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Umstieg von PHC auf KNX ... Planung

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  • khe
    antwortet
    Und hier kommt er nun, mein finaler Beitrag zur Migration

    Es ist vollbracht. Ich habe nun auch OG und DG noch migriert und damit ist der Wechsel von PHC zu KNX für mich zunächst mal abgeschlossen.

    Ich bin mit meinem Vorgehen sehr zufrieden. Hier nochmal Highlights
    1. Etagenweise Migration (Voraussetzung war allerdings, dass bereits die PHC-Komponenten in etwa an Etagen orientiert aufgelegt waren)
    2. Entkopplung von Schaltschrank-Migration (Aktoren) und Taster-Migration (Sensoren) durch übergangsweise Software-Bedienung (OpenHAB)
      Das ermöglicht, die jeweils mehrtägige Migration im laufenden Haushaltsbetrieb bei minimalen Unterbrechungszeiten.
    3. Die Software-Bedienung bleibt mir auch jetzt noch erhalten
    4. OpenHAB ermöglicht in der Folge die weitere Integration verschiedener Gewerke in die Hausautomatisierung
    Wer an Details interessiert ist, bitte meinen Beitrag oben vom 20.03.2022 lesen.

    Wer noch mehr Details möchte, bitte gern hier melden - oder per PN.

    Viel Grüße

    Kai-Uwe

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  • khe
    antwortet
    Hallo zusammen

    So, mehr als ein Jahr später möchte ich nun mein Versprechen einlösen und mal zur Abwechslung berichten und nicht nur fragen, damit andere auch mal von mir profitieren können.

    Mein Szenario habe ich in diesem Thread ja beschrieben, das mache ich jetzt nicht nochmal - siehe dazu oben.

    Was ist also seit Neujahr 2021 alles passiert bei mir?

    Proof of Concept

    Erstmal habe ich mir - wie oben beschrieben ein paar Testkomponenten und mit der kostenlosen Testversion der ETS5 ausprobiert. Das würde ich allen KNX Neueinsteigern empfehlen, auch wenn man - wie ich - von PHC her kommt und damit schon ein bisschen Erfahrung mit solchen Systemen hat - die KNX-Welt ist doch ganz anders - eben dezentral und vor allem in der Konfiguration (oder Programmierung, wie auch immer) muss man umdenken. - Erste Gehversuche mit physikalischen Adressen und Gruppenadressen machen und verstehen, wie die Sache tickt.
    Drei Dinge haben mir sehr geholfen
    1. Dieses Forum - Danke nochmal an Euch alle für den Kickstart mit Euren Antworten.
    2. Georg hatte mir per PN geschrieben und mir angeboten zu telefonieren. Er hatte ein ähnliches Migrationsszenario und ich durfte Anfang 2021 sicher eine Stunde oder sogar länger von seinen Erfahrungen profitieren. - Das war wirklich super. Ich habe zwar einen anderen Migrationsweg gewählt, aber die Diskussion war super hilfreich und hat mir wirklich weitergebracht. - Dir nochmal mein ganz besonderer Dank!
    3. Die Hausautomatisierungs "Bibel" - "Hausautomatisierung" von Stefan Heinle. Faszinierend, wie man ein solches Buch schreiben kann - und hilfreich ist es auch. Da werden alle grundlegenden Dinge zu KNX beschrieben und wie man so ein Projekt sinnvoll aufbaut, welche Topologien möglich sind. Auch das wirklich empfehlenswert als Neueinsteiger - gibt vielleicht auch andere grundlegende Einführungen, für mich war das gut.
    Mit den ersten Komponenten
    • Spannungsversorgung: ENERTEX 1152-03 PowerSupply 960³
    • IP-Interface MDT SCN-IP000.03 IP
    • Schaltaktor MDT AKU-2416.02 Universalaktor
    • LINGG&JANKE Q77882 Tasterschnittstelle TS8F-2-QU 8-fach
    • LINGG&JANKE 79881 TS4FL-2-E KNX Tasterschnittstelle
    habe ich mir dann ein Test-Board gebaut und ein bisschen gespielt.

    Für die Taster habe ich habe Hausseitig eine sternförmige Fernmelde-Verkabelung IY(St)Y (n) x 2 x 0.6, also keine KNX-Kabel. Das habe ich natürlich auch für die längste Kabelstrecke vom UG bis zum DG ausprobiert, um sicher zu gehen, dass der KNX-Bus (EIB) über die gut 20m Fernmeldekabel auch stabil funktioniert.

    Nachdem ich überzeugt war, dass ich damit mein Projekt angehen kann, habe ich dann die eigentliche Planung begonnen

    Planung

    Ich bewohne eine Doppelhaushälfte mit 4 Etagen. Ich habe im UG einen zentralen Schaltschrank, in dem die PHC-Komponenten untergebracht waren. Der Schaltschrank ist damit voll und so stellt sich die Frage, wie bekomme ich die PHC-Komponenten raus und die neuen Komponenten rein - und das "im laufenden Haushaltsbetrieb".
    Es ist klar, dass die komplette Verdrahtung im Schaltschrank keine Arbeit für einen halben Tag ist, d.h. man muss sich eine Migrationsstrategie überlegen.

    Dazu standen verschiedene generelle Vorgehensvarianten zur Auswahl
    1. Neuer Schaltschrank: Den Ansatz hatte Georg (s.o.) gewählt und der hat einen gewissen Charme. Einen komplett neuen Schrank aufbauen und dann am Tag X alle hausseitig eingehenden Kabel vom alten Schrank abmachen - alten Schrank abhängen, neuen Schrank (innen fertig verdrahtet) aufhängen und die hausseitigen Kabel alle wieder auflegen.

    2. Komplettmigration: Verdrahtung aller PHC-Komponenten im Schaltschrank abbauen, alle PHC-Komponenten raus und dann alle Schaltaktoren einbauen, verdrahten, anschliessend alle Tasterschnittstellen einbauen.

    3. Etagenweise Migration: Verdrahtung im Schaltschrank für eine Etage von den PHC-Komponenten wegnehmen. Die so frei gewordenen PHC-Komponenten entferenen, KNX-Schaltaktoren in den Schrank einbauen und verdrahten, KNX-Tasterschnittstellen dezentral einbauen.

    Ansatz 1 kam für mich nicht in Frage - schien mir zu aufwändig und kostspielig.
    Ansatz 2 habe ich ebenfalls sofort verworfen, weil der Haushalt ja weiter funktionieren muss - es ist Hölle viel Arbeit und es dauert viele Tage, bis alles wieder funktioniert.

    Also habe ich mich grundlegend für Ansatz 3 entschieden. Glücklicherweise waren schon meine PHC-Module grob nach Etagen aufgebaut und auch physisch entsprechend ungefähr so angeordnet, das sich diese Strategie für mich angeboten hat.

    Ich habe mir erstmal Zeichnungen von meinem Schaltschrank gemacht und überlegt, was ich fürs UG an PHC rausschmeissen kann und was ich dann dafür für KNX einbauen muss - welche PHC-Teile ich im Schrank umziehen muss. - Das war Gold wert. Dann habe ich die Komponenten fürs UG bestellt - Den 24fach-Schaltaktor, die Spannungsversorgung und das IP-Interface hatte ich ja schon, also noch einige Tasterschnittstellen und vor allem die ETS5 Volllizenz.

    Trotzdem schien mir der komplette Ersatz der gesamten Etage an einem Tag (zumindest für mich) nicht machbar - Meine Überlegung war also, am ersten Tag soweit zu kommen, dass der Schaltaktor fürs UG mal funktioniert und verdrahtet ist. Die Frage war aber, womit schalte ich, wenn doch noch keine Taster funktionieren.

    Deshalb habe meinen ohnehin vorhandenen Raspberry PI 3 genommen und mit OpenHAB 3 ausgestattet. Und habe eine OpenHAB Konfiguration vorbereitet mit der ich (und auch meine Frau :-)) dann wenigstens vom Handy aus die Lichter und Rollläden bedienen kann.

    Umsetzung UG

    Mit dem Plan habe ich dann alle UG Lichter und Rollläden vom PHC abgeklemmt, die entsprechenden PHC-Module ausgebaut. Die PHC Spannungsversorgung und das PHC Steuermodul habe ich verschoben und an die freigewordenen Stellen dafür die KNX Spannungsversorgung, das IP Interface und den Schaltaktor eingebaut und alles verdrahtet. Das hat tatsächlich an einem Tag geklappt und mittels OpenHAB konnten wir erstmal auch alles bedienen.

    Bei nächster Gelegenheit habe ich dann die Tasterschnittstellen ergänzt, was nochmal einige Zeit in Anspruch genommen hat - auch hier mussten im Schaltschrank die Taster mit dem KNX-Bus versorgt werden - was ich mit zusätzlichen Phoenix-Klemmen verteile. Und natürlich mussten auch die Tasterschnittstellen dezntral in die UP Tasterdosen eingebaut und angeschlossen werden.

    Cool war, es hat alles so geklappt, wie ich mir das vorgestellt hatte. Bis auf ein paar kleinere Fehler sind mir dank minutiöser Vorplanung und detaillierter Dokumentation keine größeren Probleme begegnet.

    Türklingel

    Als wir damals gebaut haben, war ich von der Idee beseelt, dass es toll ist, wenn die Türklingel nicht durch einen separaten Gong signalisiert, dass jemand den Einlass begehrt, sondern vielmehr das Telefon klingeln soll. Das ging damals über meine Telefonanlage, die nun etwas zeitgleich mit der KNX-Umsetzung des UG den Geist aufgab.

    Eine neue Telefonanlage wollte ich nicht mehr haben, denn die Fritz-Box ist dafür für uns voll ausreichend. Nur die Türklingel über Telefon war damit nicht mehr so einfach realisierbar. Ich wollte auch nicht lange recherchieren und eine neue richtige Lösung suchen. Deshalb habe ich mich erstmal für eine Zwischenlösung entschieden. Türklingel -> KNX-Tasterschnittstelle -> OpenHAB -> Script -> FritzBox -> Telefon. Klingt abenteurlich, aber es funktioniert. Will ich nicht als Dauerlösung, weil zu viele Komponenten dran beteiligt sind, die alle laufen müssen, damit's klingelt - aber als Übergangslösung war das erstmal ok.

    Pause

    So lief nun KNX fürs UG und für alles weitere immer noch PHC einträchtig nebeneinander. Und da das Frühjahr kam und es mich eher nach draussen zog, habe ich KNX erstmal liegen lassen.

    Umsetzung EG
    Erst vor ca. 4 Wochen habe ich dann nach der langen Sommer/Herbst/Winter-Pause die Sache wieder in Angriff genommen und nun nach bewährtem Muster EG und Aussenbereich umgsetzt.
    Wieder habe ich erst detailliert geplant und die ETS- sowie OpenHAB-Programmierung vorgenommen und dann erst die ensprechenden Aktionen im Schaltschrank gestartet. Auch das hat super geklappt.

    Rest
    Jetzt ist noch OG und DG übrig - ist nicht mehr so viel.

    Fazit
    Mein Projekt ist erstmal nicht so prickelnd, weil es sich erstmal mit dem 1:1-Ersatz der PHC-Anlage beschäftigt. Aber wenn das dann mal erledigt ist, kann ich mich in Ruhe dem Ausbau von KNX widmen. Erstmal will ich das Thema los werden, dass irgendwann eine PHC-Komponente ausfällt und ich vielleicht keinen Ersatz mehr bekomme.
    Als Neueinsteiger sollte man sich Zeit nehmen und erstmal lernen, bevor man reinstolpert und nachher gar nix mehr funktioniert. Hier im Forum gibt's viel zu erfahren und das genannte Buch hilft auch weiter.
    Wenn man technisch völlig unvorbelastet ist, dann dauert der Einstieg sicher noch länger - ich selbst bin Informatiker und habe dadurch und durch die bereits selbst aufgebaute PHC-Anlage eine ganz gute Vorbildung.
    Die Planung und akribische Dokumentation bereits im Vorfeld der eigentlichen Umsetzung, haben mir in der jeweiligen Umsetzungsphase sehr geholfen. Ich musste mich nicht mehr darauf konzentrieren, von wo nach wo ich einen Draht ziehen muss, das habe ich vorher schon gemacht - ich konnte mich auf das ordentliche Verdrahten selbst konzentrieren und habe dadurch eine extrem kleine Fehlerquote gehabt.
    Die KNX-Komponenten funktionieren bis dato ohne Probleme.
    Die Bedienung mittels App über OpenHAB hat sogar den WAF gesteigert :-)

    Wenn's Fragen gibt - bitte jederzeit gern hier im Forum oder auch per PN.

    Gruss

    Kai-Uwe

    Im Anhang noch die Zeichnungen für die erste Migrationsstufe (UG) - für die, die's interessiert
    Angehängte Dateien

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  • Beleuchtfix
    antwortet
    Mach doch mal ein Bild von deiner Verteilung und einem Lichtschalter und einer Steckdose, dann kann man sich eher was darunter vorstellen.

    Gruß Florian

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  • khe
    antwortet
    Hallo Epicharis

    Zitat von Epicharis Beitrag anzeigen
    Ist der Wechsel von PEHA zu KNX sehr aufwändig
    Ja, da hast Du sicher etwas mit Projektcharakter vor Dir - auch die Kosten sind sicher nicht im Wochenendausflug-Bereich anzusiedeln - eher schon 14 Tage bis 3 Wochen Familienurlaub - je nach Umfang Deiner PEHA-Anlage kann die Investition auch im Fernreise-Bereich liegen ... aber das hast Du sicher schon selbst bemerkt.

    Es hört sich für mich so an, als hättest Du eine eher dezentrale PEHA-Installation. Das ist bei mir anders, bei mir beschränkt sich der PEHA-Bus auf den Schaltschrank, von dort geht es sternförmig an alle Taster mit Fernmeldekabel und ebenfalls Sternförmig an die Decken- und Wandauslässe für Licht, an die Fenster für Rolladen und Markise auf dem Balkon mit NYM-Kabeln (230 V). Schalten, Dimmen, Sensorik und Verknüpfung dazwischen ist ausschließlich im Schaltschrank.

    Du schreibst, bei Dir ginge ein 4-adriges Flachkabel an jede Steckdose und auch an die Taster. Hast Du in dem Fall dann auch PEHA-Taster? Ich habe bislang eben noch nie von jemandem gehört, der eine solche dezentrale PEHA-Installation hatte, alle mir bekannten PEHA-Inhaber hatten die sternförmige Verkabelung, wie ich.

    Falls Du akuten Bedarf an PEHA-Ersatzteilen hast, da habe ich noch einen Tipp für Dich, für die Zeit, bis Du alles durch KNX ersetzt hast. Ich hatte letztes Jahr das Problem, dass mein PHC Steuermodul ausgefallen war. Im PHC-Forum https://phc-forum.de/ habe ich jemanden in den Niederlanden gefunden, der noch jede Menge PHC-Komponenten zu verkaufen hat, auch gebrauchte zu einem akzeptablen Preis. Den Namen schicke ich Dir gern per PN. Sag einfach Bescheid, wenn Du es brauchst. Er reagiert sehr schnell ist hilfsbereit und liefert zuverlässig.

    Für die KNX-Umstellung wirst Du wohl entweder selbst tiefer einsteigen müssen oder Dir einen Elektriker holen, der Dir dabei hilft... Erstmal müsstest Du sicher Deine PHC-Installation richtig verstehen und dann planen, wie Du es durch KNX ersetzen kannst.

    Melde Dich gern, wenn Du Fragen hast.

    Gruß
    Kai-Uwe



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  • Epicharis
    antwortet
    Tja, es sind so Flachkabel mit mehreren Adern. Ich habe mal gerade im I-Net geschaut. Sieht aus wie ein Kopp Stegleitung NYIFY-J 3 x 1.50 mm² Grau 25 m -Kabel. Ist teilweise 4 adrig und teilweise nur 2 adrig ?? Danke für die schnelle Antwort gbglace

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  • gbglace
    antwortet
    Was ist das für eine Busleitung?


    Busleitung an jeder Steckdose scheinen dann aber auch nur einfache Zuleitungen für den Strom zu sein und dafür dezentrale Aktoren zu sein. Sowas gibt es auch in KNX, kosten halt deutlich mehr als zentrale Aktoren bezogen auf den Kanalpreis. Und manches gibt es nicht als dezentrale Aktoren (Strommmessung)

    Wenn Die Busleitung selbst zulässig ist für KNX kann man da sicher was umbauen.

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  • Epicharis
    antwortet
    Zitat von piet61 Beitrag anzeigen
    habe die Umstellung von PHC auf KNX bei mir im Haus gerade durchgeführt.
    Habe auch eine konsequent sternförmige Verkabelung im Haus - sowohl für die NYM als auch für die J-Y(St)Y Verkabelung (i.d.R 4 X 2 X 0,8) zu jedem Taster.
    Hallöle,
    ich bin neu hier im Forum und auf der Suche nach Hilfe. Unser PEHA-Bussystem läuft noch, kann aber nicht mehr gewartet werden, da , so PEHA, das System nicht mehr weiter entwickelt wird und keine Ersatzteile mehr zu kaufen sind. Leider bin ich völliger Laie und weiß nur, dass bei uns die Buskabel an jede Steckdose uns an jeden Schalter gelegt wurden. Nun meine Frage an die Experten: Ist der Wechsel von PEHA zu KNX sehr aufwändig, müssen ggf. die Kabelstränge verändert werden oder muss nur am Schaltschrank etwas eingesteckt und programmiert werden? Ich bitte meine Unwissenheit zu entschuldigen!! VG Epicharis

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  • khe
    antwortet
    Hallo piet61

    Danke Dir für Deine ausführliche Nachricht. Bin im Moment ein bisschen im Arbeitsstress. Ich melde mich sicher nochmal bei Dir mit ein paar Fragen - Du hast wirklich fast das gleiche Szenario wie ich (ich bin nur ein bisschen später dran 😀). Wollte aber erstmal Danke sagen... ich schätze das wirklich sehr...🙏.

    Bis dann und viele Grüße
    Kai-Uwe

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  • piet61
    antwortet
    ​ Hallo khe
    ja, ich habe mutig alles mal rausgerissen und dann wieder eingebaut

    Hat aber ungefähr ein Jahr (mit Unterbrechungen) gedauert, bis ich soweit war (detaillierte Überprüfung der vorhandenen Dokumentation, Erstellung einer Verkabelungsliste für den Eli (welches Kabel kommt von welcher Sicherung zu welchem Aktorkanal und geht dann zu welcher Klemme für den Verbraucher - etc., welches GA Konzept soll ich nehmen usw.).

    Ich habe auch mit einem Testbrett angefangen um mal ein wenig zu spielen und die Logik von KNX zu verstehen. Es hat einige Zeit gedauert bis ich mich gedanklich von der Logik des PHC Systems lösen konnte und die gewünschten Funktionalitäten in KNX nachbilden konnte. Aber wenn man es einmal verstanden hat, dann ist es keine Raketenwissenschaft mehr und in diesem Forum bekommt man sehr viele Informationen um das ganze verstehen zu lernen.
    Das Heinle Buch habe ich mir auch gekauft - es war mir allerdings keine allzu große Hilfe.

    Auch habe ich zuvor an verschiedenen Stellen im Haus testweise KNX Taster angeschlossen und im Keller "fliegend" mit meinem KNX-Testbrett verbunden um zu prüfen, ob es evtl. Störungen durch die Art der Verkabelung bzw. durch die Nutzung von Standard J-Y(St)Y Kabeln anstatt der echten KNX Kabel gibt - was zum Glück nicht der Fall war.

    Ebenso haben wir es uns mit der Auswahl der Komponenten nicht leicht gemacht (es gibt im KNX Umfeld sehr viel Auswahl ). Auf Tasterseite haben wir uns hauptächlich aus Kostengründen überwiegend für Lingg&Janke Taster entschieden. Auf Aktorseite sind wir den guten Erfahrungen hier aus dem Forum gefolgt und haben überwiegend MDT Aktoren eingesetzt.

    Ich hatte zunächst die Idee, die Umstellung Stück für Stück im laufenden Betrieb vorzunehmen, bin aber recht schnell zu der Erkenntnis gelangt, dass dies wegen der erforderlichen Umbaumaßnahmen im Schaltschrank nicht vernünftig durchführbar ist.
    Ich habe im Zuge der Migration auch die Klemmen der vorhandenen J-Y(St)Y Kabel im Verteilerschrank erneuert und durch Phoenix KNX Klemmen ersetzt. Ich habe nicht mehr alle vorhandenen Adern der J-Y(St)Y Kabel wie vorher aufgelegt sondern nur noch 4 pro Schaltstelle - dadurch konnte ich im Schrank noch etwas Platz einsparen.

    Die Umstellung selbst sollte eigentlich bereits im letzten Sommer erfolgen (damit man länger Tageslicht zum Arbeiten hat) aber aus verschiedenen Gründen mussten wir die Aktion mehrfach verschieben.

    Vor der eigentlichen Umstellung haben wir uns mir Taschen- und Stirnlampen, Powerbanks usw. sowie mit mehreren, nach verschiedenen Kriterien sortierten Ausdrucken der Verkabelungslisten eingedeckt.

    Zunächst wurden von einem befreundeten Eli die Verkabelungen im Schaltschrank von den Sicherungen zu den Aktoren sowie von den Aktoren zu den Klemmen für die Verbraucher entfernt (im dunkeln mit Stirnlampe ). Dann wurden die wichtigen Verbraucher (Gefrier- und Kühlschränke, Heizung) provisorisch wieder in Betrieb genommen. Anschließend haben wir gemeinsam alle PHC Komponenten aus dem Schaltschrank entfernt, die alten J-Y(St)Y Klemmen durch die neuen Phoenix KNX Klemmen ersetzt und dabei 4 Adern der J-Y(St)Y Kabel neu aufgelegt.

    Dies hat bereits ca. 10 Stunden gedauert.

    Am nächsten Tag sind dann die KNX Komponenten in den Schrank gebaut worden und nach meinen Plänen vom Eli verkabelt worden. Ich habe parallel im Haus die alten Taster ausgebaut und KNX Klemmen auf die 4 aufgelegten Kabel gesteckt, damit es bei der Inbetriebnahme des KNX Bus keinen Kurzschluss gibt. Nach weiteren 1,5 Tagen war der Schrank dann neu verkabelt und wir konnten erstmals den KNX Bus einschalten. Zu dem Zeitpunkt waren allerdings noch keine Taster eingebaut.
    Das Einschalten der KNX Komponenten im Schrank verlief erfolgreich - es gab keinen Kurzschluss und man konnte die Aktoren über die eingebauten Taster schalten Auch hatte ich mir vorher mit Edomi (ein geniales Tool!) eine einfache Visu eingerichtet, so dass man die Aktorkanäle über das Handy schalten konnte - was den WAF nach ca. 2,5 Tagen ohne Strom deutlich anheben konnte

    Anschließend habe ich an 2 weiteren Tagen nach und nach die Taster eingebaut, direkt getestet und bei Bedarf die Parametrierung über die ETS angepasst (ich hatte bereits vorher alle KNX Komponenten mit einer PA und den erforderlichen Parametern versehen). Mitte letzter Woche bin ich damit fertig geworden und nun funktioniert soweit alles wie gewünscht.

    Es gibt nun natürlich noch Wünsche, das Eine oder das Andere zu optimieren - da ist noch genug Potenzial für die kommende Zeit (z.B. erstellen einer "schönen" Vsu mit Edomi, Hinzufügen weitere KNX Komponenten (Wetterstation, Leckagesensoren, etc.) aber wir sind sehr froh, dass wir diesen Schritt gegangen sind.
    Allerdings muss ich sagen, dass wir uns zu dieser Umstellung nur deshalb durchgerungen haben, weil Mannesmann die Produktion und den Vertieb des PHC Systems eingestellt hat. Ansonsten hätten wir nicht umgestellt.
    Auf KNX umzustellen war für mich die logische Konsequenz aus dieser Erfahrung. Andere Systeme (z.B. Homematic IP Wired) wären günstiger gewesen ohne dass die Funktionalität geringer ist, aber dann ist man wieder auf einen Hersteller angewiesen und es besteht ein höheres Risiko, dass das System irgendwann eingestellt wird.

    Für weitere Informationen kannst Du Dich gerne bei mir melden - gerne auch per PM.

    Viele Grüße

    Piet

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  • khe
    antwortet
    Hallo zusammen

    Danke Euch für Eure Kommentare.

    Vor allem gilt der Dank Piet61 - das hört sich ja wirklich genau so an, wie es bei mir läuft 😀

    Zitat von piet61 Beitrag anzeigen
    Daher habe ich mich entschieden, auch die alten Taster durch KNX Taster zu ersetzen
    Das habe zwar nicht unmittelbar vor, aber inzwischen auch ins Auge gefasst. Ich bin daher jetzt bei den Lingg&Janke Tasterschnittstellen gelandet, werde also wahrscheinlich auch gleich dezentral anfangen. Dann habe ich im Moment noch meine alten Taster, die aber bereits dezentral verdrahtet und überall wo Taster sind brauche ich nur noch den KNX-Bus. Dann kann ich später ggf. auf was anderes umsteigen. Und ich spare Platz und Verdrahtung im Schaltschrank.

    Mittlerweile habe ich meine Experimentier-Komponenten erhalten und mein Demo-Board aufgebaut
    - Spannungsversorgung
    - IP-Interface
    - Tasterschnittstelle
    - Universal Schaltaktor

    Und was soll ich sagen - Ja! - ich habe den ersten Schaltvorgang programmiert!!! 😵🤸‍♂️ - Und es funktioniert!
    Ok - ja, ich weiß, Ihr seid ja alle schon Profis. Ich freu' mich trotzdem 😉

    Also jetzt werde ich noch ein paar Szenarien ausprobieren - programmier-technisch.

    Ausserdem will ich noch prüfen, ob ich die Tasterschnittstellen in meinen UP-Dosen unterbringe. Wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich damals die weniger tiefen verbaut - da muss ich mal schauen, ob das dann überhaupt geht.

    Danach werde ich mir einen Plan machen, wie ich den Übergang von Alt nach Neu hinbekomme. Kürzlich hatte ich mit einem sehr freundlichen Mitglied hier aus dem Forum telefoniert, der mir eine PN geschickt hatte. Er hat einen komplett neuen Schaltschrank aufgebaut und dann den alten durch den neuen Schaltschrank ersetzt. Das finde ich zwar einen coolen Ansatz, aber ich überlege mir noch, ob ich nicht einen anderen Weg gehen kann.


    piet61: Wie bist Du denn beim Übergang vorgegangen? Mutig alles mal rausgerissen und dann wieder eingebaut? Ich wäre interessiert an Deinen Erfahrungen - gern auch als PN.

    So long und viele Grüße
    Kai-Uwe

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  • Beleuchtfix
    antwortet
    Weinzierl Multi I/O ist kompakt und günstig für 48 Kanäle, wobei ich auch lieber KNX Taster nehmen würde
    Gruß Florian

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  • piet61
    antwortet
    Hallo khe ,
    habe die Umstellung von PHC auf KNX bei mir im Haus gerade durchgeführt.
    Habe auch eine konsequent sternförmige Verkabelung im Haus - sowohl für die NYM als auch für die J-Y(St)Y Verkabelung (i.d.R 4 X 2 X 0,8) zu jedem Taster.
    Wenn ich Dich richtig verstanden habe, willst Du die PHC Eingangsmodule durch KNX REG Binäreingänge ersetzen und die vorhandenen Taster weiter verwenden..
    Dies war auch zuerst mein Gedanke - ich hätte dann allerdings Platzprobleme in meinem Verteilerschrank bekommen da die KNX REG Geräte i.d.R. etwas mehr Platz im Schrank benötigen als die PHC Komponenten.
    Daher habe ich mich entschieden, auch die alten Taster durch KNX Taster zu ersetzen. Ich habe dies vorab an einigen Positionen im Haus getestet da ich Bedenken hatte, die KNX Taster über die sternförmig verkabelten J-Y(St)Y Kabel anzuschließen (keine grüne KNX Leitung).
    Die Bedenken waren allerdings unbegründet. Das KNX Protokoll schein sehr robust zu sein - es gib keinerlei Störungen (oder zumindestens keine, die ich bemerken würde) bei der Kommunikation innerhalb meiner KNX Installation.
    In einer Umstellaktion mit einem befreundeten Eli wurden im Schaltschrank die PHC Komponenten durch KNX Schalt-, Dimm- und Rollladen Aktoren ersetzt (MDT und Theben). Die alten Taster wurden durch KNX Taster und einigen UP Bewegungsmeldern ersetzt (Lingg&Janke, MDT, Steinel) - mit Ausnahme von ein paar Gira TX44 Außentastern, die an MDT Binäreingängen hängen.
    Ich hatte bereits vor dem Umbau des Schaltschrankes die KNX Komponeten vorprogrammiert (PA und Applikationsprogramm), so dass nach dem Umbau bereits die Grundfunktionen genutzt werden konnten.
    Nun bin ich dabei (was auch sicher noch eine Weile in Anspruch nehmen wird), die Parametrierung der KNX Komponenten zu verfeinern.
    Die erforderlichen Planungen und Vorbereitungen sowie der eigentliche Umbau waren schon viel Arbeit und auch die Kosten waren nicht ohne, aber nun bin ich froh, dass das alte PHC System (obwohl es über viele Jahre sehr zuverlässig seinen Dienst getan hat) durch ein aktuelles und hoffentlich zukunftssichereres System ersetzt ist.

    Gruß Piet

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  • Beleuchtfix
    antwortet
    Viel mehr als Kurzschließen kann da eigentlich nicht passieren, und das entspricht der Grundfunktion. Wenn du natürlich mal probieren möchtest, wie sich 230V am Taster auswirken, hast du recht, da bezieht sich aber auf alle Busgeräte.
    Gruß Florian

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  • tobiasr
    antwortet
    Die dann vmtl. nicht galvanisch getrennt ist und daher bei Fehlern in der Peripherie (Taster, Reed-Kontakt) den Bus Lahmlegen könnte.

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  • khe
    antwortet
    Zitat von Robby Beitrag anzeigen
    Richtig, der MDT holt sich seine Versorgungsspannung vom KNX Bus.
    Alles klar.

    Danke für die schnelle Antwort 😀

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