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Dimensionierung Neutralleiter bei Drehstromzähler

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    #16
    Zitat von STSC Beitrag anzeigen
    Für den Neutralleiter ist aber nur max. 1,5mm2 möglich.
    Was sagt denn der Zählerhersteller dabei?

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      #17
      Zitat von STSC Beitrag anzeigen
      Sollte der Zähler einen Kurzschluss haben, brennt der 1,5mm2 Neutrallleiter dann ggf. weg? Wie seht ihr das?
      Hersteller unterliegen der Produkthaftung.
      Wenn der Zähler nicht grade vom Onkel Wong hergestellt und über den großen Teich geschippert wurde und CE in dem Fall nicht „China Export“ bedeutet; ist stark davon auszugehen, dass Finder als renommierter Hersteller sich sehr wohl der Verpflichtung bewusst ist, haften zu müssen, wenn sie einerseits weder die Normen angemessen berücksichtigen und schlimmstenfalls dadurch teure Austauschprogramme für ausgelieferte und eingebaute Geräte tragen müssen, wenn es wegen Sicherheitsbedenken einen Produktrückruf gibt.
      Ungeachtet der Tatsache, dass bei Nachweis eines Brandes oder gar dadurch entstehende Todesfolge durch deren Produkt sogar strafrechtlich Konsequenzen drohen.

      Deshalb bin ich guter Hoffnung, dass diese Art der Verdrahtung seitens Finder so konzipiert ist, dass eine Überlastung des dünnen Neutralleiters bei internem Kurzschluss konstruktiv unmöglich sein wird.

      Wer übrigens mal einen Ferraris-Zähler abgeklemmt hat, wird auch da feststellen, dass sie Brücken zum Spannungspfad nur mit dünnen Laschen realisiert werden. Obwohl die auch mitunter direkt mit 63A abgesichert sind. Der Neutralleiter ist in der Innenverdrahtung ebenfalls alles andere als 10qmm, auch wenn an den Klemmen in der Durchverdrahtung mit diesen Querschnitten angeschlossen werden kann.

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        #18
        Beim Eastron SDM54-2T ist im Schaltbild für den Neutralleiter noch eine externe Feinsicherung eingezeichnet. Bei den anderen Herstellern habe ich nichts gefunden.

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          #19
          Zitat von STSC Beitrag anzeigen
          externe Feinsicherung
          Was aber selten was bringt.
          Da diese Zähler bei Nutzung bis 80A Nennstrom häufig in der Nähe von Netzverknüfungspunkten sitzen (Zählerschränke usw.) sind Sicherungen mit einem Kurzschlussausschaltvemögen von 6kA zu verwenden.
          Feinsicherungen können in der Regel 80-150A Kurzschlussstrom abschalten; vereinzelt gibt es auch welche mit 1500A. Man ist aber zum einen sehr weit von den 6kA entfernt.
          Und wer mal im Zählerschrank die Schleifenimpedanz gemessen hat, wird feststellen, dass dort je nach Entfernung zur Trafostation oder leistungsstarken Einspeisern gerne 2-5 kA Kurzschlussstrom fließen können.

          Sollte es dann innerhalb des Zählers zu einer vollständigen Überbrückung des Spannungspfades kommen und der vollständige Kurzschlussstrom über die Sicherung fließen, wird der Strom die Sicherung explodieren lassen und im ungünstigen Fall der Lichtbogen weiter brennen, bis der Halter komplett abgefackelt ist.

          Dann kommt noch die VDE ins Spiel:
          VDE 0100-430/431.2.1:Oktober 2010, Status: gültig
          Ist der Querschnitt des Neutralleiters geringer als der Querschnitt der Außenleiter, ist gefordert, eine dem Neutralleiterquerschnitt entsprechende Überstromerfassung im Neutralleiter vorzusehen; diese Erfassung muss die Abschaltung der Außenleiter, jedoch nicht unbedingt die des Neutralleiters bewirken.​
          Wenn also der Querschnitt im Neutralleiter geringer ist, müssen die Aussenleiter abgeschaltet werden. Optional darf auch der Neutralleiter mit abgeschaltet werden - aber nicht nur.
          Folglich ist die alleinige Absicherung des Neutralleiters mittels Sicherung verboten.

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            #20
            Was ist dann deine Einschätzung? Eher keine Zähler verwenden, bei denen der Querschnitt des Neutralleiters geringer ist als der Querschnitt der Aussenleiter?

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              #21
              Zitat von STSC Beitrag anzeigen
              Eher keine Zähler verwenden, bei denen der Querschnitt des Neutralleiters geringer ist als der Querschnitt der Aussenleiter
              Warum?
              Es ist doch die Pflicht des Herstellers, dafür zu sorgen, dass bei seiner Produktdimensionierung keine Normen verletzt werden und keine Gefährdung von seinem Produkt für Sachwerte und des Lebens der Anwender und Nutzer ausgeht.
              Folglich würde ich den Zähler bestimmungsgemäß einbauen. Wenn der Hersteller lediglich einen Querschnitt von 1,5qmm für den Neutralleiter vorsieht, werden sich die Ingenieure was dabei gedacht haben. Und das muss ich weder hinterfragen noch begründen. Dafür gibts Konformitätserklärungen, die auch die Firma Finder zu den Zählern vorhält.

              Hier ist die z.B von dem Zähler: https://cdn.findernet.com/app/uploads/DOC7M.pdf
              Und wenn man da mal intensiver schaut, dann wird auch da die Konformität nach EN 62052-31:2016 bescheinigt, welche eben genau für die elektrische Sicherheit steht.
              Der vorliegende Teil von IEC 62052 legt Anforderungen an die Produktsicherheit von Einrichtungen zur Messung und Steuerung beziehungsweise Regelung von elektrischer Energie fest. Weitere Anforderungen sind den einschlägigen Normen zu entnehmen. Diese Internationale Norm gilt für neu hergestellte Zähleinrichtungen, die für die Messung und Steuerung beziehungsweise Regelung von elektrischer Energie an 50 Hz- oder 60 Hz-Netzen mit einer Spannung bis 600 V ausgelegt sind, bei denen alle Funktionselemente, einschließlich Ergänzungsmodule in einem Gehäuse untergebracht sind oder eine Einheit mit ihm bilden. Die vorstehend erwähnte Spannung ist die aus Nennspannungen abgeleitete Spannung Außenleiter-Neutralleiter.​
              Ich messe ja auch nicht die Kontaktstücke einer Merten Schutzkontaktsteckdose nach, ob dort bis zu den Steckbuchsen der Querschnitt der Federkraftkontakte den Nennstrom aushält oder lasse meine Anhängerkupplung am Auto nachrechnen, ob die wirklich die Zugkraft aufnehmen kann, bevor ich den Hänger dort ankupple. Auch da gibts für alles Konformitätsnachweise, welche mir bescheinigen, dass das ordnungsgemäß hergestellt ist.

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                #22
                Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
                Sollte es dann innerhalb des Zählers zu einer vollständigen Überbrückung des Spannungspfades kommen und der vollständige Kurzschlussstrom über die Sicherung fließen, wird der Strom die Sicherung explodieren lassen und im ungünstigen Fall der Lichtbogen weiter brennen, bis der Halter komplett abgefackelt ist.

                Zitat von concept Beitrag anzeigen
                Ich würde im N eine 2x20mm sandgefüllte Schmelzsicherung
                der Sand löscht den Lichtbogen und nix explodiert. Ausserdem ist ja in jeder Phase noch ein LS/FI im Kurzschlusspfad drin, der schlimmstenfalls bei 6kA abbricht.
                Zuletzt geändert von concept; 21.12.2025, 22:39.
                gemäss forenregeln soll man bitte und danke sagen! also: bitte und danke!

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                  #23
                  Manchmal setzt man den Zähler aber auch vor den LS bzw LS/Fi

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                    #24
                    Okay... aber dennoch: ich vertraue einer sandgefüllten Sicherung. Und falls sie doch explodiert, wird der Stromfluss ja auch unterbrochen und man hat sogar eine visuelle Information

                    Alles immer noch besser, als einem Gerätehersteller vertrauen, der dazu gar keine Informationen liefert.
                    gemäss forenregeln soll man bitte und danke sagen! also: bitte und danke!

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                      #25
                      Zitat von concept Beitrag anzeigen
                      der Sand löscht den Lichtbogen und nix explodiert. Ausserdem ist ja in jeder Phase noch ein LS/FI im Kurzschlusspfad drin, der schlimmstenfalls bei 6kA abbricht.
                      Du hast schon mitbekommen, dass der angefragte Zähler für 80A direktmessend ist?
                      Da wird mitunter weder ein LS oder FI vorgeschaltet sein; sondern höchstens ein SLS oder eine NH-Sicherung.
                      Selbst die ESKA-Sicherungen sandgefüllt mit 6,3x32mm (also die etwas längeren) können lediglich 1000A ausschalten (laut Datenblatt).
                      Wenn die 5kA sieht, dann fliegt die ebenfalls in tausend Einzelteilen daher. Da nützt auch Sand zum Löschen nix… Die Energiemenge kann das bisschen Sand auch nicht kühlen.

                      Neozed wäre der richtige Einsatzfall (kann 50kA), aber im Hinblick auf das Absicherungsverbot von Neutralleitern nach o.g. Norm fällt das auch aus.

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                        #26
                        Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
                        elbst die ESKA-Sicherungen sandgefüllt mit 6,3x32mm (also die etwas längeren) können lediglich 1000A ausschalten (laut Datenblatt).
                        1000A können die 5x20 von ESKA auch

                        Aber was würdest Du konkret in dem Fall machen?
                        gemäss forenregeln soll man bitte und danke sagen! also: bitte und danke!

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                          #27
                          Zitat von concept Beitrag anzeigen
                          Aber was würdest Du konkret in dem Fall machen?
                          Mit den Begründungen aus Post #21 dieser Seite:
                          Folglich würde ich den Zähler bestimmungsgemäß einbauen. Wenn der Hersteller lediglich einen Querschnitt von 1,5qmm für den Neutralleiter vorsieht, werden sich die Ingenieure was dabei gedacht haben. Und das muss ich weder hinterfragen noch begründen. Dafür gibts Konformitätserklärungen, die auch die Firma Finder zu den Zählern vorhält.
                          Da die Konformität der Produktsicherheit nach EN 62052-31:2016 hier nachgewiesen wurde (https://cdn.findernet.com/app/uploads/DOC7M.pdf), ist der Zähler bedenkenlos einzusetzen. Wie vom Hersteller laut Montage- und Bedienungsanleitung vorgesehen; ohne Sicherung im Neutralleiter mit einem Querschnitt, der deutlich unter den Außenleitern liegt.
                          Das darf so sein, da der Hersteller das so vorsieht, ohne das daraus eine Gefahr entsteht. Wie er das technisch realisiert, dürfte demjenigen der es am Ende anschließt und in Betrieb nimmt, egal sein.

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                            #28
                            Wenn man trotzdem einen höheren Querschnitt anschließen will wieso auch immer würden eventuell stiftkabelschuhe eine Lösung darstellen

                            ich persönlich würd mich aber dran erfreuen dass ich nur 1,5 statt 10 verlegen muss. Spart Material

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                              #29
                              Zitat von tsb2001 Beitrag anzeigen
                              Neozed wäre der richtige Einsatzfall (kann 50kA), aber im Hinblick auf das Absicherungsverbot von Neutralleitern nach o.g. Norm fällt das auch aus.
                              Wie ist das dann beim Eastron SDM54? Der ist sogar bis 100A. Im Schaltplan ist aber hier eine optionale(?) Sicherung im Neutralleiter.

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                                #30
                                Zitat von STSC Beitrag anzeigen
                                Wie ist das dann beim Eastron SDM54?
                                Also eigentlich theoretisch einfach; aber nicht lösbar.
                                Während Finder als Hersteller innerhalb der EU seine Produkte unmittelbar zertifizieren lässt und damit die Konformität bescheinigt , kann man diese Dokumente online einsehen und herunterladen.

                                Nun kommt Eastron.
                                Hergestellt in China und durch wen auch immer importiert. Der größte Teil stammt wahrscheinlich aus dem Import von B+G Etech.
                                Wenn man eine Ware in die EU importiert und in Verkehr bringt, ist der Importeur verpflichtet, die Nachweise zu organisieren. Entweder lässt er beim Hersteller direkt die Konformität nachweisen und importiert diese direkt mit dem Nachweis der Unbedenklichkeit auf Basis der europäischen Richtlinien und Normen; oder er kauft auf „gut Glück“ und investiert erst mal in Europa in die Nachweise der Unbedenklichkeit aus eigener Tasche. Das kann gutgehen, muss aber nicht.

                                Bei Eastron oder BG Etech finde ich zwar Herstellererklärungen, die beziehen sich aber lediglich auf Genauigkeitsklassen, nicht aber auf die Produktsicherheit.
                                Auch finde ich in der Montage- und Bedienungsanleitung weder den Verweis auf die europäischen Normen, noch findet sich irgendwo ein Hinweis auf diese ominöse gestrichelte Sicherung.

                                Gucke ich weiter in die Anleitung, ist die Sicherung gestrichelt. Nicht gestrichelt ist aber das vorgelagerte 4-polige Schutzorgan, was bedeuten würde, dass das immer eingesetzt werden muss.

                                Deshalb würde ich:
                                • entweder einen großen Bogen um diese Produkte machen, denn der Preis kommt nicht von ungefähr, oder
                                • durch den Dumpingpreis beeindruckt unbedingt das Gerät kaufen. Vor Anschluss und Inbetriebnahme würde ich mir jedoch vom Verkäufer die notwendigen Bescheinigungen anfordern. Inklusive einer schriftlichen Stellungnahme zu der eventuellen Neutralleitersicherung in Bezug auf die VDE 0100-430, die das verbietet. Zudem müsste auch die vierpolige Abschalteinrichtung vor dem Zähler definiert werden.
                                Machst du das nicht, bringst du das Gerät ohne den Nachweis in Verkehr und haftest gegebenenfalls bei Schäden durch das Produkthaftungsgesetz selbst.

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