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Erdungsfragen (Überspannungsschutz, mehrfach Erden?)

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    Erdungsfragen (Überspannungsschutz, mehrfach Erden?)

    Ich habe zwei Fragen zum Thema Erdung, bei denen ich gerne nochmal weitere Meinungen hätte.
    Installation als TN-C-S System. Zu beiden Fragen würde mich jeweils interessieren was die Vorschriften sagen und falls diese nicht eindeutig sind, was die beste Praxisempfehlung ist.

    1) Unterm Zähler hat es eine Sammelschiene (N, L1, L2, L3, PE), auf dieser sitzt ein Dehnguard Kombiableiter. Die Sammelschienen werden aus dem HAK über ein 5x16 gespeist, sprich Aufteilung des PEN schon im HAK. Im HAK ist der PEN aus der Straße mit einem 1x16 mit der Potentialausgleichsschiene verbunden.
    Der Dehnguard hat zusätzlich zu seinen Kontakten für die Sammelschiene noch einen separaten PE Anschluss. Elektriker sagt, das passt schon ohne separaten PE, da ja mit der Sammelschiene verbunden und diese direkt über den PE des 5x16 mit dem HAK und dort mit dem PA verbunden ist.
    Nur wozu hat der Kombiableiter dann die zusätzliche PE Klemme? Klar ist es irgendwie einfach nur doppelt, wenn man von der PE Klemme nochmal zum PA geht, das sehe ich schon auch. Also ist eine zusätzliche, separate Leitung vom Kombiableiter zum PA Pflicht oder nicht?

    2) In der Garage hat es eine Unterverteilung. Unterhalb dieser UV kommt nochmal ein Anschluss des Fundamenterders raus, an dem eine Potentialausgleichschiene hängt, über die bisher nur die Unterkonstruktion der PV geerdet ist. Jetzt könnte hier noch ganz einfach mit einem kurzen Stück Kabel nochmal der PE der ganzen Anlage zusätzlich geerdet werden. Hilft das oder schadet das? Zum einen sollte der PE doch nur an einer Stelle am Potentialausgleich hängen, damit der Überspannungsschutz die Potentiale aller Leiter nahe beeinander halten kann. Auf der anderen Seite hat es z.B. durch Erdung der Wasserinstallation sowieso solche mehrfachen Verbindungen von PE zu PA, kann also so schlimm nicht sein? Und hilft womöglich bei Überspannungsereignissen den PE niederohmig und mit niedriger Induktivität an den PA anzubinden.

    #2
    Hallo IPv6,

    grundsätzlich hast du natürlich Recht, dass es irgendwie merkwürdig ist, dass es zwei getrennte Klemmen gibt, aber am Ende doch alles ziemlich an der selben Stelle zusammenläuft. Jetzt muss man allerdings die Begriffe und die Symbole an/zu den Anschlüssen betrachten. Bei einem Überspannungsschutz Typ 1 bzw. Typ 1+2 gibt es einen Anschluss für den Schutzleiter (PE) und einen Anschluss für den Potenzialausgleichsleiter (PA). Rein fachlich in der Elektrotechnik zwei völlig getrennte Dinge. Dein Netz und die Installationsvorschriften des Herstellers geben dir an wie und wo du welche Anschlüsse tätigen musst.

    Dehn sagt z.B. bei einem TN-S Netz und Typ 1+2 das sowohl PE auf den PE im Schrank gelegt werden muss, als auch der PA direkt auf die PA-Schiene gelegt werden muss. Also gehe ich davon aus, dass dein Elektriker sich hier einfach Arbeit sparen wollte und sich nicht an die Herstellerangaben gehalten hat. Machen übrigens die meisten auf Anhieb falsch mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe.

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      #3
      Zitat von IPv6 Beitrag anzeigen
      Nur wozu hat der Kombiableiter dann die zusätzliche PE Klemme?
      ich gehe mal davon aus, dass die Bezeichnung PE nur einmal auf dem Gerät vorhanden ist.
      Der weitere Anschluss sollte entweder mit PA oder mit einem Erdungszeichen beschriftet sein.
      Dieser muss auf jeden Fall separat zum Potentialausgleich gelegt und angeschlossen werden.
      Der Ableitstrom muss auf dem kürzesten Weg abgeleitet werden, und das ist die PA-Schiene.
      Zuletzt geändert von oezi; 24.06.2026, 07:51.

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        #4
        Klar, die untere Klemme hat ein Erdungssymbol. Laut Schaltplan der Dehn Website ist der PE Anschluss der Sammelschiene direkt mit dem PA Anschluss verbunden:
        Schematic.png

        So sieht das grob mit dem Zählerschrank aus (nur alles rund um den PE skizziert):

        IMG_20260624_094137.jpg
        Da wäre ein zusätzliches Erdungskabel halt tatsächlich einfach nur parallel zum eh schon existierenden. Ein wirklich kürzerer Leitungsweg ergibt sich dadurch nicht? Zumindest aus elektrotechnischer Sicht kann ich da wenig Unterschied sehen, wenn es aber feste Vorschriften dazu gibt sorge ich natürlich dafür, dass das zusätzliche Kabel noch gelegt wird.

        Hat noch jemand Input zu meiner zweiten Frage?
        Zuletzt geändert von IPv6; 24.06.2026, 08:45.

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          #5
          I.d.R. gibt es diese Regel des Doppelanschlusses nur bei Überspannungsschutz Typ 1 oder Kombi Typ 1+2. Bei nur Typ 2 bzw. 3 gibt es dann nur noch einen PE-Anschluss der optional bzw. alternativ auch direkt an den PA angeschlossen werden dürfte. Als Hinweis warum die zwei Leitungen Sinn machen ist die Knoten- und Maschenregel. Die Energien (Spannung und Strom) werden so aufgeteilt bzw. reduziert. Bei Typ 1 ist das größte Ableitvermögen und daher das größte Energieaufkommen und daher sind es dort auch zwei Anschlüsse. Auf dem Papier sieht es natürlich total dämlich aus, da beides an der gleichen Stelle ankommen kann. Du lässt in deiner Zeichnung aber außer acht, das der PE in HAK auch über den PEN Verbindung nach außen hat und somit Energie ableitet. Es läuft nicht alles über die PA-Schiene.

          Deine 2. Frage verstehe ich nicht so 100%. Du hast in der Garage eine UV und eine PA-Schiene. Die UV wird aus deiner Hauptverteilung eingespeist und hat darüber seinen PE Anschluss. Die PA-Schiene hat seinen Anschluss an den Fundamenterder aber sonst nur Verbindung zur Unterkonstruktion PV-Anlage. Deine Frage ist jetzt ob man die PA-Schiene mit dem PE im Schrank verbinden sollte oder ob man es besser bleiben lässt. Dazu kann ich dir nur sagen, das ich es machen würde, wenn der Fundamenterder der gleiche (im Fundament verbunden) ist wie an deiner HV. Davon ist denke ich aber auszugehen. Bringt dir zusätzliche "Vermaschung" des PA. Wenn ich die Frage nicht richtig verstanden habe bitte genauer erläutern.

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            #6
            Zitat von purpleturtle Beitrag anzeigen
            wenn der Fundamenterder der gleiche (im Fundament verbunden) ist wie an deiner HV.
            Wenn Haus- und Garagen-Fundament getrennt sind, aber besser nicht verbinden, richtig? (sonst würden über den PE zwischen Haus und Garage verm. Ausgleichsströme fliesen)
            ....und versuchen Sie nicht erst anhand der Farbe der Stichflamme zu erkennen, was Sie falsch gemacht haben!

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              #7
              Zitat von Uwe! Beitrag anzeigen
              Wenn Haus- und Garagen-Fundament getrennt sind, aber besser nicht verbinden, richtig? (sonst würden über den PE zwischen Haus und Garage verm. Ausgleichsströme fliesen)
              Dann 1x16 mm² von der Haus PA-Schiene zur Garagen PA-Schiene ziehen!

              Das ist eine typische Frage für Dipol
              I am hoping the Internet of Incompatible Things mitigates the bad effects of the Internet of Insecure Things.

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                #8
                Fundamenterder ist der gleiche, sprich PA Anschluss vom Technikraum im Keller und PA Anschluss Garage hängen im Erdreich am gleichen Ringerder. Die Garage steht direkt am Haus.
                Also schadet es nicht, den PA in der Garage nochmal auf den PE Klemmblock zu legen? Separater ÜSS hat es in der Garage nicht, da Zuleitung < 10 Meter. Könnte aber noch verbaut werden falls es trotzdem sinnvoll ist.

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                  #9
                  Die Verbindung schadet dann nicht, sie verbessert die Situation sogar, da du eine zusätzliche Masche schaffst. Sie ist aber nicht zwingend notwendig.

                  Den ÜSS in der UV Garage kannst du dir erstmal sparen (Begründung hast du ja selbst geliefert). Wenn von der Unterverteilung aber noch Leitungen in den Außenbereich/Garten gehen, kann er u.U. sinnvoll werden (sagt zumindest die Norm, welche von der Blitzschutzlobby mit kreiert wurde). Du willst dann die Überspannung aus den Gartenleitungen dann nicht erst über den ÜSS in der Hauptverteilung ableiten und auf dem Weg dorthin überall induktiv einkoppeln, wenn Leitungen parallel liegen.

                  ÜSS ist für mich immer eine Art Gefährdungsbeurteilung für einen selbst. Wieviel will ich ausgeben für welche Menge an "Schutz". Grundlegend ist es: Welchen Schaden habe ich zu erwarten wenn ich es nicht mache und kann ich mit dem Schaden leben. Gebe ich 600€ aus um eine 50€ Leuchte zu schützen die vielleicht in 50 Jahren einmal in Gefahr ist dadurch kaputt zu gehen. Die andere Seite ist die Norm. Danach müsste man theoretisch jede Leitung welche die Gebäudehülle durchdringt mit einem ÜSS versehen. Das halte ich persönlich für Irrsinn und Geldmacherei, daher einmal Gedanken machen was ist es einem Wert.

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