Busch-Jäger mini.
Würde mich freuen, wenn jemand damit etwas anfangen kann, gibt ja immer mal Fragestellungen zu zentraler vs. dezentraler Ausführung



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