Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Elektriker schlägt plötzlich Dali statt KNX vor - was bedeutet das im Einzelnen?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    DALI Elektriker schlägt plötzlich Dali statt KNX vor - was bedeutet das im Einzelnen?

    Hallo,

    wir kernsanieren ein EFH und machen u.a. die Elektrik neu. Wir haben dem Elektriker schon vor einiger Zeit unsere Wünsche mitgeteilt - auch schon recht detailliert, wie ich behaupten würde. Ich habe u.a. gesagt, dass wir in Wohnräumen die fest installierten Wand- und Deckenleuchten dimmen wollen, und er hat in seinem Angebot entsprechend KNX-Dimmaktoren vorgesehen. Farbiges Licht etc. brauchen wir nicht. Ich hatte vor einiger Zeit auch gefragt, was Dali genau ist. Er hat mir das dann kurz erklärt, aber dabei blieb es. Er ist auf Dali bislang nicht weiter eingestiegen.

    Gerade hatten wir den Termin zur konkreten Festlegung der Elektrik in jedem Raum, weil der Elektriker am Montag mit dem Schlitzen anfangen will. Dabei kam er nun von sich aus auf Dali zu sprechen und stellte es jetzt beinahe so dar, als wenn Dali für das, was wir vorhaben, alternativlos ist, weil wir sonst sehr viele Kabel in die UV ziehen müssen.

    Ich kenne mich mit Dali gar nicht aus und hatte das für uns gedanklich auch nicht auf dem Plan, da wir wie gesagt außer Dimmen nichts Besonderes mit den Leuchten machen wollen. Wir sind von der Situation etwas überrumpelt, weil wir so kurzfristig mit einer für uns ganz neuen technischen Lösung konfrontiert sind und nicht einschätzen können, was der Wechsel auf Dali für uns bedeuten würde. Ich wäre deshalb sehr dankbar, wenn Ihr mir zu folgenden Fragen etwas Orientierung geben würdet:
    1. Was sind die wesentlichen Kriterien, um für die Beleuchtung auf Dali statt KNX zu setzen bzw. was ist grob die Schwelle, ab der Dali gegenüber KNX vorzuziehen ist?
    2. Dali mit den dezentralen Steuergeräten in jeder Leuchte erinnert mich etwas an dezentrale KNX-Aktoren, die mir am Anfang für die Sanierung als einfachste Lösung erschienen, weil die vorhandene Verkabelung strukturell weitgehend bleiben kann. Von denen hat mir aber fast jeder abgeraten. Warum sind also dezentrale KNX-Aktoren (bzw. konkret Dimmer) wohl eher unbeliebt, aber bei Dali macht man dann scheinbar fast dasselbe?
    3. Mich stört etwas der Gedanke, dass in jeder Leuchte ein Steuergerät sitzt, das ständig zumindest etwas Strom verbraucht. Ist das ein relevanter Faktor oder vernachlässigbar?
    4. Was den Umfang der Verkabelung bei KNX angeht, hat mir mal ein Elektriker (evtl. war das ein anderer als der von uns beauftragte) meine Bedenken mit dem Argument ausgeräumt, dass man ja fünf- oder siebenadrige Kabel in jeden Raum legen kann und damit neben Dauer-Strom zwei bzw.vier schalt- und dimmbare Leitungen zur Verfügung hat, was uns in den meisten Räumen auch ausreichen würde. Unser Elektriker sagte jetzt, das Verlegen dieser Kabel sei aufwendig, weil sie starrer sind und er in jeder Dose entsprechend viele Adern verklemmen muss, um die Leitung durchzuschleifen. Ist das wirklich ein Problem oder ist das eigentlich ein übliches Vorgehen, um bei KNX die Zahl der Leitungen in Grenzen zu halten?
    5. Ein weiteres Argument des Elektrikers ist, dass sich Dali-Leuchten sauber dimmen lassen ohne Sprünge, flackern etc. Ich habe vor ein paar Jahren in meiner jetzigen Wohnung selbst erlebt, wie schwierig es war, LED-Leuchtmittel (GU10) zu finden, die sich mit einem LED-Dimmer vernünftig dimmen lassen. So richtig gut funktioniert das bis heute nicht. Ich hätte aber gedacht, dass man heutzutage mit einem Dimmaktor von einem namhaften Hersteller wie MDT grds. alle dimmbaren LED sauber und linear dimmen kann. Ist das so oder ist das immer noch ein Problem?
    6. Ich kenne den Dali-Leuchtenmarkt überhaupt nicht. Gibt es da eine vergleichbar große Auswahl wie bei konventionellen Leuchten und sind die deutlich teurer? Gibt es von den bekannten Leuchtenherstellern auch Dali-Leuchten oder ist das eher ein Nischenprodukt von spezialisierten Anbietern, die ich im Zweifel alle nicht kenne?
    7. Haben Dali-Leuchten eine höhere Ausfallrate, weil Steuergerät oder Leuchtmittel kaputt gehen können? Muss man dann die ganze Leuchte wegwerfen oder kann man beides üblicherweise als Ersatzteil nachkaufen?
    8. Es ist wohl nicht möglich, normale LED-Leuchten an eine Dali-Leitung zu hängen. Das bedeutet zum einen, dass wir die Leuchten, die wir schon haben, nicht mehr nutzen können. Zum anderen müssten wir direkt zum Einzug schon alle Leuchten ausgesucht und montiert haben, um überhaupt Licht im Haus zu haben - das ist nicht realistisch. Beides würde mich eher abschrecken. Oder sehe ich das zu negativ? Ich habe eben kurz von Dali-Konvertern gelesen, die wohl konventionelle Leuchten Dali-fähig machen sollen. Wäre das eine sinnvolle Lösung?
    Vielen Dank!

    #2
    Wenn deine Lampen per 230V Phasenschnitt gedimmt werden (sollen), ergibt Dali sehr wenig Sinn. Da würde man eher auf zentrale KNX Dimmaktoren setzen und die benötigten Leitungen einfach legen. An ein 5x1,5 kann man dann 3 Lampen unabhängig von einander steuern.

    Auch wenn Dali nicht gewollt ist würde ich für die Lampen dennoch 5adrig vorsehen und nicht 3adrig.
    Frage ist auch gibt es eine abgehängte Decke?
    Dali ist von der Idee her eigentlich dezentral. Also jede Dali Lampe besitzt Logik. Und ja die Dimmung ist optimal WENN es eine echte Dali Lampe ist. Wenn du weil die Lampe nur mit 230V Phasenschnitt dimmbar ist muss du davor eh noch einen Dali Phasenschnittdimmer hängen und dann ist auch wieder vorbei mit der perfekten Dimmung.
    Wobei 230V dimmbar mittlerweile auch schon ganz brauchbar ist. Die Frage ist auch welchen Stellenwert hat es für einen selbst...

    Kurzum Dali kann Sinn machen bei: CC (zB Spots) und CV (LED Stripes).
    Wobei wenn ich kein CC habe ich den Weg über Dali nicht gehen würde weil es mittlerweile auch ausreichend CV KNX LED Controller gibt.

    Kurzum die Frage lässt sich schwer beantworten wenn du keine konkreten Lampen hast die du einsetzen willst.

    An Leitungen zu sparen ist eher ne dumme Idee.
    Auf jedenfall die Lampen nicht 3adrig vom Elektriker verkabeln lassen und die Steckdosen auch nicht. 3adrig macht nur Sinn bei einzelnt abgesicherten Geräten wie zB Backofen, Kühlschrank usw.

    Bedenken sollte man dass man für dezentrale Aktorik auch dezentral Platz benötigt.

    Zitat von Dehenry Beitrag anzeigen
    Ein weiteres Argument des Elektrikers ist, dass sich Dali-Leuchten sauber dimmen lassen ohne Sprünge, flackern etc. Ich habe vor ein paar Jahren in meiner jetzigen Wohnung selbst erlebt, wie schwierig es war, LED-Leuchtmittel (GU10) zu finden, die sich mit einem LED-Dimmer vernünftig dimmen lassen. So richtig gut funktioniert das bis heute nicht. Ich hätte aber gedacht, dass man heutzutage mit einem Dimmaktor von einem namhaften Hersteller wie MDT grds. alle dimmbaren LED sauber und linear dimmen kann. Ist das so oder ist das immer noch ein Problem?
    ​Ich behaupte die aktuellen KNX Dimmer von MDT oder Enertex sind schon sehr gut. Wobei man aber auch nix versprechen kann, wenn es einem wichtig ist muss man das vorher einfach mal testen wie gut das Leuchtmittel sich mit dem Dimmer dimmen lässt.

    Bei den Lampen muss man aber anfangen zu planen. Wenn deine Lampen GU10 sind ergibt Dali keinen Sinn. Davon mal ab wären unzählige dezentrale Dimmer auch teurer als ein Hutschienendimmer mit mehreren Kanälen.

    Zitat von Dehenry Beitrag anzeigen
    Haben Dali-Leuchten eine höhere Ausfallrate, weil Steuergerät oder Leuchtmittel kaputt gehen können? Muss man dann die ganze Leuchte wegwerfen oder kann man beides üblicherweise als Ersatzteil nachkaufen?
    Ich kenn nicht jede Leuchte aber in der Regel ist die verbaute Technik auch nur zugekauft. Gerade bei einfarbig gibt es zahlreiche EVGs. Ob man diese einbauen kann hängt meist nur von der Größe ab.
    Ich behaupte mal dass man eine kaputte Dali Lampe wenn das Dali Gerät kaputt ist durchaus wieder ans Laufen bekommt...Es gibt auch Leute die bauen ein 230V dimmbares EVG aus und bauen ein Dali fähiges ein um daraus eine Dali Lampe zu machen..

    Die Dali Steuergeräte verbrauchenStrom, aber jedes moderne Gateway besitzt eigentlich eine Funktion diese Netzteile abschalten zu können (Standbyabschaltung)

    Zuletzt geändert von Hubertus81; Gestern, 22:38.

    Kommentar


      #3
      Erstmal aufräumen …
      Dali ist wie KNX ein Feldbus, also einfach gesagt ein Steuersignal wie auch Zigbee(Philips Hue, Ikea usw) falls dir das was sagt. Das hat ganz und gar nichts mit dem Dimmverfahren zu tun! Und nur weil auf einer Leuchte oder einem Controller Dali drauf steht sagt das noch gar nicht ms darüber aus ob dieser das Dimmverfahren gut oder gar bestmöglich beherrscht!
      Das Dali das „Non plus Ultra“ für KNX Installationen ist stammt noch aus Zeiten als es kaum oder keine entsprechenden KNX Aktoren gab - das hat sich inzwischen geändert.

      Auch wenn schon erwähnt noch mal kurz zu den Dimmverfahren:
      230V PhasenAN oder ABschnitt:
      Wird üblicherweise für 230V Standardleuchtmitttel (e27, e14, gu10, etc) oder dimmbare Trafos/LED Netzteile verwendet. Bei 230V Standardleuchtmitteln hat man Schwierigkeiten gut dimmbare Leuchtmittel zu finden.
      CV PWM (meist 24V):
      Wird meist für Strips verwendet, man findet aber auch Spots dafür, vereinzelt und recht teuer auch Standartleuchtmittel. Damit erreicht man mit guten Leuchtmitteln und LED Controllern sehr gute Dimmergebnisse (wird auch von Philips Hue und Co genutzt)
      CC:
      Überwiegend Spots. Ist aber sehr wenig verbreitet. Ist ehr was für die ultimativen Licht-Gecks.

      Was aus meiner Sicht auch gegen dezentrale Installation, egal ob KNX oder Dali, spricht: Netzteile bzw. Dali EVG mit integriertem Netzteil können (müssen nicht) fiepen.

      Wenn man fertige Dali Wohnraumleuchten sucht wird man Arm. Für das Geld kann man KNX zentral doppelt und dreifach verkabeln.

      Kommentar

      Lädt...
      X