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Wärmepumpe und Tibber - Wie steuert ihr preisoptimiert? Erfahrungen gesucht

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    Wärmepumpe und Tibber - Wie steuert ihr preisoptimiert? Erfahrungen gesucht

    Hallo zusammen,

    ich komme nun in die erste Heizphase mit meiner Wärmepumpe und möchte sie an den dynamischen Stromtarif von Tibber koppeln. Dazu hätte ich gerne Tipps, wie ihr das umgesetzt habt und was eure Erfahrung ist.

    Mein Setup
    • Wärmepumpe: Bosch CS6800i AW 4 OR-S
    • Anbindung an Home Assistant über das BBQKees EMS Gateway (MQTT)
    • PV-Anlage (6,7 kWp - wird noch zeitnah erweitert) mit E3/DC S10 E (6 kWh Akku)
    • SG-Ready-Ansteuerung der Wärmepumpe über die Relaisausgänge des E3/DC vorhanden - wobei ich noch keine Erfahrung habe, ob das etwas macht
    • Tibber als dynamischer Tarif

    Was ich erreichen möchte
    1. Teure Preisspitzen vermeiden: Bei sehr hohen Strompreisen soll die Wärmepumpe möglichst pausieren oder zumindest nicht unnötig laufen. Manchmal gibt es für 1 oder 2 Stunden sehr hohe Strompreise und kurz danach ist es wieder deutlich günstiger. Ich stelle mir vor, dass die Wärmepumpe dann eben genau diese 1-2 Stunden meidet.
    2. Günstige Zeiten nutzen: Bei niedrigen Preisen soll ggf. gezielt Warmwasser aufbereitet werden

    Meine Fragen
    • Wie lasst ihr die Preissignale in die Steuerung einfließen? Per Home Assistant (Tibber-Integration, Preis-Schwellen oder über die nächsten 24 h) oder gibt es andere Wege (KNX, Bosch oder E3/DC Steuerung?)
    • Nutzt ihr feste Preisgrenzen oder dynamische Schwellen (z. B. „günstigste 4 Stunden des Tages“)?
    • Welche SG-Ready-Zustände haben sich bei euch bewährt, und wie reagiert die Bosch-Regelung darauf? Wird die Warmwasser-Solltemperatur dabei tatsächlich angehoben, oder muss ich das zusätzlich über das EMS-Gateway auslösen?
    • Wie priorisiert ihr PV-Überschuss gegenüber dem Netzpreis, damit sich die beiden Regeln nicht in die Quere kommen?
    • Gibt es Fallstricke (Taktung, Sperrzeiten, Mindestlaufzeiten, Komfortverlust im Winter), auf die ich achten sollte?

    Über Erfahrungswerte oder auch Hinweise, was bei euch nichtfunktioniert hat, würde ich mich sehr freuen.

    Danke!

    #2
    Hallo zusammen,
    nutzt wirklich niemand eine Wärmepumpe mit dynamischen Stromtarif? Oder lohnt sich eine Optimierung einfach nicht?

    Vielen Dank!

    Kommentar


      #3
      Ich habe weder Tibber noch dynamischen Stromtarif, aber PV und eine Wärmepumpe.

      Die Wärmepumpe wird so gesteuert, dass bei PV-Überschuss eine Logik die Heizung auf Comfort (=22,5° C Raumtemperatur) schaltet. Ohne PV Überschuss wird auf Eco geschaltet.
      Diese Zustände kann ich zuverlässige über KNX schalten. Der ganze SG-Ready-Kram braucht Cloud oder zusätzliche Geräte.

      Im Eco Modus ist die Heizung praktisch aus. Wird es im Haus kälter als 22,0° schaltet die Logik auf Comfort zurück. Im Fall von PV-Überschuss bis 22,5°C erreicht sind, ohne nur bis 22,2°C.

      Für 0.5°C Temperaturanstieg muss die WP nen ganzen Tag laufen. Die Steuerung führt dazu, dass die WP primär tagsüber bei PV Überschuss läuft. Wenns zu kalt würde, aber auch ohne, dann jedoch nicht so lange.
      Ein hochdynamisches Schalten bei jeder Wolke wollte ich nicht, ist m.E. aber auch nicht worauf es ankommt. 80% Optimierung ist gut genug.

      Vielleicht kann dir das eine Inspiration sein?

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        #4
        Also ich hätte hier zwar die Möglichkeit, die WP je nach PV und SOC dynamisch anzusteuern, mache es aber nicht. Warum: es ist alles hydraulisch und thermisch so eingestellt, dass die WP per Heizkurve die Raumtemperatur möglichst konstant auf Solltemperatur hält.

        Jeder zus. Eingriff bei PV-Überschuss sorgt nur dafür, dass zu einer Überhöhung der Solltemperatur kommt, warum sollte ich das machen? Ich könnte mir einzig das o.g. Szenario wie bei jcd vorstellen in Kombi mit FBH (und nur dort), wo man 0,1-0,2K in die Tonnen Estrich einspeichert, das merkt man dann kaum in der Raumtemperatur und kann etwas Energie "bunkern". Dafür ist dann aber die ESV in der Zeit weg, also auch nur ein "Teilgewinn"...und gerade in der Heizzeit fehlt meist PV-Überschuss...die schiebe ich tagsüber lieber in den Speicher, um abends länger autark zu sein.

        BTW: WW-Überhöhung durch PV würde ich abraten, das stresst die WP ungemein und ist sicher nicht erträglich für deren Lebensdauer.
        Viele Grüße,
        Stefan

        DIY-Bastelprojekte: || >> Smelly One << || >> BURLI << ||

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          #5
          Danke schon mal für eure Antworten. Das hört sich etwas nach „weniger ist mehr“ und insb. Überschuss-Nutzung an. Was ich bei so etwas Grundlegendem wie der Heizung absolut teile.

          Gleichzeitig kann bei einem dynamischen Stromtarif die kWh mal 15 Cent, mal 30 Cent, mal 55 Cent und - sehr selten - auch mal 90 Cent kosten. Im Zweifel alles an einem Tag. Daher hätte ich immer noch den Wunsch, dass ich insb. sehr hohe Preise auf eine smarte Weise vermeide. Dazu müsste ich der Logik aber ein „Zeitgefühl“ mitgeben. (ggf. Vergleich mit dem Durchschnittspreis der nächsten 24h) Falls der Preis an einem ganzen Wintertag sehr hoch ist, kann ich die Wärmepumpe ja nicht komplett auslassen…

          Hat so etwas schon jemand umgesetzt?

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            #6
            Ich würde auch noch das Ziel hinzufügen, dass die WP möglichst wenig takten soll. Viele machen das ja von Haus aus so, aber vor allem bei FBH ist mehr als 1-2x einschalten pro Tag vermutlich gar nicht notwendig. Eine zielgerichtete Umschaltung zwischen Eco und Comfort könnte eine taktfreudige WP sicher besänftigen.

            Es soll sogar WP geben, die man leistungsorientiert regeln kann. Das ist aber sicher nicht der Normalfall. Tagsüber fährt man sie exakt an der Grenze zur Überschussladung, nachts ergänzt man zu Zeiten des niedrigsten Tarifs die verbleibende Wärmemenge für den nächsten Tag.

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              #7
              Hallo joxn,
              da ich dynamischen Strompreisen, vermutlich aus Unwissenheit, gegenüber skeptisch bin, habe ich eine Frage zu Deinen genannten Preisen: sind das Netto- oder Bruttopreise? Wenn die genannten Preise ( < 0,30 EUR ) Bruttopreise sind, dann müssten die (Börsen-) Strompreise permanent negativ sein. Sind sie das? Bestimmt nicht.
              Nehmen wir an dein dynamischer Strompreis wäre günstiger als ein statischer Strompreis. Was bringt dir eine PV-Erweiterung? In Bezug auf deine Wärmepumpe erst einmal nichts. Warum? Sie wird Strom zum Heizen benötigen, wenn Deine PV Anlage wenig bis gar keinen Strom produziert. Wäre es da nicht sinnvoller, deinen Speicher zu erweitern? Den könntest du dann füllen, wenn dein dyn. Strompreis günstig ist, nämlich nachts. Und diesen dann tagsüber verbrauchen.

              Grüße
              - Geraldo -

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                #8
                Zitat von FitzGeraldo Beitrag anzeigen
                ... dann müssten die (Börsen-) Strompreise permanent negativ sein.
                Möchtest du deine Behauptung auch begründen?

                Zitat von FitzGeraldo Beitrag anzeigen
                Wäre es da nicht sinnvoller, deinen Speicher zu erweitern?
                So einfach ist es nicht. Du kannst aus PV- und Speichergröße das Optimum für Eigenverbrauch und Autarkie ermitteln. Nur an einem Parameter zu drehen führt in den seltensten Fällen zu einem Optimum. Probier's einfach mal aus, es gibt viele Online Rechner dafür.
                ​

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                  #9
                  Hallo scw2wi,
                  ich habe keine Behauptungen aufgestellt, sondern Fragen gestellt.
                  Nehmen wir an 0,15 EUR/kw/h ist der Bruttopreis. Dann ist es definitiv preiswerter. Ist es allerdings der Nettopreis, kommen hierzu noch Abgaben und Steuern. Also grob mal 2, dann wäre der Bruttopreis bei ca. 0,30 EUR/kw/h. Jetzt stellt sich individuell die Kosten-/Nutzenfrage, ob sich tatsächlich die Risikobereitschaft lohnt, ob evtl. ein bis zwei Cent zu sparen. Oder ob es nicht besser wäre gleich einen separaten Wärmepumpenstromtarif zu wählen.

                  Stumpf die PV-Anlage zu vergrößern ist sinnfrei. Bei mir würde sie im Winter nur minimal den Autarkie Grad erhöhen, wg. mangelnder Produktion. Und im Sommer ebenfalls, da die Mehrprodukion nicht genutzt, sondern eingespeist wird, da Akku zu klein und somit voll.
                  Meine Erfahrung hat gezeigt, dass genau dieser eine Parameter der entscheidende gewesen ist, trotz Abraten der vielen sogenannten Experten. Ich habe eine ähnlich große PV Anlage mit einer Speichererweiterung von 10 auf 20 KW, einer Wärmepumpe und E-Auto. Bei normaler Nutzung des E-Mobil‘s fangen wir erst jetzt an Strom zuzukaufen.

                  Aber wenn ich es richtig verstanden habe, ging es doch darum über dyn. Strommanagement möglichst preiswert über den Tag/Nacht zukommen!? Und hierfür ist nun einmal ein ausreichend großer Speicher Grundlage, um den preiswerten Strom nachts einzuspeichern und tagsüber zu verbrauchen. Natürlich gibt es im Haushalt Großverbraucher die nachts in den günstigen Zeiten arbeiten können, klappt aber leider nicht mit allen. Oder stellst du dich mitten in der Nacht hin und kochst, weil der Strom gerade billig ist.😉

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